Wir lassen die Korken zischen!

Mit Schampus oder Asti ins Neue Jahr? Küchengötter-Sommelière Hande liefert prickelnde Tipps für das passende Getränk - und wie man es richtig genießt.

Wir lassen die Korken zischen!
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Hande Leimer

Zu Silvester muss es krachen – zumindest bei den Getränken. Absoluter Favorit beim mitternächtlichen Anstoßen ist dabei alles, was perlt und schäumt. Um bei der richtigen Wahl zu helfen, habe ich hier eine kleine Auswahl zusammengestellt – wie immer mit den passenden Internet-Links. Und am Ende verrate ich Euch, warum es bei guten Tropfen besser zischen als krachen sollte.

Der Kaiser der Schaumweine: Champagner

Diesen Titel darf nur tragen, was aus der Champagne in Frankreich kommt und seine Perlen dort nach der ersten Gärung im Fass oder Tank durch die zweite Gärung in der Flasche bekommt – in Frankreich „Méthode Champenoise” genannt. Champagner unterliegt strengen Vorschriften bei der arbeitsintensiven Herstellung, was seine hohen Preise meist rechtfertigt. Gut gemacht ist er wirklich das Beste, was man an Schaumwein trinken kann - voller Fruchtaromen und angenehm „hefig”, dazu mit feinen stetigen Perlen im Glas, was dieses einmalig samtige Gefühl im Mund entstehen lässt. Ein „Blanc de Blancs“ ist nur aus Chardonnay-Trauben, ein „Blanc de Noirs“ nur aus Trauben der Sorte Pinot Noir (Spätburgunder) und/oder Pinot Meunier (Schwarzriesling). Alles mit „Brut“ im Namen ist besonders trocken und fein. Und wenn man eine Magnum (enthält 1,5 l) bekommt und das Geld wie die Gäste dafür hat - zugreifen. In großen Flaschen reift Champagner nämlich noch besser.

Meine Champagner-Empfehlungen:

Champagne de Sousa & Fils, Brut Tradition: Klein aber fein – ein sehr guter Champagner für den preisgünstigen Einstieg. Elegant, schlank, mit Zitrusfrucht-Aromen und sahniger Struktur. Bei 1855.com für ca. € 23.

Champagne Bollinger, Special Cuvée Brut: Eine große Marke, aber keine Einheits-Massenware. Weinig, trocken, mit gerösteten Brot- und Brioche Aromen. Bei hawesko.de für ca. € 39.

Champagne Duval-Leroy, Rosé de Saignée Brut: Dieses Weingut ist berühmt für ihre Rose-Champagner. Sehr fruchtig und ein vielseitiger Essensbegleiter. Bei 1855.de für ca. €40.

Champagne Larmandier-Bernier, Brut Tradition Premier Cru: Am Anfang mineralisch, dann buttrig, mit wunderbaren Apfel Aromen. Nicht sehr komplex, aber er macht sehr viel Spaß. Bei wein-kreis.de für ca. € 29.

Die König der „Méthode traditionnelle”

Auch in anderen Gebieten wird die „Methode champenoise” so streng wie in der Champagne angwendet – nur darf sie dann bloß „Methode traditionelle” bzw. Flaschengärung heißen und die Produkte tragen auch andere Namen: Französische Cremant (oder Vin Mousseux), spanische Cava, italienische Franciacorta sind immer flaschenvergorene Schaumweine, italienische Spumante und deutscher Winzersekt manchmal (auf dem Etikett nach „traditionelle klassische Flaschengärung suchen). Die Traubensorten sind ebenfalls reglementiert, oft aber andere als in der Champagne, was zu Geschmacksunterschieden führt. In dieser Kategorie lassen sich echte Alternativen zum Champagner für (meist) erträglichere Preise finden.

Meine Empfehlungen für Schaumweine aus Flaschengärung:

Antinori, Montenisa Brut Franciacorta (Italien): Fruchtaromen nach weißen Pfirsichen und Äpfel, mit wunderbarer Tiefe. Bei belvini.de für ca. € 22.

