Wünsch’ dir was - Hallo Suppenzeit!

Wer kennt sie nicht, die klassischen Partysuppen, die zwar den Hunger stillen, aber über deren Zutaten man lieber den Mantel des Schweigens breitet? Es geht auch anders.

Partysuppe, ganz ohne Party
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Kommentare
Nicole Stich

Nicht, dass ich den Sommer über keine Suppen essen würde, aber pünktlich mit Einbruch der nasskalten Jahreszeit steigt der Suppenkonsum in unserer Küche überproportional an. Moment… kurz nachgerechnet… tatsächlich, ich habe dreimal Suppe kredenzt in der letzten Woche. Eine davon war ein Andenken an meine Oma, eine klassische Tomatensuppe mit aufgeschlagenem Ei und knusprigen Croutons, die zweite war eine üppig befüllte Schale mit Ramen und die dritte, ja, die wurde grade erst in mein Lieblingssuppen-Repertoire aufgenommen. 

Die Grundidee dazu kennt wahrscheinlich jeder, der in den letzten zwanzig Jahren ein paar Parties besucht hat. Klingelt es, wenn ich Hackfleisch-Lauch-Käse-Suppe sage? So allseits beliebt und omnipräsent diese Suppe war (hier fehlt eindeutig ein deutsches Äquivalent zum englischen “crowd pleaser”), so sehr hat mich immer die Zutat Schmelzkäse gestört – seit meinem Klassenausflug in die Jugendherberge Pottenstein habe ich diese mysteriösen Käseecken nie wieder angerührt. Umso weniger, als man das Partygericht mit ein paar Kniffen in eine richtig elegante Suppe verwandeln kann.

So stand auch der Zufall stand wieder Pate, drei verwaiste Moor-Sieglinde Kartoffeln warteten schon seit Tagen auf ihren Einsatz und sie erwiesen sich als perfekte Zugabe. Der wirkliche Clou aber ist das scharf angeröstete Hackfleisch, dass krümelig-knusprig gebraten wird (gar nicht schlimm, wenn es dabei am Topfboden ansetzt, einfach regelmäßig abkratzen!) und zum Schluß würzig mit Salz, Pfeffer und Garam Masala abgeschmeckt wird. Ein Teil davon wird fürs Anrichten abgezweigt und gibt der Suppe damit nochmal einen optischen wie auch geschmacklichen Kick. Zu guter Letzt ersetzt ein milder Gorgonzola noch den ominösen Schmelzkäse und macht aus der Partysuppe ein sämiges Suppengedicht. 

Liebe Küchengötter, habt ihr gute oder schlechte Erinnerungen an solche typischen Partygerichte? Und hier geht’s zu meinem neuen Suppenliebling…

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Aphrodite
Allesverwerter.

Soweit ich mich erinnern kann, wurde auf Parties alles gegessen, was es gab. Mettbrötchen mit rohen Zwiebelringen, Scheibletten-Käse, der so eine Art Schmelzkäste in Scheibenform ist und kunstvoll zwischen schlabbrigem Toastbrot geschichtet oder überbacken wurde. Toast "Hawaii" war doch der Knaller! Alles wurde ausprobiert und kalter Kakao mit Rum getrunken. Hauptsache süß und kein Gedanke daran verschwendet, dass etwas ungesund sein könnte. Auf den Zigarettenpackungen gab es noch keine Warnhinweise. Alles das haben wir überlebt und Brausepulver unverdünnt konsumiert. Alles, was die Zunge färbte, war einfach klasse. Keine schlechten Erinnerungen an diese Zeit. Für diese Unbeschwertheit würde ich selbst wieder Schmelzkäse essen, was ich natürlich nicht tue. @Nicole, ein sehr denkwürdiges Rezept :) Was da für Erinnerungen mitlaufen. Wenn ich das nächste Mal Blauschimmelkäse genieße, werde ich an Schmelzkäse denken - an eine ganz andere Zeit.

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