ICH KOSTE... Schwarzwurzeln

Schwarzwurzeln schmecken gut und werden gerne gegessen. Aber sie zu kochen ist eine Qual. Oder hat jemand eine andere Idee?

ICH KOSTE... Schwarzwurzeln
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Sebastian Dickhaut

Von der Kartoffel dachte man lange, dass sie gifitg wäre - weil nach ihrer Ankunft aus Amerika in Europa erst einmal nur die Beeren geerntet wurden, die in ihrem Grün wachsen. Es dauerte dann eine ganze Weile bis man darauf kam, dass die Wurzelknollen die Trümpfe der Kartoffelpflanze sind - allerdings nicht roh, sondern gekocht. Womit wir bei der Schwarzwurzel wären, und der Frage: Was ist das denn, bitte?

 

Erstmal das: krummgewachsene Erdwürmer, die eine Heidenarbeit inklusive Riesensauerei beim Waschen und Schälen machen, um dann gleich wieder grau und hässlich zu werden, wenn man sich nicht sputet mit dem Kochen. Ok, die Schwarzwurzel hat zwar einen gewissen Gewöhnungsvorsprung auf die Kartoffel, da sie immer schon in der heimischen Erde wuchs. Aber selbst dann ist es mir ein Rätsel, wie jemand irgendwann auf die Idee kommen konnte, sie als Lebensmittel zu betrachten. Ich würde mal sagen, dieser jemand muss schon sehr hungrig gewesen sein.

 

Scharzwurzeln? Mmmh... nur bitte nicht kochen.

 

Nicht dass wir uns falsch verstehen - ich mag Schwarzwurzeln. Ich mag ihren angenehm nussigen, leicht sahnigen Geschmack, der sich daher gut mit Nuss- und Milchprodukten versteht. Es gab in der Nähe des Küchengötterkochstudios mal einen veganen Japaner, der einen Schwarzwurzelsalat mit Soja und Sesam als Vorspeise servierte und das hat wirklich toll geschmeckt, besser habe ich sie noch nie gegessen.

 

Nur gekocht habe ich sie genau einnmal, denn der Weg dorthin ist mir einfach zu... siehe oben. Ich kenne eine Menge Tricks zum Weißhalten (ins Mehlwasser schälen, mit einer Scheibe Toastbrot kochen), hab aber noch keinen ausprobiert. Ich benutze die Schwarzwurzel bevor allem dafür, um in einer Saisontabelle das Winterloch ein bisschen zu füllen, damit dort nicht alles nach Kohl und Kraut riecht. Oder um Kollegen aus Übersee zu zeigen, dass wir auch merkwürdige Sachen im Gemüseregal haben, so wie sie ihre Yams, Tamarinden und Maniokwurzeln.

 

Nix zum stolz werden

 

Im wahren Leben jedoch lasse ich meine sauberen Hände von diesen ungewaschenen Fingern, freue mich dabei über jeden, der das nicht tut und mir nach all seinen Arbeit einen Teller voll Schwarzwurzeln hinstellt. Aber es muss nicht sein, so wie Spargel bei mir auch nicht sein muss - schön, wenn er zu haben ist, nu mei, so aufregend ist das nun auch wieder nicht. Wobei ich Spargel schälen für eine sehr entspannende Arbeit halte, bei der ich auf eine gewisse Zackigkeit bei mir stolz bin. 

 

Aber Schwazrwurzeln? Nix zum stolz werden. Oder seht Ihr das anders? Und habt vielleicht sogar noch ein schönes Hausrezept? Nur her damit, ich finde schon jemanden, der mir's kocht.

 

 

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Aphrodite
Was zur Motivation.

Schwarzwurzeln habe ich nach einem ersten Versuch abgeschrieben. Nussig-aromatisch-gesund? Da warte ich doch lieber auf die Spargelzeit! Ich versuche es mit roh schälen, auch wenn das aufwändig ist und Zitronensaft. http://www.gu.de/magazin/kochen-und-geniessen/640136-die-schwarzwurzel/

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