Rezept Rohe Knödel mit Schweinebraten und Krautsalat mit Speck

Mit diesem alten bayerischen Gericht verbindet sich eine Geschichte, die in die Familienchronik eingegangen ist...

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Rezeptinfos

Schwierigkeitsgrad
leicht

Zutaten

Kartoffeln oder fertigen Knödelteig
Schweinebraten
Brühwürfel
Weißkraut

Zubereitung

  1. 1.

    Meine Eltern fuhren auf ihrer Hichzeitsreise zuerst nach Nürnberg, woher mein Vater stammte. Die sehr liebe, verwitwete Schwiegermutter bestand darauf, dass das junge Paar die Nacht bei ihr verbrachte. Sie hatte extra das ehemalige Zimmer, ihrer inzwischen ebenfalls verheirateten Tochter, hergerichtet. Und am nächsten Tag wollte sie eben das Lieblingsessen ihres Sohnes kochen.
    Aber zuvor kam ja noch die Hochzeitsnacht.
    Ob es am keuschen, schwachen Bettgestell, den roten Haaren der Eltern und dadurch besonders temperamentvollem Sex lag - es geschah!
    In der Stille der Nacht gab es einen furchtbaren Krawall.
    Das Bett war völlig zusammen gekracht. Unter dem Bettzeug, zwischen den Holztrümmern, saßen 2 nackte Gestalten und schauten verblüfft auf die offene Tür. Dort stand die neue Schwiegermutter, in Nachtjacke und Betthaube, entgeistert auf das Maleur blickend und stammelnd: "Oh Gott, Oh Gott, Oh Gott!"
    Es war eine solche Situationskomik, dass das frisch vermählte Brautpaar, laut lachen musste. Ihr Werk vollendeten sie dann später auf der Matratze am Boden.

  2. 2.

    Von dem Schreck hatte sich das junge Ehepaar am nächsten Morgen während der Besichtigung der wunderschönen Geburtsstadt Albrecht Dürers und meines Vaters.
    Inzwischen kochte die fleißige Hausfrau zu Hause das aufwendige Mittagessen. Ja damals war die Zubereitung der rohen Knödel noch eine Mordsarbeit. Da wurden dicke Kartoffeln geschält, gewaschen, in einem Topf mit einer angezündeten Schwefelstange zugedeckt geschwefelt, damit sie weiß blieben. Noch einmal gründlich gewaschen und anschließend per Hand durch ein Reibeisen gerieben.
    In Nürnberg war die Zubereitung eine solche Tradition, dass diese "niedere" Hausarbeit nicht einmal den Hausherren schändete. Aber die Knödel waren damit noch nicht soweit. Jetzt wurde ein Tuch über eine Schüssel gelegt, der Teig hinein geschüttet und nach dem Abtropfen mit dem Tuch ausgedrückt. Danach kam der Kartoffelteig in eine große Schüssel und wurde mit heißer Milch überbrüht. Einige gekochte, geschälte und durchgedrückte Kartoffelstückchen kamen hinzu, alles wurde gesalzen und wie wild durchgeknetet.
    Eine alte Semmel musste noch in kleine Würfel geschnitten und mit etwas Butter in der Pfanne, goldbraun angeröstet werden. Endlich konnte man die Knödel formen, in der Mitte mit den Semmelstückchen befüllen und kochen.
    Gut, dass es heute den Knödelteig schon fix und fertig zu kaufen gibt. Nur noch formen, nicht einmal mehr salzen, ins Wasser, garen und sie schmecken gut, gelingen immer und sind nicht einmal teuer.
    Ein Hoch auf diese Errungenschaft!

  3. 3.

    Die Beilagen zu den Knödeln sind wirklich bekannt und der Schweinebraten gelingt zum Beispiel immer, wenn man ihn gut anbrät, natürlich Salz, Zweibeln, Kümmel und Brühwürfel nicht vergessen, mit Wasser aufgießen und ca. 1,5 Stunden im Ofen vor sich hinköcheln läßt.
    So wird die Soße kräftig und das Fleisch butterweich.

  4. 4.

    Auch der Krautsalat ist keine Kunst.
    Weißkraut kleinschneiden oder hobeln, je nach Geschmack mit Salz knackig oder weich kochen und abkühlen lassen. Danach mit Apfelessig, Kümmel und Salz anmachen und zuletzt den kleingewürfelten Speck, allerdings ohne das Fett, zugeben. Fertig!
    Einfacher ist es natürlich ein Glas Sellerie Salat aufzumachen, passt auch immer!
    Jedenfalls war meine Mutter so angetan von dem Flitterwochen Mittagessen, dass sie beschloß die Knödel zu Schweinebraten mit in ihre Familienrezepte aufzunehmen. Und ich pflege diese Tradition auch und mache Knödel auch zu Rindsrouladen!

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