Warten auf Kathrin Passig: Die Anfänge

Was haben wir uns gefreut, als die Berliner Literatin uns einen Blog über ihre aktuellen Kochlernversuche versprach. Nun warten wir. Und wollen schon mal davon erzählen.

Warten auf Kathrin Passig: Die Anfänge
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küchengötter Redaktion

Am Sonntag hofften wir wieder. Da fand sich eine Erzählung von ihr im Wochenendteil der Süddeutschen Zeitung und darüber ein schönes Bild: ein Esstisch mit einem Goldfischglas darauf, das ebenso leer war wie der Stuhl daneben. Sollte Kathrin Passig in der Küche sein? Fisch kochen? Für uns?

In den Anfängen von Küchengötter.de saß Kathrin Passig einmal in München mit uns am Tisch. Das kam so, weil die Zentrale Intelligenz Agentur uns bei diesem Portal berät und sie dort die Geschäftsführerin ist. Die sie uns ebenso wenig gab (Sascha Lobo war auch da) wie die Grimme- oder Bachmann-Preisträgerin und was sonst in den Klappentexte ihrer Bestseller steht. Sie gab uns nicht mal die Peitsche, sondern strickte mit Freude an Ideen für unser Portal.

Natürlich redeten wir übers Essen und sie erzählte uns, dass sie gerne essen, aber nicht kochen würde. Ja, ja, sagten wir, kennen wir, kriegen wir hin und griffen ein paar Bücher aus dem Regal. Nein, sagte sie, sie hätte ja noch nicht mal eine Küche. Ja wie? Keinen Herd, keine Töpfe, nichts. Wir waren sprachlos – und wurden dann so neugierig wie Deutschland auf ein Eisbärenbaby.

Antiköche kennen und schätzen wir; aber eine Unköchin, die ihren Ofen abhackt, den Schreibtisch an seine Stelle rückt und so ihrem Zuhause ein Zimmer schenkt, das war ratgebertechnisches Neuland. Tatsächlich fehlt im „Lexikon des Unwissens” das Thema Kochen völlig - man weiß eben nur das nicht, was man kennt. In „Das nächste große Ding“geht es immerhin einmal um die Küche, denn die „hat als Repräsentationsraum der Wohnung die gute Stube (…) abgelöst und wird dementsprechend professionell aufgerüstet”. Klar, dass man da in Berlin schon wieder viel weiter ist.

Kathrin Passig deutete aber an, dass sie mal langsam mit dem Kochen anfangen müsse. Und da schreibt sie dann einen Blog bei uns drüber, dachten wir, „Passigs Passivküche” oder so. Als wir das Wochen später auch aussprachen (natürlich nicht den Arbeitstitel), fand sie das gut und wir machten gleich Werbung damit.

Seitdem warten wir. Sehen das Lexikon des Unwissens zum Bestseller werden. Spielen mit ihr bei Tough and Guy mit. Erhalten via Lobo positiv gestimmte Lebenszeichen und einmal eine persönliche Mail, in dem es um die Anschaffung des neuen Herdes geht, schon dieser Text ein kleine Perle, aus der wir aber nicht zitieren wollen – sie hat einen guten Agenten.

Irgendwann kam die Bitte, ihr doch mal den Zugang zu unsrem Blog frei zu schalten. Auweh, dachen wir, und wenn sie jetzt in der Nacht zum Valentinstag einen Text reinstellt? Wie sagt man einer Bachmann-Preisträgerin, dass wir sie wegen „Alles schmeckt so rosarot” erst mal wieder runter nehmen mussten? Das geht gar nicht für Fans wie uns und diese und wir beschlossen, Kathrin Passig ein eigenes Blog zu geben, eine Küchengötter-Wohnküche mit allem Pipapo. Womit wir ihr erstmal ein schönes Fallbeispiel für ihr neuestes Buch (mit Sascha Lobo) schenkten, in dem es darum geht, wie durch Abwarten und Nichtstun alles besser wird (weiß da jemand einen Link?).

Seitdem warten wir wieder. Haben uns in der Essecke ihrer Wohnküche eingestöpselt (das dünnste Notebook der Welt ist hier Standardausstattung), „Katrhin Passig” bei Google Alert eingegeben und werden immer wieder mal berichten, was sich so tut. Und wenn Ihr was hört, könnt ihr es uns gerne schreiben. Und wenn Ihr Kathrin Passig seid, natürlich ganz besonders.

P.S.: In der Süddeutschen ging es um einen exotischen Molch. Brillant, aber nichts für uns hier.

