Wünsch’ Dir was: Marillenknödel

Wer ein Herz für Österreichs Mehlspeisen hat, der kann bei diesen fruchtigen Marillenknödeln einfach nicht widerstehen.

Wünsch’ Dir was: Marillenknödel
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Kommentare
Nicole Stich

Wer Maikes Dienstagskochen die letzten Wochen verfolgt hat, dem ist ein immer wiederkehrender Ruf nach österreichischen Mehlspeisen sicher nicht entgangen. Dem gebe ich nur zu gern nach, meine Schwäche für Mehlspeisen jeglicher Art wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Egal ob Schmalzgebäck, Buchteln, Zwetschgenknödel oder Kaiserschmarrn, was den Töpfen meiner Großmütter und Tanten auch entsprang, es schmeckte himmlisch und wurde immer bis zum letzten Krümel verputzt. Inzwischen habe ich viele meiner Lieblingsgerichte aus der Kindheit zwar erfolgreich nachgekocht, aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass die Tücke oft im Detail steckt... Gut, die Entscheidung für Mehlspeisen war also gefallen, blieben ja nur noch ein paar Dutzend Möglichkeiten.

Ein kurzer Spontanbesuch bei Freunden in Wien kam mir zu Hilfe. Wohin wir auch gingen, die Marillen waren schon da... Ob als Marillenschorle, als Marillen-Palatschinken, Marillenstrudel oder Unmengen der berühmten Wachauer Marillen in Kisten gestapelt auf dem Kutschkermarkt, man konnte ihnen einfach nicht entkommen. Und wer würde das schon wollen?

Marillen (die in Österreich, teilweise auch in Süddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Aprikosen) haben bereits Hochsaison und wandern dieser Tage bei fast jedem Einkauf in meine Tasche. Neben den leuchtend orange-roten Früchten findet man auch immer öfter die kleineren gelben Zuckeraprikosen, denen aber oft ein wenig der säuerliche Kick fehlt, den ich bei Aprikosen unbedingt haben will. Nachdem bereits ein gutes Dutzend Marmeladengläser für die Aprikosen-freie Zeit eingekocht wurde, mehrere Kuchen und ein Sorbet dem Marillenüberschuß unserer Obstschale zu verdanken sind, fiel mir ein, was wir in Wien diesmal vergessen hatten: Marillenknödel essen!

Und schon stand das Mehlspeisen-Rezept fest. Nach einigen weniger zufriedenstellenden Versuchen mit Kartoffelteig verwende für meine Obstknödel mittlerweile fast ausschließlich Quark-Gries-Teig, der sich nicht nur gut verarbeiten läßt, sondern auch nach dem Köcheln eine flaumige Konistenz hat. Die Knödel werden danach wahlweise in leicht gezuckerten Butterbröseln (traditionell) oder in gemahlenen Pistazien (Edel-Variante) gerollt, ganz wie’s beliebt... Die größte Herausforderung diesmal war es allerdings relativ kleine Marillen zu bekommen, zumindest habe ich die Marillenknödel aus meiner Kindheit deutlich kleiner in Erinnerung. Deshalb habe ich testweise auch ein paar mit den kleineren Zuckeraprikosen zubereitet, die sich größentechnisch zwar perfekt eignen, aber leider die säuerliche Note vermissen lassen.

Diese Topfenknödel sind eine echte Versuchung und das nicht nur als Nachspeise. Ist die Marillensaison vorbei, lassen sie sich auch wunderbar mit Pflaumen, Zwetschgen oder sogar Weintrauben füllen. Viel Spaß beim Knödelrollen!


Zum Marillenknödel-Rezept »

 

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Johanna Wagner
mmmmh!

mmmh, nicky, die sehen ganz lecker aus und treffen bei mir als oesterreicherin natuerlich einen nerv! ich mache selten marillenknoedel (was vorwiegend an der minderen qualitaet der hiesigen marillen liegt - wer einmal wachauer probiert hat, isst nix anderes mehr). ich habe auch lange mit teigvarianten rumprobiert und bin schliesslich bei brandteig stehengeblieben - das schmeckt mir am besten. ich verwende zum rollen meist butterbroesel, allerdings immer oefter geriebenen brioche oder zu den semmelbroesel geriebene nuesse! die pistazienbroesel sehen zum reinbeissen aus, das muss ich unbedingt mal probieren!

Hallo Johanna Wagner,

Deine Brandteig-Version finde ich sehr interessant! Läßt Du die Knödel dann auch ganz normal im heißen Wasser ziehen oder gibst Du sie in den Ofen oder in die Fritteuse? Brandteig kenne ich bis jetzt immer nur aus dem Backofen oder aus der Fritteuse und eine neue Idee ist immer willkommen!

Aber in jedem Fall gibt es morgen erst mal Nicole´s Originalversion mit Quarkteig. Wir freuen uns schon drauf!

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