Wünsch‘ Dir was – Florentiner mit Cranberries

Florentiner sind vielleicht nicht die allereinfachsten Weihnachtsplätzchen, aber wenn man den Bogen erstmal raus hat, dann muß man die Keksdose besonders gut verstecken.

Wünsch‘ Dir was – Florentiner mit Cranberries
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Nicole Stich

Das Dezember-Rezept musste natürlich ein weihnachtliches sein, so viel war klar. Als ich mehr laut denn überlegt gegenüber Maike von Florentinern sprach, wurde mir die Entscheidung schnell abgenommen: „Au ja, Florentiner sind eine tolle Idee!“ Dumm nur, dass ich bisherigen Florentiner-Backversuche nie so hundertprozentig meinen Vorstellungen entsprochen hatten.  Eine Florentiner-Versuchsreihe schien angebracht.

Ausgerüstet mit einem Arm voll Tüten gefüllt mit gehobelten Mandeln hatte ich kurzerhand meine Mittagspause zum Versuchsauftakt auserkoren und versuchte Ordnung in meine bisherigen Florentiner-Rezept-Notizen zu bringen. Verglich meine Notizen mit gängigen Rezepten aus Grundbackbüchern und hatte schon kurz darauf das Gefühl, als wären meine noch dunkel im Gedächtnis verwobenen schlechten Erinnerungen totaler Humbug. Nie passiert. Das klang doch alles so schön einfach! Wahrscheinlich hatte ich bei meinen früheren Versuchen einfach bei der Zubereitung geschlampt. Sprach’s und rührte die Mandelmasse zusammen. Um es gleich vorwegzunehmen: Es passierte genau das, was mir noch in so schlechter Erinnerung war – die Masse zerlief viel zu stark und die Ränder bräunten zu schnell. Ein deprimierender Versuchsauftakt. Wobei… geschmacklich waren sie gar nicht ohne.

Also überlegte ich, was mir wichtig war und wie ich meine Traumvorstellung von einem Florentiner wohl am besten erreichen konnte. Erster Handlungsschritt: Ich hasse Belegkirschen. Schon das Wort. Orangeat, Zitronat? Noch schlimmer. Aber so ganz ohne Frucht? Der Zufall stand mir Pate und der Inhalt einer angebrochene Cranberrytüte leistete gute Dienst. Gehackte Pistazien waren noch vom Spritzgebäck übrig, also ebenfalls rein damit. Ich variierte die Butter- und Honigmenge, spielte mit der Temperatur, aber auch diesmal war ich noch nicht zufrieden mit dem Bild, das sich mir nach dem Backen auf dem Blech bot.  Den häufig zitierte Tipp, die zerlaufenen Florentiner direkt nach dem Backen mit einer runden Plätzchenform oder einem gefetteten Glas in Form zu bringen, halte ich für wenig praktikabel, die Ränder kleben fest oder reißen ein.  Vielleicht hätte ich es doch mal mit ein wenig Mehl versuchen sollen?

Nächster Versuch. Diesmal mit der Zugabe von Mehl (für mehr Stabilität im Teig) und schon zeichnete sich ein Riesenfortschritt ab. Ich drücke die Florentinerhäufchen entweder mit nassen Fingern oder einem geölten Löffelrücken noch möglichst flach (weniger als 1 cm) und rund. Diesmal verlief der Teig zwar auch, aber das Ergebnis war kompakter und entsprach genau meiner Wunschvorstellung. Durch die Zugabe der säuerlichen Cranberries geschmacklich nicht zu süß, darüber hinaus wunderbar knusprig und optisch ein Traum. Allerdings sollte man sie im Ofen wirklich nicht aus den Augen lassen, der Schritt von goldbraun zu fast verbrannt beträgt nur wenige Augenblicke. Und nicht traurig sein, wenn die ersten Florentiner noch nicht ganz perfekt gelingen – hier macht Übung wirklich den Meister. Schreibt jemand, der in zwei Tagen viermal Florentiner gebacken hat.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Hier findet Ihr das Rezept.

 

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