Wünsch’ dir was - Soul Food für die ersten Herbsttage

Gebackener Milchreis mit Früchten ist ein beliebtes Kindergericht, mit Pflaumen und Amarettini wird daraus feines Soul Food für Erwachsene.

Gebackener Pflaumenmilchreis mit Amarettinibröseln
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Nicole Stich

Kinder und Essen, ein nicht ganz einfaches Thema. In meinem Freundeskreis findet sich häufig die Konstellation aus meiner eigenen Kindheit, bei der es die Eltern den Kindern einfach nicht recht machen können und sich die ohne Aufstand gegessene Gerichte locker an einer Hand aufzählen lassen – Nudeln ohne Sauce und Pfannkuchen längst mitgezählt. Da ich selbst bis zur Teenagerzeit unerträglich “heuglig” war, versuche ich leidgeprüften Eltern ihre Sorgen ein wenig zu nehmen. Meine Mama lacht noch heute, dass sie früher ohne mit der Wimper zu zucken ihren Kopf verwettet hätte, dass ihre Tochter NIEMALS ein Genussesser werden würde. Tja, so kann man sich täuschen!  

Eines meiner meistgehasstesten Kindheitsessen war ein gebackener Milchreis mit Apfelstücken. "Weiße Pampe" nannte ich die fade, zähe Masse damals. Nachdem ich mich standhaft über Jahre geweigert hatte, mehr als zwei oder drei Löffel davon zu essen, verschwand er irgendwann von unserem Speiseplan. Als ich schon längst ausgezogen war, erinnerte meine Mama mich scherzhaft an diese Abneigung und meine Neugierde war geweckt. Vielleicht ließ sich der gebackene Milchreis auch so zubereiten, dass es mir schmecken würde? Die wichtigste Lektion die ich daraus gezogen habe, wurde auch eine Art Credo für mein kulinarisches Leben: Nur weil einem etwas einmal, zweimal nicht geschmeckt hat, heißt noch lange nicht, dass es einem – zu einem anderen Zeitpunkt, anders zubereitet oder abgeschmeckt – nicht doch irgendwann schmecken kann.  

Gebackener Milchreis gehört inzwischen zu meinen absoluten Lieblingsessen in der Kategorie Soul Food. Einfach in der Zubereitung, praktisch wandelbar mit saisonalem Obst und immer wieder fallen mir neue Kniffe ein, die ihm eine spannende Note verleihen. Da jetzt die Zeit für Zwetschgen und Pflaumen ist, habe ich dem Milchreisauflauf eine Amarettinikruste gegönnt und werde ihn vermutlich nie wieder ohne backen! 

Liebe Küchengötter, wart ihr denn problemlose Esser im Kindesalter? Und falls nein, wann und warum hat sich das gebessert? Hieß das bei euch auch heuglig oder hoaglig? 


Und hier geht’s zu meinem Rezept für gebackenen Pflaumenmilchreis mit Amarettinibröseln.

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Bei uns hieß das schleckig^^

Ich komme aus dem Schwäbischen und bei uns in der Gegens hieß das immer schleckig sein, wenn man schwierig war beim Essen. ^^ Ich war insgesamt mit dem Essen nicht zuu mäkelig. Ich bin aber auch bei Essen zur Neugier erzogen worden. Immer erstmal probieren, dann darfs es auch einfach mal nicht schmecken, aber ohne Probieren ging gar nix. Tatsächlich mag ich vieles das ich als Kind schon nicht mochte, auch heute noch nicht. Warme Pilze in jeder Form, Blumenkohl und Brokkoli, Käse wenn er ganz normal kalt gegessen wird, da gruselt es mich immer noch *gg* Aber ich hab alles immer mal wieder neu probiert, eben weil sich der Geschmack ja immer mal ändert. Z.B mochte ich als KInd keine Quiche, heute Esse ich das sehr gerne und auch Aubergine war mir lange eher suspekt.

Essverhalten

Eigentlich war ich ein problemloser Esser - außer es gab Schwammer - die hab ich gehasst. Mir wurde vom Geruch schon übel. Gemüse hab ich geliebt, Karottengemüse mit gekochtem Rindfleisch und Dotsch - da konnte ich mich reinlegen. Genauso Epflkiachla - 16 Stück waren mein Rekord. Ich wurde nie gezwungen, etwas aufzuessen was mir nicht geschmeckt hat, aber es gab auch nichts anderes. Pech gehabt. Meine eigenen Kinder haben, als sie klein waren, alles gegessen. Aber je älter sie wurden, desto 'kritischer' wurden sie. Plötzlich hat ihnen der Gemüseeintopf nicht mehr geschmeckt usw. Mittlerweile schmeckt wieder alles, was Mutter kocht, wenn sie mal da sind. Bei uns hieß es heuglig - oder auch gnaschig. Aber wir kommen ja aus der gleichen Gegend.

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