Wie entsteht ein Rezept? - Teil 5

Was kochen Kochbuchautoren, wenn sie kochen wollen, aber nicht wissen, was sie kochen sollen? Das beantworten Nicky Stich und Sebastian Dickhaut jetzt im Interview.

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Maike Damm

An welchen Rezepten die Küchengötter und GU-Erfolgsautoren gerade basteln und wer das Ganze testisst, verrieten Nicole Stich und Sebastian Dickhaut bereits im ersten, zweiten , dritten und vierten Teil des 5-teiligen Interviews. Und hier die vorerst letzte Frage 5:

 

"Was kocht Ihr, wenn Ihr kochen wollt, aber nicht wisst, was Ihr kochen sollt?"

 

Sebastian (Anm. d. Red.: der in diesem Fall zum ersten Mal schneller antwortet als Nicky): Vor dem „kochen wollen” kommt für mich fast immer „essen wollen”. Erst ist da die Lust, am Tisch zu sitzen und dies und das zu essen - die Lust in der Küche zu stehen, kommt da frühestens bei der Planung und spätestens in der Küche selbst. Daher weiß ich im Zustand des Kochenwollens meistens schon, was ich kochen werde. Ommmmm.


Wenn ich jetzt was essen will und mir was kochen soll und nicht so recht weiß was, läuft entweder die nach der letzten Frage beschriebene Einkauf-Kühlschrank-Nummer oder ich mach ein Immer-da-Basic mit Kohlehydraten - Rührei mit angerösteten Brotwürfeln und Schnittlauch drin zum Beispiel oder Käsepfannkuchen oder irgendeinen Toast. Und wenn gar nix mehr hilft, ich mich kaum regen kann, aber sowohl gutes Essen als auch den Kochprozess brauche: Misosuppe aus der Tüte und gedämpften Reis aus dem Kocher. Amen.


Nicky: Dieser Fall kommt eigentlich recht häufig vor. Meist bin ich dann grade auch noch nicht so richtig hungrig, hab aber eben Lust, mich in die Küche und an den Herd zu stellen. Üblicherweise scanne ich zuerst unsere Vorräte, blättere durch ein paar Kochbücher oder meine "To Cook"-Liste und schon kristallisiert sich eine Idee raus. Oder ich greife auf eins meiner Lieblingsstandards zurück, etwa eine besonders scharfe Penne all'arrabbiata, ein Curry oder was Selbstgebackenes - Kuchen, Brot, Kekse oder Cracker - gehen immer. Und wenn mir dafür die Zutaten fehlen, das hat mich noch nie abgehalten, die meisten Sachen bekomme ich sogar ganz bequem in der unmittelbaren Nachbarschaft.


Wichtig für mich ist, nach dem Lust-Prinzip zu kochen, also etwas auszuwählen, was ich grade auch gerne zubereiten möchte. Ein Grund, warum ich Profi-Köche bewundere: auf Knopfdruck ein gewünschtes Gericht zuzubereiten - egal ob sie grade Lust auf Fisch schuppen oder Rosenkohl putzen haben oder nicht, Profis eben. Wenn ich aber nicht ganz mit dem Herzen oder dem Kopf dabei bin, dann geht schon eher mal was daneben... ;)

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