ICH KOSTE… vom Grill

Wie man zu viert ein Grillbuch macht, ohne zusammen zu grillen. Was soll Grillmelone? Warum München natürliche Grillhauptstadt ist. Und: Mäuse und Raupen vom Grill.

ICH KOSTE… vom Grill
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Sebastian Dickhaut

Wir sind gerade in der heißen Phase fürs Barbecue Basic, das im nächsten Frühjahr rauskommen wird. Und weil wir (GU-Redakteurin Sabine Sälzer, Rezeptautorin Cornelia Schinharl, Lekktorin Christina Kempe und ich) dabei ständig zwischen Lagerfeuern, Laptops und Schirmständern pendeln müssen, haben wir es noch keinen Abend geschafft, uns wenigstens mal bei einer Runde Marshmallows und Stenzz an die Glut zu setzen, um gute alte Geschichten wieder aufzuwärmen. So viel zum süßen Leben der Kochbuchautoren. Bevor man uns jetzt aber Fresspakete und was Gutes zum Lesen schickt - es geht uns nicht sooo schlecht. Wir probieren viel und erzählen uns was am Telefon von Grillanekdoten und über Grilltrends. Hier ein paar Stichworte:

 

Wassermelonen

Die sind so was wie der Sprizz des BBQ 2010, auch wenn ich davon bisher nur gehört habe. Ich könnte das jetzt googeln oder gleich bei Nicky nachlesen, was ich wegen Vorschreibens noch nicht geschafft habe, und herausfinden, ob man die im Ganzen, halbiert oder in Spalten auf den Rost legt bzw. wie Folienkartoffeln direkt in die Glut packt, was bei einem Tankstellengrill schwierig sein dürfte, beim Kugelgrill aber ideal. Dabei frage ich mich erstens, ob die dann immer noch zum Essen oder eher was zum Trinken ist und zweitens, was denn besser sein kann als der Biss in eine erfrischend kühle und saftig süße Spalte Wassermelone. Wahrscheinlich sieht sie vor allem toll aus auf dem Rost und dann mit Muster? Eher könnte ich mir vorstellen, so eine Spalte Cantaloupe-Melone zu Grillen, zum Schluss mit Schinken drauf wie bei der Pizza Parma.

 

Stenzz

Das ist so was wie der Sprizz Untergiesings, welches ein besonderes münchnerisches Stück von München ist, mit Kleinstadtfreibad (das Schyren) und Gebirgsbach (die Isar) vor unserer Bürotür sowie einer Brauerei ums Eck. Mit deren Hilfe ich gestern Abend den Stenzz erfunden habe. Was das ist ist? Wird im Frühjahr verraten.

 

Isargrillen 1

Es gibt stadtauswärts hinterm Tierpark an der Isar ein Auengebiet, das heißt Flaucher, was nicht nur nach Flacken, Flüchten und Faulsein klingt, sondern auch wie gemacht dafür ist. An einem Sommersamstagabend kommt auch noch Fluchen dazu, wenn man im blaugrauen Bodennebel auf den Kiesbänken noch ein ruhiges Plätzchen zum Grillen sucht, weil hier nämlich die ganze Stadt grillt und schreit und singt, während Kästen aller Münchner Brauereien im Gebirgswasser kühlen. Da können die Berliner und Hamburger, Pariser und Londoner mit ihren künsltichen Stadtstränden lange drauf hinsparen.

 

Isarngrillen 2

Nach der Renaturierung bis in die Innenstadt hinein wurde die Isar im letzten Jahr auch bei uns zum Sonnenbadestrand und in den letzten heißen Wochen endlich auch zum Freibad, in dem sich inzwischen hunderte durch die neuen Seitenläufe treiben lassen. Und auf den großen Sandsteinstufen runter ins Wasser sieht man immer mehr One-Way-Grills, auf denen zum Teil sehr ambitionierte Teile liegen und neben denen längst auch Champagnerflaschen stehen. München halt. Als ich mir letztens für ein Experiment ein paar weiße Mäuse (ein Süßwaren-, kein Tierversuch) von der Tankstelle oben am Ufer holen wollte, entdeckte ich dort ein Regal voller Grillkohle, Anzünder, One-Way- und Mehrweggrills, das so groß wie die Zeitschriftenwand war. Zum Drauflegen gab es aber nur Würstchen.

 

Grillgut

Das ist der Fachbegrff für alles, was auf den Rost kommt, den ich bei meinen BBQ-Texten nur in letzter Not verwende, wenn „Fleisch und Fisch”, „gute Stücke” oder „Lieblingsteile” schon zu oft gekommen sind, wobei ich hoffe, dass man es für Humor hält. Welches Gut ich schon alles auf den Grill gelegt oder dort gesehen habe u. a.: Kürbis (in Scheiben samt Schale, die man dann wie einen Kotelettknochen abnagt), Lachse (als Steckerfische, die dann plötzlich alle nacheinander vom Steckerl in die Glut rauschten), Lammkarree (eben mal schnell aus dem Styroporpack vom australischen Supermarkt geschält, um es mittags auf den Münzelektrogrill am Strandkinderspielplatz zu werfen), Witchetty Grubs (daumendicke Raupen, die sich unter australischen Wüstenbüschen durch den roten Sand graben und von den Aborigines dort früher als wertvoller Eiweißlieferant geschätzt wurden, heute kaufen sie Burger vom Grill. Roh schmecken sie wie Austern, in der Lagerfeuerglut gegrillt nach Erdnuss. Ich habe beides für eine Buch probiert, ging schon, aber dem Fotografen war ziemlich schlecht), lebende Abalone-Muscheln von einem japanischen Tischgrill (das wollt Ihr gar nicht wissen), weiße Mäuse (Marshmallows sind besser, Mohrenköpfe ein Erlebnis).

 

Anzünden

War lange mein Problem - weil ich es ohne Grillanzünder können wollte. Drei Dinge haben es gelöst: 1. Eine Woche auf einem Grillpaltz in Slowenien, bei dem ich täglich einem begnadeten Lagerfeuermacher dabei zusah, wie er so nach und nach alles zum Glimmen brachte und dann lässig im Vorbeigehen am Glühen hielt, so dass ich beim nächsten Mal andere ähnlich beeindrucken konnte. 2. Der gelungene Versuch, dies daheim auch in meinem kleinen Beach Barbie umszusetzen. 3. Der Kauf eines Gasgrills.

 

Gasgrill

Einfach praktisch. Du gehst raus, stellst ihn an und legst los. Zehn Minuten später gibt’s Essen. Holzkohlenaroma? Ach Gott, wenn man Hunger hat. Dann lässt man sein Steak auch nicht nach dem Grillen ruhen - oder kennt Ihr jemanden, der das macht.

 

Elektrogrill

Das will ich gar nicht wissen.

 

Wer gar nicht genug von Gegrilltem bekommen kann und noch mehr Tipps rund um den richtigen Grill, Grillzubehör und natürlich Rezepte sucht, wird garantiert in unserem großen Special zum Thema Grillen fündig.

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