Wie entsteht ein Rezept? - Teil 2

Lohnt sich das Warten auf eine göttliche Eingabe am Schreibtisch? Oder ist die Küche der Ort der kulinarischen Schöpfung? Nicole Stich und Sebastian Dickhaut im Verhör.

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küchengötter Redaktion

An welchen Rezepten die Küchengötter und GU-Erfolgsautoren gerade basteln, verrieten Nicole Stich und Sebastian Dickhaut im ersten Teil des 5-teiligen Interviews. Und hier kommt Frage 2:

 

"Das hört sich ein bisschen so an als würde sich Sebastian seine Rezepte am Schreibtisch ausdenken, wohingegen Nicky mit einem Bleistift hinterm Ohr in der Küche an ihren Rezepten herum tüftelt. Stimmt das?"

 

Nicky: Ich denke, jeder der sich professionell mit dem Schreiben von Rezepten beschäftigt, hat da seinen eigenen Weg. Sicher kann ich mir im Kopf das ein oder andere Rezept zusammenbasteln, aber meine Neugierde ist meistens so groß, dass ich es unbedingt gleich ausprobieren will. Außerdem kommen mir in der Küche einfach die besten Ideen, ich stolpere über Zutaten oder Gewürze, an die ich vielleicht nicht gedacht habe. Was zum Stichpunkte mitschreiben liegt aber immer in Reichweite, denn nichts ist schlimmer als ein fantastisches Gericht, das man nicht mehr nachkochen kann!



Sebastian: Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich nach der Auswahl der Rezepte erst mal am Schreibtisch sitzen bleibe. Dann steht da „Tomatensalat” auf dem Zettel. Jetzt überlege ich mir, was da dran muss. Tomaten, klar. Aber welche? Große, kleine, knubbelige, rote, gelbe, grüne? Nehmen wir mal Kirschtomaten. Und die schneide ich in Viertel, damit man noch was zwischen den Zähnen hat und schmeckt, so wie bei Asia-Salaten. Hm, dann vielleicht mit Limette säuern? Ja, warum nicht. Und zwar auch mit ein bisschen Schale. Fein geriebener Ingwer käme auch gut. Und Schärfe natürlich. Chili? Nö, das ist mir dann zu sehr in eine Richtung. Lieber viel grober schwarzer Pfeffer. Salz? Fischsauce ginge auch. Und einen ordentlichen braunen Zucker. Jetzt noch Kräuter. Basilikum geht natürlich immer, Koriander auch - aber das ist wie mit dem Chili. Vielleicht einfach Schnittlauch? Minze? Oder Dill? Ich schreibe mal alles hin. Öl? Braucht es hier nicht, ist ja Asia. Dann wird eingekauft und ausprobiert, und abgesehen von der Kräuterfrage werden es vor allem die Zahlen für die Mengen und Zeiten (bei warmen Gerichten auch die Stärke der Hitze) sein, die sich ändern.

 

Schon bald geht's weiter mit...

Frage 3: Und wenn Eure Kreationen zu Papier gebracht sind, wo wandern sie dann hin? Gibt es jemanden, der für Euch testkocht oder Probe isst?

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