Wünsch' Dir was - Wie Kirschen zu Blaubeeren werden

Die Saison frischer Wildheidelbeeren ist kurz und sollte deshalb gut genutzt werden, wie etwa mit dieser leicht säuerlichen Jogurtmousse. Das perfektes Sommerdessert!

Wünsch' Dir was - Wie Kirschen zu Blaubeeren werden
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Kommentare
Nicole Stich

Maike strahlte mich in der letzten Redaktionsbesprechung an: “Was mit Kirschen wäre toll, hast Du nicht mal so ein schönes Steckerleis gemacht?”

 

Ja, habe ich. Und ich kann grade wirklich nicht genug kriegen von diesen knackigen, fast schwarzen Herzkirschen. Ich habe meine bevorzugte “Dealerin” am Viktualienmarkt, dort darf ich mich jedes Mal durch mindestens drei verschiedene Angebote kosten, von Bodensee bis Franken. Diesmal gewannen die fränkischen Kirschen. Zuhause wurden sie sofort im Kühlschrank verstaut und abends beinahe andächtig davon genascht. Eine Kirsche war schöner als die andere, sie knackten laut beim Hineinbeissen und dann dieser himmlisch satte Geschmack! So entschied ich mich schließlich gegen ein Weiterverarbeitung dieser Kirschen - nichts könnte besser schmecken als sie pur zu vernaschen. 

 

Beim nächsten Markteinkauf lachten mich dann die ersten Körbchen Wildheidelbeeren an, für die ich seit meiner Kindheit eine große Schwäche habe. Bei uns hießen sie “Schwoazbialn”, man pflückte sie nicht, sondern streifte sie mit einer Art Kamm (der aber eher aussah wie eine Schaufel) von den niedrigen Büschen und hatte hinterher trotzdem fleckige Finger und bläulich verfärbte Lippen und Zähne (vom Naschen). Das Hausmittel meiner Oma war so einfach wie wirkungsvoll - Zahnmediziner mögen dies geflissentlich überlesen - frischer Zitronensaft! Damit wurden nämlich nicht nur die Hände gesäubert, sondern auch die Zähne geputzt. 

 

Auch wenn die Färbeeigenschaft der Wildheidelbeeren so ihre Nachteile hat, mit den die letzten Jahren bei uns populär gewordenen Kulturheidelbeeren kann ich mich trotzdem nicht anfreunden. Durch das fast farblose Fruchtfleisch muss man zwar kaum Flecken fürchten, allerdings sind sie für mich vor allem eins: Fad. 

 

Schon deshalb will die kurze Wildheidelbeersaison gut genutzt werden. Die Klassiker bei uns waren immer ein Blechkuchen ähnlich dem Zwetschgendatschi oder Quarkkuchen, aber mir stand der Sinn mehr nach einem schnellen Dessert und so wurde aus meinem Körbchen eine leicht säuerliche Blaubeermousse mit Jogurt. 

 

Wie sehen das die Küchengötter, wie haltet Ihr es mit Heidelbeeren? Wild oder Kultur? Falls Euch Wildheidelbeeren unterkommen, dieses Rezept ist nicht nur geschmacklich ein Volltreffer, sondern auch was fürs Auge! Hier geht’s zum Rezept… 



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Bettina Müller
Wow!

Liebe Nicky,

 

da hast Du Dich ja mal wieder selbst übertroffen. Toll schaut das aus! 

 

Ich erinnere mich auch noch zu gerne an frühere Schwarzwald-Urlaube in Enzklösterle Gompelscheuer zurück, in denen meine Schwester und ich mit kleinen Eimerchen durch den Wald gezogen sind und Heidelbeeren gesammelt haben. Bis wir zurück in der Pension waren, waren meist schon alle wieder vernascht. Was aber nicht schlimm war, da dafür frisch gebackener Heidelbeerkuchen auf dem Zimmer gewartet hat. Heidelbeeren aus dem Supermarkt spielen auch für mich in einer komplett anderen Liga.

Blaubeeren - wild oder Kultur

sowohl als auch :-)  mir scheint, wir haben auf dem Viktualienmarkt die gleichen Dandler. Um die Körbchen mit den Wildblaubeeren schleiche ich derzeit auch herum. Mit Wachauer Marillen hab ich mich kürzlich eingedeckt und dann abendelang verarbeitet. Die ersten Reineclauden und Mirabellen sind schon da und prachtvolle Reherl. Zur Blaubeermousse: ich nehme statt Sahnejoghurt oft auch Buttermilch - 6 Blatt Gelatine auf 500 ml. Zum verarbeiten der Blaubeeren (Kompott, Fruchtpüree, Marmelade, Fruchtsoßen etc.) gib etwas Zimt oder Lebkuchengewürzmischung zu den Beeren beim aufkochen, gerade genug zum unterstreichen des Beerenaromas, das Gewürz soll nicht hervorschmecken.

 

 

 

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