Wie entsteht ein Rezept? - Teil 4

Gucken professionelle Kochbuchautoren Kochshows oder haben sie gar kulinarische Musen? Das verraten Nicole Stich und Sebastian Dickhaut jetzt im Interview.

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küchengötter Redaktion

An welchen Rezepten die Küchengötter und GU-Erfolgsautoren gerade basteln und wer das Ganze testisst, verrieten Nicole Stich und Sebastian Dickhaut bereits im ersten, zweiten und dritten Teil des 5-teiligen Interviews. Und hier kommt Frage 4:

Habt Ihr eine kulinarische Muse, guckt Ihr Kochshows oder blättert Ihr unentwegt in den neuesten Kochbüchern dieser Welt? Liebe Nicky, lieber Sebastian, wer oder was inspiriert Euch zu neuen Rezepten?


Nicky: Einfach alles kann Inspiration sein! Die Ratatouille-Suppe im Restaurant, eine Freundin, die von einem tollen Limettenkuchen schwärmt oder natürlich eine Kochshow, ein Kochbuch/Magazin oder nicht zuletzt das Internet mit all seinen Facetten. Was auch immer meine Aufmerksamkeit erregt, wandert als Notiz in ein kleines Büchlein - so kann ich sicher sein, dass mir die Ideen bestimmt nie ausgehen. Trotzdem sind Kochbücher und Magazine, vor allem aus dem Ausland, meine heimliche Leidenschaft und füllen mittlerweile eine beachtliche Anzahl Regale. Praktischerweise kann ich so gut wie nie ein Rezept 1:1 nachkochen, ich wandle es immer nach meinen eigenen Vorlieben oder meinem aktuellen Kühlschrankinhalt um und es entsteht wieder etwas Neues.

 

Manchmal reicht auch nur eine stimmungsvolle Food-Fotografie mit einer ungewöhnlichen Zutaten-Kombi, die mich nicht mehr loslässt. Oder ich entdecke plötzlich eine bestimmte Zutat oder Zubereitungsart neu für mich und möchte verschiedene Variationen testen, die mir oft spontan beim Kochen einfallen, dann muss mein Freund sich schon mal eine Woche lang mit Gnocchi oder Safrangerichten begnügen. Auch das Einkaufen an sich inspiriert: Wenn mich beim Obsthändler die ersten richtig reifen Pfirsiche anlachen, dann muss ich einfach zugreifen und werde bestimmt den ganzen Heimweg lang überlegen, was ich damit machen könnte...


Sebastian: Vorbildlich, das mit dem Notizbuch, Nicky. Ich muss gestehen, dass ich immer autistischer werde und die eigene Branche inzwischen als Inspiration immer mehr ignoriere, also Kochbücher, -sendungen, -zeitschriften und -webseiten. Und wenn ich in ein Lokal gehe und ein interessantes Gericht entdecke - dann gehe ich einfach wieder da hin, um es zu essen statt es zu Hause nachzukochen. Außer ich kann es für einen Auftrag gebrauchen.

Man kann es Bequemlichkeit, Basic cooking oder die nächste Zen-Stufe nennen - aber meine Inspiration finde ich entweder beim Einkaufen oder beim Durchforsten von Kühlschränken bzw. bei der Kombi von beidem, was ich dann mit der üblichen Handvoll Grundgerichte kreuze, die sich in jedem Haushalt über die Jahre ansammeln.

Am Wochenende wollte ich zum Beispiel frittierte Auberginen mit rotem Zwiebel-Confit und Ziegenkäse machen, ein Standard-Rezept aus meinem Australien-Kochbuch, das ich einem lieben Menschen endlich mal servieren wollte. Dann habe ich den Käse vergessen, dafür ein tolles Currypulver gekauft und Staudensellerie im Kühlschrank gefunden - nun gab es ein Curry mit Auberginen, roten Zwiebeln, Sellerie und Joghurt. War toll.



Schon bald geht's weiter mit...
Frage 5: Liebe Nicky, lieber Sebastian, was kocht Ihr, wenn Ihr kochen wollt, aber nicht wisst, was Ihr kochen sollt?

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