Vom schönsten härtesten Job der Welt

Meisterschule zum Nachschlagen: Die Spitzenköche der Jeunes Restaurateurs kochen mit Alexander Herrmann in München aus ihrem neuen Buch „Talent & Passion”

Vom schönsten härtesten Job der Welt
3
Kommentare
Sebastian Dickhaut

Stell’ Dir vor, Du bist so ein richtig guter Koch mit eigenem Restaurant, immer unter Volldampf vom Morgen bis in die Nacht. Hart. Und dann will auch noch jemand, dass Du ihm ein paar Deiner Rezepte verständlich aufschreibst. Sehr hart. Jetzt stell Dir vor, Du wärst dieser jemand und müsstest daraus ein richtig gutes Kochbuch machen, mit Fotos und Deadline und so weiter. Auch hart. Und jetzt stell’ Dir vor, wie das erst mit fast 50 Köchen wäre.

Stephanie Wenzel kann da einiges erzählen. Denn die GU-Redakteurin hatte im letzten Jahr den wohl härtesten Job in der Kochredaktion: „Talent & Passion. Die Meisterschule der Jeunes Restaurateurs”, ein soeben erschienenes Kochbuch von 45 deutschen Spitzenköchen. Sie sind alle Mitglied im deutschen Zweig der Jeunes Restaurateurs, einer 1974 in Frankreich gegründeten Vereinigung von jungen Chefköchen, der 1991 die deutsche Sektion folgte. Ihr Ziel: Die Hochgastronomie stärken und beleben. Anders als bei den jungen Wilden geht es dabei nicht zuerst um Revolution und Marketing – als neuer „Jeunes” muss man bereits ein eigenes Restaurant mit Erfolg führen, gerne inklusive Michelin-Sterne und Gault-Millaut-Hauben. Gab’s da nicht ständig Divenalarm. Frau Wenzel?

„Nein, gar nicht, ich habe selbst gestaunt, wie gut und nett die Zusammenarbeit mit allen geklappt hat, auch untereinander. Gut, am Anfang musste bei einigen Gänseleber und Trüffel wieder raus aus den Rezepten, weil es einfach zu viele war, aber dann kam erst mal alles schön der Reihe nach rein.” Vielleicht lag das auch daran, dass wie in der Gastronomie die Aufgaben klar vergeben waren. Denn das Buch teilt sich nach den klassischen Küchenposten vom Gardemanger (kalte Küche) über den Poissonier (Fisch) bis zum Patissier (Süßes) auf, wo sechs bis neun Chefs sich jeweils um eine Zutat kümmern.

Vom Gesellen- zum Meistergericht

Erst mal macht jeder ein „Gesellengericht”: Cornelia Poletto (außer ihr steht nur noch Barbara Schlachter-Ebert für die Frauen bei den Jeunes) variiert Spaghetti Carbonara mit Räucheraal und ihr Hamburger Kollege Michael Hofmann serviert lange und sanft mit Speck im Ofen gegarte Birnen zu Bohnen; aber auch ein Wirsingwickel vom St. Pierre mit Spätburgunder-Schalotten (Karl-Emil Kuntz) fällt unter „Einsteigerrezepte”. Bei der Vorstellung des Buches in der Galerie Baumgartl gegenüber vom Münchner Hofbräuhaus waren es aber vor allem die „Meistergerichte”, die ein gutes Dutzend der Jeunes Restaurateurs à la minute servierten (mehr dazu bei den Bildern unten).

Ob nun der Hochküchenstress oder ein großzügige Altersregelung der Grund dafür ist, dass einige der Chefs schon um einiges älter als die maximalen 38 Jahre aussehen – wir wissen es nicht genau. Wir wissen aber bestimmt, dass Alfons Schuhbeck nicht zu den „Jeunes” gehört; da war er trotzdem, schließlich ist er ja hier am Münchner Platzl der Rundumnachbar. Jeunes-Präsident Alexander Herrmann trug es mit Fassung und Presse wie Fernsehen gingen noch mal richtig in Stellung, als der Meister von nebenan lobende Worte zum Buch brummte und zwischendurch seine Köche übers Handy dirigierte. Bayern live.

Und, Frau Wenzel, wann kommt denn das nächste Buch mit den Jeunes? „Gerne jederzeit – nur dieses Jahr möchte ich erst mal ruhigere Weihnachten haben.” Nun, zumindest um ein schönes Geschenk und Ideen fürs Festmenü muss sie sich nicht mehr kümmern.

Vom schönsten härtesten Job der Welt
Vom schönsten härtesten Job der Welt
Vom schönsten härtesten Job der Welt
Vom schönsten härtesten Job der Welt
Vom schönsten härtesten Job der Welt
Anzeige
Anzeige
funnydani
Fonsi ...

... wie Frau Wiener immer zu sagen pflegt, muss seine nase auch in jede Kamera halten ..

aldie
Die Meisterköche/innen !

Es gibt ein altes Sprichwort : Meister ist , der was ersann , Geselle ist, der was kann, Lehrling ist jedermann. Kochen , backen und singen lässt sich nicht erzwingen,  alle können kochen und backen erlernen bis zu einem bestimmten Punkt, aber darüber hinnaus ist es Begabung und zu den Begabten gehört --Schubeck, nicht Wiener.  

Aphrodite
Der Kartoffelbaumkuchen hat was.

Und der Artikel ist witzig geschrieben - der Kommentar von Aldie auch. Ich bin Lehrling und werde heute Abend Bärlauch-Joghurt-Aoli etwas quälen frei nach dem Motto: Kochen kann jeder!

Noch nicht eingeloggt?

Hier könnte dein Kommentar stehen :-)

Login