Sieur d’Arques, Grande Cuvée 1531, Crémant Brut de Limoux (Frankreich): Honig und weiße Blüten, frisch und mit angenehmer Säure, einer der besten Schaumweine Frankreichs für einen super Preis. Bei terra-vinum.de für ca. € 12.

Weingut Wageck-Pfaffmann, Chardonnay Sekt Brut 2005 (Deutschland): Elegant, cremig, sehr Champagner-ähnlich, für einen unschlagbaren Preis. Bei wageck-pfaffmann.de für ca. € 9.

Carpenè Malvolti, Cuvee Brut Prosecco (Italien): Typische strohgelbe Farbe, leicht, trocken aber saftig. Bei ruuweine.de für ca. € 10.

Masia Vallformosa, Cava Vallformosa Extra Secco (Spanien): Weich, fruchtig, mit Restsüße. Bei rindchen.de für ca. € 7,5.

Die Prinzen aus der Tankgärung

Bei diesem Verfahren erfolgt die zweite Gärung in einem Drucktank statt in der Flasche. Sekt und „Prosecco” (was eigentlich nur eine Traubensorte aus dem Veneto ist) entstehen meistens so. Es gibt in dieser Kategorie durchaus Weine, die auf schönen sauberen Grundweinen basieren und für wenig Geld ziemlich viel Spaß bieten. Außerdem gibt es Schaumweine, die ihre Perlen gleich in der ersten Gärung oder durch Zusatz von Kohlensäure erhalten - da reicht das Spektrum vom Landadel (Braida, Moscato d’Asti Vigna senza nome 2007 bei garibaldi.de für ca. €7,50 oder Riesling Secco Blanco 2006 bei holz-weisbrodt.de für ca. €4) bis zum Raubrittertum. Die Perlen in diesen Weinen sind kaum feiner als bei einer Cola. Trinken Sie sie nur, wenn Ihnen feines Perlen egal ist und Ihnen die Grundweine, die meist süß sind, schmecken.

Empfehlungen für Schaumwein mit zweiter Tankgärung:

Collavini, Ribolla Gialla Brut Millesimato Vino Spumante di Qualitá 2002: Ein wunderbares Beispiel dafür, dass auch Tankgärung geniale Weine hervorbringen kann. Fruchtig, aber mit guter Struktur, dabei seidig und voller Geschmack. Bei sangiovese-und-co.de für ca. €25.

Villa Sandi, Prosecco Spumante: Fängt an leicht und hefig wie ein Champagner, hat aber die typischen Prosecco Aromen von Apfel, Orange und Akazienblüten. Langer, fruchtiger Abgang. Bei sektparadies.de für ca. € 10.

Kaiserstühler Winzerverein, Herrenberg extra trocken 2004: Ein wunderbar frischer Sekt aus Grauer Burgunder. Bei winzerverein-oberrotweil.de für ca. € 7.

Richtig lagern, öffnen und trinken

Alle Schaumweine sind voll ausgereift und daher nicht zum Lagern gedacht – 1-2 Jahre sind meist das Maximum, höchstens ein Jahrgangs-Champagner (Jahr ist auf dem Etikett genannt) kann bei konstanter Temperatur zwischen 10° - 15° C und im Dunkeln bis zu 10 Jahre gelagert werden – generell werden Schaumweine nicht besser mit den Jahren.

Statt mit lautem „plopp“ werden sie am besten, mit einem leichten Zischen geöffnet, bei dem nur wenig Kohlensäure verloren geht. Hierfür den Korken festhalten und nur die leicht geneigte Flasche drehen, was meist leichter geht. Die Aromen kommen am Besten zur Geltung, wenn der Wein gut gekühlt (8°-10° C) aus tulpenförmigen Gläsern getrunken wird. Falls was übrig bleibt: Unbedingt mit einem speziellen (aber ruhig günstigen) Sekt-Verschluß verschließen – weder der berühmte eingsteckte Silberlöffel noch Vakuumverschlüsse halten die Perlen im Schaumwein.

Viel Spaß und Genuss beim Feiern sowie einen exzellenten Start ins Neue Jahr wünschen Euch

Die Küchengötter

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