Wünsch' Dir was: Der schnellste, einfachste, blättrigste Quicheteig

Ein Quicheteig, so luftig wie Blätterteig, aber im Handumdrehen gezaubert? Mit nur vier Zutaten, die man sowieso fast immer im Haus hat? Und ob das geht!

Wünsch' Dir was: Der schnellste, einfachste, blättrigste Quicheteig
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Kommentare
Nicole Stich

Oh ja, ich weiß, mit dieser vollmundigen Überschrift lehne ich mich gewaltig aus dem Fenster. Wahrscheinlich haben etliche der Küchengötter-Bäckerinnen und Bäcker schon ein Teigrezept, auf das sie schwören und welches sie ohne zu zögern als „das beste Rezept“ bezeichnen würden und natürlich sind Geschmäcker verschieden. Trotzdem habe ich seitdem ich diesen Teig zum ersten Mal für eine Quiche verwendet habe, kein anderes Rezept mehr angeschaut.


Ursprünglich stammt das Rezept von meiner Freundin Kristin, die ihn tagtäglich für die Gemüse-Quiche in ihrer Cafebar zubereitet. Damit ist der Stempel „einfach und schnell“ schon mal gewährleistet, Kristin hat nämlich eine Abneigung gegen Rezepte, die sich nicht quasi nebenher zu ihrem regulären Cafebar-Betrieb zubereiten lassen. Sie schwört sogar darauf, diesen Teig nicht einmal auszurollen, sondern nur bröselig zu kneten und dann beherzt in die gebutterte Form zu drücken. Aber das darf gerne jeder so halten, wie er möchte.


Mein Lieblingsteig ist ein schlichter Quark-Mürbteig, dessen vier Zutaten man fast immer zuhause hat und der sich sowohl mit den Knethaken der Küchenmaschine als auch mit den bloßen Händen zubereiten läßt. Zwei Punkte sind dabei unerläßlich: Die Butter muss möglichst kalt sein und der Teig sollte nicht mehr als unbedingt nötig geknetet werden. Sieht man noch kleine Butterflecken, dann ist das gewünscht, genau daraus entsteht beim Backen die luftig-blättrige Konsistenz (das in der Butter enthaltene Wasser verdunstet und bläht den Teig auf). Nun weiß jeder, der schon einmal einen echten Blätterteig von Hand gemacht hat, dass dieser um einiges mehr Arbeitsschritte erfordert, gleichmäßiges Tourenschlagen gewährleistet hier die blättrige Konsistenz. Ich kann es zwar nicht wirklich wissenschaftlich erklären, warum ich mit Kristins Rezept und deutlich weniger Aufwand einen annähernd ebenso blättrigen Teig hinbekomme, aber man muss auch nicht alles erklären können, oder?


Dadurch, dass sich dieser Teig auch ganz wunderbar für einige Tage im Kühlschrank hält, bereite ich ihn gerne auf Vorrat zu – mein Quiche-Repertoire ist seitdem nicht unerheblich gewachsen. Von der klassischen Quiche Lorraine zu Spinat-Feta, Apfel-Speck-Gorgonzola oder Alles-was-der-Kühlschrank hergibt, die Ergebnisse waren noch immer zum Fingerabschlecken. Und wer sich extra Mühe machen möchte, der formt kleine Mini-Quiches in Muffinsförmchen oder extra kleinen Fingerfood-Quicheformen, darin wird der Teig sogar besonders schön knusprig.


Zwei kleine Tipps noch zum Schluß:
Wer Angst hat, dass die Füllung „durchsuppt“, der streut zwei, drei Löffel Semmelbrösel auf den ungebackenen Boden (ich backe diesen Boden übrigens nie blind) und gibt dann die Füllung (Gemüse und Guß) darüber, bevor die Quiche in den Ofen wandert.
Anstatt die Butter mit dem Messer zu würfeln, reibe ich die wirklich eiskalte Butter gerne mit einer groben Gemüsereibe, dass geht schnell und läßt sie danach besonders leicht in den Teig einarbeiten.


Viel Spaß beim Nachbacken, ich bin neugierig, wie Eure Lieblings-Quiche-Füllungen aussehen! Und nochmal ein Merci an Küchengöttin Aphrodite, die mich auf die Idee gebracht hat, über dieses Rezept zu schreiben.

 

Zum Rezept geht es hier lang.

 

Aphrodite
Was soll ich sagen!

