Was ist drin und dran am Wein?

Vier Begriffe, um die nächste Weinparty unbeschadet zu überstehen ...

Was ist drin und dran am Wein?
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küchengötter Redaktion

Sich als Laie bei einem Tasting gut zu schlagen, gelingt genau wie im Kreise eines Fußball-Stammtischs: Mit einigen wenigen Phrasen kommt man unbeschadet durch. Die wichtigsten Begriffe werden hier einmal erläutert.

 

Säure

Sie ist Freud und Leid zugleich beim Wein: Die Säure. Vielen stößt ein knackiger Riesling als etwas unbekömmlich und sauer auf, aber ohne Säure ist der Wein kein Wein! Eigentlich gibt es DIE Säure im Wein nicht, es sind vielmehr viele verschiedene Säuren. Die wichtigsten sind schon in der Traube erhalten: Weinsäure, Apfelsäure und Citronensäure. Allen gemein ist, dass sie dem Wein seine Frische, diese angenehme Spritzigkeit und eine Struktur geben. Säurewerte zu erschmecken, ist dabei sehr schwierig, denn die Säure hat immer einen Konterpart: die Süße! Beide stehen immer in Balance und gleichen sich gegenseitig aus. Wenn die beiden ausgewogen sind, macht das Trinken richtig Spaß.

 

Süße

Oft wird sie auch als Restsüße bezeichnet. Warum eigentlich? Ganz einfach. Der in den Beeren enthaltene Zucker wird bei der Gärung in Alkohol umgewandelt (wir erinnern uns vielleicht an unsere Schulzeit-Chemiekenntnisse). Als Restsüße verbleibt, was nicht zu Alkohol wurde. Anders gesagt: Trockene Weine haben in der Regel mehr Alkohol als restsüße Weine, da weniger Zucker umgewandelt wurde. Was überbleibt, ist grundsätzlich Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker). Klingt doch gesund! Trotzdem glauben viele, sie seien der Grund für schlimme Kater-Kopfschmerzen. Nein, alles längst widerlegt! Es gibt keinen Grund, dem süßen Wein nicht genau so zuzusprechen wie dem trockenen. Generell steht fast jedem Wein etwas Süße, sonst stünde die Säure ohne Ausgleich da.

 

Alkohol

Ach ja, der Alkohol. Als einziges Lebewesen, das ihn verwerten kann, hat der Mensch ihn in seinen Jahrtausenden des gemeinsamen Weges lieb und teuer gewonnen. Die Liste der Vorteile eines gesunden Dursts ist lang, die Gefahren aber natürlich nicht zu verachten. Wie eben erwähnt wird im Keller der Winzer auf magische Weise der Zucker der Früchte zu Alkohol. Und der macht uns nicht nur fröhlich und gesellig, sondern gibt uns auch schnell zu verwertende Kalorien! Ein riesiger Vorteil in früheren Zeiten, wo man die Extra-Energie bei harter körperlicher Arbeit gut gebrauchen konnte. Außerdem fungiert Alkohol als Geschmacksträger und führt in geringen Dosen dazu, dass wir Eindrücke intensiver wahrnehmen – auch Geschmäcker! Alkohol lässt uns unser Essen also intensiver schmecken.

 

Phenole

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Oder eher der Weißwein vom Rotwein. Phenole – unter ihnen ist auch das bekannte Tannin - machen den großen Unterschied zwischen den beiden Weinarten aus. Sie beeinflussen Farbe, Geruch, Geschmack und die Textur eines Weines. Diese Bestandteile des Trinkvergnügens sitzen zum großen Teil in der Schale der Trauben, in ihren Kernen und Stilen. Da der für Weißwein gewonnene Saft in der Regel wenig Zeit zusammen mit diesen Komponenten verbringt und sofort abgepresst wird, lösen sich nur wenige Phenole. Beim Rotwein hingegen bleibt die Maische, also der recht unappetitlich aussehende Mix aus Schalen, Stilen, Fruchtfleisch und Saft, lange unangetastet stehen, um die dunkle Farbe und eben die Phenole nach und nach zu lösen und zu extrahieren. So wird der Saft rot, schmeckt dann etwas bitterer und bekommt das geliebte, austrocknende Gefühl im Mund. Phenole sind übrigens auch das Geheimnis hinter der medizinischen Wirkung eines Gläschen Rotweins: Sie scheinen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf zu haben.

 

Gewappnet für die nächste Weinprobe? Dann rein ins Vergnügen!

 

Unsere Gastkolumnistin Lisa Steffens liebt als Kind der Mosel den Riesling und ist Wein-Redakteurin im Wine in Black-Onlineshop. Große Namen oder Tropfen, die nicht in jeder Bestseller-Liste stehen - Wine in Black bedient mit seinem wechselnden Sortiment feinster Weine und Champagner alle Genres und Geschmäcker.

 

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Und jetzt suchen wir uns einen Duden, ...

... und schauen mal unter St nach, damit wir beim nächsten Mal nicht mehr von "Stilen" schreiben, wenn wir "Stiele" meinen ;-)

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