Wünsch' Dir was – Grüne Bohnen à la Carpentras

Ein paar Tricks und Kniffe und schon wird aus einem banalen Gemüse ein echtes Lieblingsessen. Das funktioniert sogar mit grünen Bohnen!

Wünsch' Dir was – Grüne Bohnen à la Carpentras
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Kommentare
Nicole Stich

Manche Lebensmittel sind für mich untrennbar mit einem Ort oder Ereignis verbunden. Bei Germknödel denke ich sofort an eine Skihütte in Neustift, bei Apfelstrudel an die Terrasse vom Salzburger Café Bazar, bei Seeigel an einen Markt in Siracusa… und seit einem Urlaub in der Provence haben auch die oft zur obligatorischen Beilage degradierten grünen Bohnen – die der Franzose viel klangvoller "haricots verts” nennt – eine geschmackliche Wiedergeburt bekommen.

 

Wir waren mit Freunden in der Provence unterwegs und hatten in dem kleinen Örtchen Carpentras Runde um Runde um den zentralen Place de Verdun gedreht, als endlich ein Parkplatz frei wurde. Im “Chez Serge” wartete eine Tischreservierung auf uns und so machten wir es uns auf der vollbesetzen Terrasse gemütlich. Da unsere Freunde regelmäßig beruflich in der Gegend (und auch bei Chez Serge) waren, verließen wir uns ganz auf ihre Empfehlungen und die klangen erstmal eher simpel: Melone mit Schinken, Pasta mit Sommertrüffel und ein Kuchen, der eine Kreuzung aus Eiscremetorte und geschichtetem Crepes-Kuchen war. Als meine Freundin aber die grünen Bohnen auf der Tageskarte entdeckte, wurde noch zügig nachbestellt… “die grünen Bohnen müsst Ihr unbedingt probieren!” hiess es nur.

 

Schon nach der Vorspeise war mir klar, warum Chez Serge seit Jahren einen festen Platz auf ihrer Liste inne hatte – selbst so ein simples Gericht wie Melone mit luftgetrocknetem Schinken war ein Gedicht! Sowohl der hauchdünn aufgeschnittene Schinken als auch die Cavaillon-Melone zeigten eindrücklich, welches Geschmackpotential diese Standard-Vorspeise eigentlich hat. Andächtiges Schweigen am Tisch war die Folge. Allenfalls unterbrochen von leisen Mmmhhh-Lauten. Dass mich danach grüne Bohnen geschmacklich noch überraschen könnten, ich hätte es nicht geglaubt. Aber die Schale, die in die Mitte des Tisches wanderte, war binnen kürzester Zeit geleert. Die noch leicht knackigen Bohnen waren in einer Mischung aus karamellisierten Zwiebeln, Anchovis und Nüssen geschwenkt und mit ein paar Krümeln Ziegenkäse bestreut. Mit Abstand die besten grünen Bohnen, die ich je gegessen hatte!

 

Seitdem bereite ich grüne Bohnen kaum mehr anders zu (einzige Ausnahme: dieser Kartoffelsalat) und variiere höchsten mal mit der ein oder anderen Zutat. Sie lassen sich auch ganz wunderbar als Vorspeise servieren!

 

Was sagt Ihr, haben Euch grüne Bohnen schon mal zu Begeisterungsstürmen veranlasst? Und wie bereitet Ihr sie am liebsten zu? Falls Ihr noch kein Lieblingsrezept habt… hier geht’s zu meinem Lieblingsrezept.

 

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Aphrodite
Ich würde gerösteten Haselnüssen...

in der Schale (!) immer den Vorzug gegenüber Mandeln geben. Ein schönes, detailliertes Rezept. Wenn ich nicht muss, lass' ich Semmelbrösel weg. Ich hoffe, ich verpasse dadurch Nicoles Rezept keinen Kurzhaarschnitt.

Dann krümel ich mal los und probiere das Rezept aus. Ein feines Nussöl würde noch passen. Natürlich Haselnuss. Müsste dazu nach Oberkirch fahren. Es würden also Grüne Bohnen á la Oberkirch, was sich dann seltsam sperrig anhört. Ansonsten: grüne Bohnen immer schön knackig :) auch gepaart mit Prinzessböhnchen oder Zuckerschoten. Das kann nie langweilig werden. Die Anchovis sind für mich neu, weil ich nach dem Gefühl gesagt hätte, entweder Anchovis oder Ziegenkäse. Französisches Bergbohnenkraut rufe ich allem noch hinterher und bin gespannt, wie es wird. Wieder mal ein schönes "Wünsch-Dir-was" Rezept. Gut gekocht und nicht designt.

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