NEU & MUSS: Der Smoothies-Test

Neues Jahr, neue gute Vorsätze - da kommt die geballte Vitaminpower in einem Smoothie doch gerade recht. Oder? Wir haben das Phänomen Smoothie ausprobiert.

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Kommentare
Sebastian Dickhaut

Manchmal hilft einem die Arbeit dabei, die Welt zu verstehen. Auch wenn man dabei nur kapiert, dass man sie nicht versteht. Man soll zum Beispiel ein Fonduebuch schreiben. Man hat einen Herd, gute Töpfe, ordentliches Geschirr und Besteck, und trotzdem kauft man sich noch einen klapprigen Spirituskocher, einen unpraktischen Milchtopf, Krankenhausteller und Aufschnittgabeln in der Kiste; die tollen Saucen und Chutneys, nach denen man sonst die Regale scannt, kauft man nicht, denn irgendwo müssen die Rezepte ja herkommen. Das Buch würde man selbst auch nicht kaufen, aber viele andere tun es, was gut so ist – wann kriegt man schon mal Geld fürs Lernen?

 

Ein Phänomen, das ich bisher auch nicht verstanden hatte, heißt „Smoothies”. Zum ersten Mal hörte ich bei einem netten Kollegen davon, der ein Cocktailbuch schrieb. Ich lernte, dass dies so was wie Shakes ohne Milch und Zucker sind, samtig aufgemixte Fruchtsäfte und –pürees fürs Wohlfühlen. Schicker als das, was man an den Entsafterständen in der Fußgängerzone gemischt bekommt, aber schon so ähnlich.

 

Eine Bloggerkollegin machte mich später drauf aufmerksam, dass es die gemischten Früchte in England schon in Supermärkten und Cafés gibt, in hübschen Fläschchen mit bunten Bildern und lustigen Sprüchen drauf sowie mit drolligen Websites und gutgelaunten Communities im Netz – Riesennummer! Bei uns nahmen sich dem bald Lifestyle-Philosophen und Start-up-Studenten an; dass das kein Spaß werden würde, war spätestens dann klar, als die ganz Großen mit einstiegen und auf Plakatwänden verkündeten, dass ihr Smoothie täglich mindestens 50 % meines Bedarfs am Leben stillt. Einfach nur trinken geht hier eben bloß mit Alkohol.

 

„Das ist doch nur Saft!” dachte ich und „ich kapier’ das alles nicht” und dann: „Prima, dann machen wir doch einen Test.” Und zwar ganz direkt mit gezieltem Blick vorbei an Webhymnen und sonstige Abhandlungen direkt aufs Etikett, vor allem, um erst mal die verschiedensten Mischungen zu bekommen. Denn der beinharte Sensorik-Test am Beispiel „Ananas-Kokos” (haben fast alle) ist bekanntlich nicht unser Ding, wir wollen ja auch immer das Phänomen verstehen. Und das hat ein paar ungeschriebene Gesetze:

 

Was ein echter Smoothie ist

 

1. Ein echter Smoothie zeigt immer, wie viele (Bruchteile) Orangen, Erdbeeren, Kokosnüsse in ihm stecken, am besten unterstützt durch kleine Comic-Bildchen. Bei den guten schmeckt das gut zusammen und überrascht bei den besten (vor allem, wenn es nur 2-3 Früchte sind). Bei den ganz echten ist dann in der Zutatenliste nicht plötzlich von ganz vielen anderen bösen Dingen die Rede (Zucker, E-Zahlen, Wasser).

 

2. Ein echter Smoothie sagt immer (am besten viermal), was alles nicht in ihm steckt – „ohne Konservierungsstoffe, ohne Zucker, ohne Aromastoffe, ohne Autoradio”. Bei den ganz echten sind auch keine Konzentrate oder gar Fruchtzubereitungen drin.

 

3. Ein echter Smoothie kennt immer einen schrägen Spruch, der auf dem Etikett losgelassen werden muss. Bei den ganz echten wünscht man sich manchmal, dass der lieber im Tagebuch geblieben wäre, bei den Industriesmoothies hätte man eher mehr „ohne” gewollt.

 

4. Je größer der Hersteller, desto kleiner das echte Smoothie-Feeling. Das ist ein bisschen so wie bei den kommerziellen Blogs. Nur dass bei den Smoothies da auch noch die Qualität abnimmt.

 

5. Im Zweifel wird ein Smoothie durch Banane smooth und süß.

 

Sonst noch was? Na klar. Wie immer bei NEU & MUSS SPEZIAL stand mir ein Studiogast zur Seite: die Fitness-Expertin und Smoothie-Pragmatikern Vroni Huber. Merci dafür. Film ab. Die einzelnen Ergebnisse kann man hier in der Auswertung nachlesen.

NEU & MUSS: Der Smoothies-Test
oederin
Smoothies selbst mixeln?!

Jetzt also hab ich große Lust auf einen Smoothie bekommen..und frage mich doch..gibt es Geheimtipps, wie man eine geschmeidige Konzistens hinbekommt..ohne auf schleimige Banane zurückzugreifen!? Oder überhaupt Kombis, die sich besonders gut eignen?! Oder...wie reif müssen die Früchte sein..und und und..Fragen über Fragen..

Hat jemand Antworten?!