Kathrin Passig
Warten auf den Fortschritt

Es hätte so schön sein können: Ein eigenes Kochblog! Also 1 ganzes Kochblog mehr als alle meine Freunde, obwohl die mehrmals täglich kochen und ich nie! Schnell - im üblichen Sinne von "schon mehrere Monate später" - war der erste Beitrag geschrieben. Es folgte die Suche nach dem Login fürs Küchengötter-Blog, das unauffindbar blieb. Ja, klar, teilte man mir freundlich per Mail mit, das könne man auch gar nicht finden, weil es nicht existiere. Ich möge die Texte doch bitte wie die anderen Küchengötter-Blogger auch als Worddokument plus Fotos an die Redaktion mailen.

An dieser Stelle weinte ich ein bisschen in die Kissen. War es nicht alles unsere Schuld, Sascha Lobos und meine? Hatten wir nicht zu wenig über unseren Tellerrand hinausgeblickt und schlicht versäumt, den Küchengöttern zu erklären, WAS so ein Blog eigentlich ist? Aber jetzt war es zu spät. Nein, eine Umstellung auf "richtige Blogsoftware" sei nicht geplant, die anderen Autoren hätten es sowieso lieber so, denn mit Word könnten sie bereits umgehen. Ich klagte Sascha mein Leid, Sascha sagte "Das geht so nicht, ich sorge dafür, dass du einen richtigen Zugang bekommst." Ausgezeichnet, ich kochte gleich ein erstes Gericht auf meinem neuen 15-Euro-Herd und machte Fotos davon, denn gleich würde es ja losgehen mit dem, nun ja, Sowas-wie-Bloggen.

Das zarte Salatpflänzchen Hoffnung wurde aber gleich wieder zertrampelt, denn der umgehend erteilte Zugang führte direkt ins Herz des Küchengötter-Contentmanagementsystems, und dort gibt es wiederum (alles unsere Schuld! alles!) keine Möglichkeit, einen Beitrag einzustellen, der dann erst später freigeschaltet wird. Ich möge daher doch bitte einfach vor jedem Beitrag mit der Redaktion absprechen, wann ich ihn dort hineinzustellen vorhätte und diesen Plan dann auch präzise einhalten. Ich hege und pflege 2500 unbeantwortete Mails. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass es mir gelingt, mich konsequent an dieses Verfahren zu halten, gegen das es geradezu bequem und naheliegend erscheint, sich mit dem rechten Bein eines Australiers am linken Ohr zu kratzen. Seitdem schweige ich. Auch Sascha Lobo kann nichts mehr für mich tun. Wenn ich ganz still halte, vergessen die Küchengötter vielleicht einfach unsere Abmachung, in so großen Firmen passiert das sicher leicht. Abwarten und Nichtstun ist ganz klar die beste Lösung für fast alle Probleme, jemand müsste da mal ein Buch drüber schreiben.

Sebastian Dickhaut
Warten war eben

Eieiei, wir haben’s schon geahnt und deswegen das ganze Gewurschtel gepackt und auf dem Marktplatz auf die Wäschespinne gehängt, damit ordentlich frische Luft durchbläst. Und siehe da, es entwirrt sich. Natürlich nicht nur zu unseren Gunsten, das war ja klar, aber nun scheint die Sonne wieder durch wie das Licht am Ende des Tunnels. Späteres Freischalten geht jetzt auch (wir haben selbst beim Hausmeister so lange daraufhin gejammert), also immer rein in die Kartoffeln, so lange der Herd noch heiß ist, der erste Beitrag kann hier gleich sofort online gehen. „Warten” war eben. Wir freuen uns doch so drauf…

aldie
Jetzt wundert mich garnichts mehr !

Wie kann jemand überhaupt den Gedanken haben etwas über Kochen oder Backen schreiben zu wollen ohne jemals an einem Ofen oder Herd gestanden zu haben. Das ist unser Problem, wenn Menschen die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben ein geistiges Destillat von sich geben, wir erleben das doch täglich von unseren Politikern und das reicht auch -meine ich -!

kaltmamsell
Das ist doch gerade das Spannende

Jemandem dabei zuzusehen, wie sie das Kochen und Backen neu entdeckt, ist doch das eigentlich Spannende - sonst tun Leute das ja eher in einem Alter, in dem sie nicht lesenswert darüber schreiben können.

Und Sie, aldie, schreiben ja auch, ohne dass Sie die leiseste Ahnung von Kommasetzung haben - ohne dass es substanziell schadet.

Aphrodite
Seltsame Zufälle!

Eine Wohnung ohne Küche, dass muss ich gleich weitererzählen! Obwohl, es soll ja genug Leute mit Küche geben. Man muss sich dann nur einladen lassen. Der Diskurs ist köstlich und etwas hochtrabend. Aber man muss ja einmal obern an der Decke ankommen :)

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