Weine aus naturnahem Anbau

Was verbirgt sich dahinter? Was heißt biologischer Weinanbau konkret? Wie erkenne ich solche Weine?

Weine aus naturnahem Anbau
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küchengötter Redaktion

Naturnaher Anbau, was bedeutet das übersetzt? Der biologische oder auch ökologische Weinbau entwickelte sich in den 60er Jahren, seit 1991 gibt es einheitliche Richtlinien der EU und das bekannte, dazugehörende Siegel. Zusätzlich gibt es mittlerweile viele andere Organisationen mit verschiedenen Siegeln. Das Ziel eines biologisch bewirtschafteten Weinbergs ist allerdings bei allen gleich: Ein gesundes Ökosystem!

 

Der Weinberg ist an sich eine Monokultur und Monokulturen tun der Bodenfruchtbarkeit niemals gut. Darum bemühen sich viele Winzer um ein intaktes Ökosystem in ihren Parzellen. Kurz gesagt: Der Weinberg soll leben. Das heißt im Detail, dass man die biologische Vielfalt fördert, also andere Pflanzen um die Reben herum gerne gesehen sind. Es darf wachsen und krabbeln rund um den Wein. Stickstoffdünger, Herbizide (zur Bekämpfung von Unkraut), Insektizide oder Fungizide (zur Bekämpfung von Pilzen) sind tabu, schließlich sollen die Weinberge ohne viel Eingreifen gesund bleiben. Die Natur darf sich selbst regulieren und wird dadurch stärker.

 

Die wichtigsten Siegel neben der EU-Zertifizierung sind hier ECOVIN, Naturland, ECOCERT oder Demeter. Das Demeter-Siegel dürfen übrigens auch biologisch-dynamisch produzierte Weine tragen. Was das ist?

 

Der biologisch-dynamische Anbau ist eine Weiterentwicklung des ökologischen, der auf den Anthroposophen Rudolf Steiner zurückgeht. Der gesamte Betrieb wird hier als ein individueller Organismus angesehen, die Einschränkungen sind vielfältig. Es dürfen zum Beispiel nur Mittel im Weinberg verwendet werden, die aus bio-dynamischen Betrieben stammen beziehungsweise auf dem Weingut selbst produziert wurden, wie Rinderdung. Die Biodynamik wird oft für ihren spirituellen Einschlag kritisiert, so geht es in Steiners Ausführungen darum, sich kosmische Kräfte zu Nutze zu machen. Nachgewiesen ist jedoch, dass die Fruchtbarkeit der bio-dynamisch bewirtschafteten Böden deutlich höher ist, als die von konventionell oder biologisch gepflegten Flächen. Die Artenvielfalt und die Menge an Mikroorganismen in Böden, die von konventioneller auf bio-dynamische Bewirtschaftung umgestellt werden, steigen innerhalb kürzester Zeit deutlich an. Der Boden wird gesünder!

 

Bei beiden Anbau-Methoden ist viel Handarbeit im Spiel, die Arbeit ist um einiges aufwendiger als bei konventionell arbeitenden Winzern. Aber dadurch kommt der Wein von gesunden Reben und schmeckt ganz eigen und charakterstark nach seiner Herkunft.

 

Rotweintalent Claus Preisinger ist einer der jungen, innovativen Winzer im deutschsprachigen Raum, die auf die biodynamische Bewirtschaftung ihrer Weinstöcke umgestellt haben. Sein 2011er Wein „Blaufränkisch“ (nach der gleichnamigen Rebsorte, die in Deutschland auch als Lemberger bekannt ist) wird vom Winzer selbst als Jahrhundertjahrgang gepriesen. Der kräftige Rote aus dem österreichischen Burgenland verkörpert die Charakterfülle, die Weinen aus naturnahem Anbau oft so eigen ist. Ein Duft würziger Beerennoten (vor allem Heidel-, Blau- und Brombeere) vermischt sich mit Waldboden- und Pfefferaromen. Dies schlägt sich im Geschmack nieder, der von der pikanten Säure und ausgeprägten Struktur des „Blaufränkisch“ profitiert. Ein perfekter Wein zu dunklem, kräftig gewürzten Fleisch – wie gemacht für winterliche Festbraten.

 

Unsere Gastkolumnistin Lisa Steffens liebt als Kind der Mosel den Riesling und ist Wein-Redakteurin im Wine in Black-Onlineshop. Große Namen oder Tropfen, die nicht in jeder Bestseller-Liste stehen - Wine in Black bedient mit seinem wechselnden Sortiment feinster Weine und Champagner alle Genres und Geschmäcker.

 

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Aphrodite
Wer sucht, der findet.

Ich kann mir nicht helfen. Ich finde die Texte zu werblich geschrieben. Wein trinken in Superlativen. Aber dafür habe ich etwas anderes entdeckt. Ein Blog mit Tipps. Und hier geht's dann schon etwas lebhafter zu.

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