Kann mich Eliza nur anschließen: Fein! Hört sich spannend an. Kein Kneten und Falten, nur Krümeln und die Butter reiben - da bin ich schon sehr gespannt auf den Effekt. Die Muffinform sieht wirklich schick aus! Und erst die Mini-Quiches! Ich bin am Wochenende auch dabei!

Maike Damm
Und wiiieee lecker das klingt!

Teig krümeln, Butter reiben, Semmelbrösel streuen gegen Durchsuppen - Liebe Nicky, das klingt nach einer Traum-Quiche im Handumdrehen und damit ganz nach meinem Geschmack! Mal sehen, ob ich Dienstagskocherin Bine in der kommenden Woche dazu kriege, eine Variante mit Spinat und Feta zu zaubern...Vielleicht mache ich aber auch schon mal einen kleinen Single-Testlauf am Wochenende? Wie auch immer, ich freu mich drauf!

Rinquinquin
das liest sich aber gut!

Für mich Teig- und Backungeübte eine sehr interessante Anleitung. Ich habe das Rezept auf jeden Fall mal gespeichert, weil ich in der nächsten Zeit durch Instandhaltungsarbeiten ausfallen werde. 

Aphrodite
Apfel, Thymian und Pancetta....

Ich glaube ich versuche diese Füllung. Hört sich so grandios rund an. Bei einem Brunch hatte ich mal Rührei mit Thymian und war begeistert. Der Apfel tut sein übriges dazu. Heute mache ich mir einen gemütlichen Abend nach diesem unbeständigen November-Wetter! Reste friere ich ein.

 

Und wenn Maike am Dienstag nicht umhin kann, den Blätterteig auszuprobieren, backe ich die kleinen Dinger noch mal auf. So was nennt sich dann entspanntes Kochen :)

katha
topfenmürbteig

komme gerade via lamiacucina hierher, weil ich dort gelesen habe, dass nicky einen quarkquicheteig (was für ein wort!) gemacht hat. das ist ja verrückt, wir diskutieren bei lamiacucina und im besonderen bei entegutallesgut gerade über die feinheiten dieses teiges.

und das mit der reibe mache ich seit 20 jahren so. sehr lustig, ich dachte, das hätte ich erfunden ;-) (oder habe ich's vielleicht sogar schon so gelernt? kann mich nicht erinnern)

dieses rezept hier mit dem erhöhten mehlanteil werde ich auch mal probieren, der ist vielleicht ein bisserl stabiler als meiner mit gleichen teilen.

Neu erfinden

lassen sich weder das Kochen noch das Backen, das steht einfach fest.

 

Wie soll man Deinen Kommentar verstehen, Katha? Der Foodblogger-Sprache mit ihren ganz speziellen Feinheiten bin ich nämlich nicht mächtig. Fehlt es an der vielleicht Deiner Meinung nach nötigen Quellenangabe wegen der kalt geriebenen Butter?

 

Ich frage mich auch manchmal, ob es Patente dafür gibt, wie man ein ganz persönliches Kochverfahren oder ein selbst kreiertes Rezept schützen lassen kann, das dann kein Anderer mehr als seines ausgeben darf. Die Lösung ist eigentlich sehr einfach, man bringt es nämlich nicht unter die Leute, sprich, man veröffentlicht es nicht. Dann bleibt es auch das Eigene.

 

Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung ist alles auch ganz einfach öffentlich, so sehe ich das. Der Quellenhinweis für Anwender mit Weiterentwickluns-Ideen sollte absolute Ehrensache sein.

Aphrodite
Oh, ich möchte auch mit diskutieren.

@Eliza, das war ein schönes Wort zum Dienstag. Patente auf Butterreiben! Ich habe es ausprobiert. Alles andere ist wirklich eine Quälerei. Ich dachte erst, mir zerklebt die ganze Reibe. Ich nehme jetzt nur noch eine Reibe und bin sehr dankbar für den Tipp!!! Und ins Cafe Solo gehe ich auch bestimmt einmal. Und die Diskussion hier hat Jeanne angestoßen. Und ich hatte auch mal vor 20 Jahren einen Quark-Blätterteig gemacht und bin durch Sparrow, Nicole und Sebastian Dickhaut weiter gekommen: Ich krümmel und falte. Und ob es nun am erhöhten Mehlanteil liegt: Einfach, genial, lecker!

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