Cacao
Schön weich und matschig;-)

Also ich würde ja alles nehmen, was schön weich und matschig ist. Was gerade gut zu kriegen ist uuund toll schmeckt als Smoothie: Beeren aller Art, wie wär's zur Erfrischung mit Himbeeren? Die sind leicht säuerlich und lassen sich leicht klein und geschmeidig kriegen!

küchengötter
Leckere Smoothie-Rezepte

Liebe Küchengöttinnen und -götter, wie wäre es denn z.B. mit einem fruchtigen Dark-Berry-Smoothie? Zum Rezept geht's hier...

auchwas
Was ist hier neu?

Alter Beitrag oder immer wieder guuuut oder gilt noch immer. Fragen über Fragen. Flüssige Frucht, da werden Erwachsene zum Vitaminkonsum in flüssiger Form gerufen oder wieder was schickes NEUES aus dem  Fast-Food-Vitamin-Prgramm, immer wieder Klever ausgefeilt,  diese und jene Sachen und was man da spart, zum Beispiel das Kauen, ja und das Zubereiten, wenn man dann mal zum Fertigen greift oder selbermachen..... weil's einfach toll schmeckt, so aufgemixt, in einem Glas mit Halm, macht auch jung, denn erinnert an die Kost von ab der wievielten Woche????. Wenn's dann mal schmeckt immer her damit.

cystitis
Allerdings

kann ich mit dem "Gemüse-Obst- Gemisch", welches man im Supermarkt als Ernährungsersatz kaufen kann, überhaupt nichts anfangen. Einer sollte mir im Krankenhaus nach schwerer Krankheit das Essen wieder angewöhnen. Ich kann nur sagen :"Es war grulig!!!!!!!!!!!!" Ich bleibe dann doch lieber beim Selbstgemachten. Das schmeckt wie man selbst es will und vorallem weiß man, was drin ist.

Gut diesen Beitrag mal wieder zu aktivieren. Gerade in derkalten Jahreszeit!

Aphrodite
Musste ich mir auch noch mal anschauen!

"Vor dem Öffnen schütteln - nicht danach!" fand ich echt witzig. Ansonsten schmecken mir auch die Echten (Truefruit und Innocent) mittlerweile nicht mehr so richtig. Die kleinen Glasflaschen sehen aber hübsch aus und eignen sich gut für die Aufbewahrung selbstgemachten Sirups. Ein teurer Spaß!

sparrow
selbst ist die Frau

Ich mache meine Smoothies immer selbst. Je nach Jahreszeit kommen verschiedene frische Früchte in den Mixer, dazu gebe ich gefrorene Früchte und Ingwer oder Minze. Wir lieben diesen Vitamincocktail.

lion67
Smoothies - da halte ich es wie sparrow....

... die mixe ich selbst. Ich habe mir dafür einen leistungsstarken Mixer mit 750-watt-Motor gekauft, der auch mit gefrorenem Eis fertig wird. Allerdings tu ich selten Eis rein (will ihn nicht mit Wasser verdünnen), sondern gefrorene Früchte. Damit der Smoothy etwas flüssiger wird, nehme ich lieber Apfel- oder einen anderen Fruchtsaft zu den Früchten. Nur in meinen Rote-Beete-OSaft-Smoothy kommen im Sommer ein paar Eiswürfel.

In meine Fruchtsmoothies kommen neben Minze oder Ananassalbei auch Leinsamen, Sesam, gepoppter Amaranth und ab und zu Kokosflocken. Hab auch schon Kürbis- oder Sonnenblumenkerne bzw. Haferflocken reingetan - auch lecker.

lundi
Ja und Nein

Wozu um alles in der Welt soll ich püriertes Obst in Flaschen kaufen? Einfach Äpfel und Möhren sind doch viel umweltfreundlicher (Verarbeitung, Verpackung...) und außerdem besser für die Zähne. Kauen finde ich nicht wirklich schlimm. Außer...? Ja außer als Töchterlein die Zahnspange bekam und in den ersten 4 Wochen ausschließlich Flüssignahrung zu sich nahm. Da hatte selbst ich Mitleid und pürierte täglich was das Zeug hält, alles von Kartoffel über Fisch bis hin zu Himbeeren, deren Matsch dann zusätzlich von den lästigen kleinen Kernen befreit werden musste. Seitdem ist das Thema negativ belastet und damit versenkt.

 

Und was ist ein Smoothy denn anderes als ein Fruchtpürree? Wie es in hunderten Dessert-Rezepten über Eis, Creme, Quark oder Kuchen dekorativ ausgeschüttet wird? Der Name ist viel eleganter und schmeichelnder. Und es befindet sich im Glas, leider ohne das Eis oder die Creme. Schade. Also mein nächstes Dessert nenne ich nicht Joghurtmousse mit Himbeersoße, sondern Himbeersmoothy mit Joghurtnockerln. Selbstverständlich serviert im schicken Glas mit schickem Strohhalm. Zur Überwindung des familieninternen Smoothy-Negativ-Images.

Rinquinquin
nein !

die Brei-Laufbahn will ich nicht einschlagen. 

Ehrlich, wenn ich nur noch püriertes Obst, Gemüse oder Fleisch essen dürfte oder könnte, dann wäre für mich das Leben so was vorbei.

Es geht doch nichts über etwas Knackiges zwischen den Zähnen.

Danke

@lundi und @Rinquinquin, ich hatte schon fast befürchtet, dass ich hier mit meiner Smoothy-Abneigung allein dastehe. Ich esse Früchte und Gemüse lieber, als dass ich sie trinke - zumindest solange ich noch kann ;-).

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