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NEU & MUSS: Der Smoothies-Test

Neues Jahr, neue gute Vorsätze - da kommt die geballte Vitaminpower in einem Smoothie doch gerade recht. Oder? Wir haben das Phänomen Smoothie ausprobiert.

Manchmal hilft einem die Arbeit dabei, die Welt zu verstehen. Auch wenn man dabei nur kapiert, dass man sie nicht versteht. Man soll zum Beispiel ein Fonduebuch schreiben. Man hat einen Herd, gute Töpfe, ordentliches Geschirr und Besteck, und trotzdem kauft man sich noch einen klapprigen Spirituskocher, einen unpraktischen Milchtopf, Krankenhausteller und Aufschnittgabeln in der Kiste; die tollen Saucen und Chutneys, nach denen man sonst die Regale scannt, kauft man nicht, denn irgendwo müssen die Rezepte ja herkommen. Das Buch würde man selbst auch nicht kaufen, aber viele andere tun es, was gut so ist – wann kriegt man schon mal Geld fürs Lernen?

 

Ein Phänomen, das ich bisher auch nicht verstanden hatte, heißt „Smoothies”. Zum ersten Mal hörte ich bei einem netten Kollegen davon, der ein Cocktailbuch schrieb. Ich lernte, dass dies so was wie Shakes ohne Milch und Zucker sind, samtig aufgemixte Fruchtsäfte und –pürees fürs Wohlfühlen. Schicker als das, was man an den Entsafterständen in der Fußgängerzone gemischt bekommt, aber schon so ähnlich.

 

Eine Bloggerkollegin machte mich später drauf aufmerksam, dass es die gemischten Früchte in England schon in Supermärkten und Cafés gibt, in hübschen Fläschchen mit bunten Bildern und lustigen Sprüchen drauf sowie mit drolligen Websites und gutgelaunten Communities im Netz – Riesennummer! Bei uns nahmen sich dem bald Lifestyle-Philosophen und Start-up-Studenten an; dass das kein Spaß werden würde, war spätestens dann klar, als die ganz Großen mit einstiegen und auf Plakatwänden verkündeten, dass ihr Smoothie täglich mindestens 50 % meines Bedarfs am Leben stillt. Einfach nur trinken geht hier eben bloß mit Alkohol.

 

„Das ist doch nur Saft!” dachte ich und „ich kapier’ das alles nicht” und dann: „Prima, dann machen wir doch einen Test.” Und zwar ganz direkt mit gezieltem Blick vorbei an Webhymnen und sonstige Abhandlungen direkt aufs Etikett, vor allem, um erst mal die verschiedensten Mischungen zu bekommen. Denn der beinharte Sensorik-Test am Beispiel „Ananas-Kokos” (haben fast alle) ist bekanntlich nicht unser Ding, wir wollen ja auch immer das Phänomen verstehen. Und das hat ein paar ungeschriebene Gesetze:

 

Was ein echter Smoothie ist

 

1. Ein echter Smoothie zeigt immer, wie viele (Bruchteile) Orangen, Erdbeeren, Kokosnüsse in ihm stecken, am besten unterstützt durch kleine Comic-Bildchen. Bei den guten schmeckt das gut zusammen und überrascht bei den besten (vor allem, wenn es nur 2-3 Früchte sind). Bei den ganz echten ist dann in der Zutatenliste nicht plötzlich von ganz vielen anderen bösen Dingen die Rede (Zucker, E-Zahlen, Wasser).

 

2. Ein echter Smoothie sagt immer (am besten viermal), was alles nicht in ihm steckt – „ohne Konservierungsstoffe, ohne Zucker, ohne Aromastoffe, ohne Autoradio”. Bei den ganz echten sind auch keine Konzentrate oder gar Fruchtzubereitungen drin.

 

3. Ein echter Smoothie kennt immer einen schrägen Spruch, der auf dem Etikett losgelassen werden muss. Bei den ganz echten wünscht man sich manchmal, dass der lieber im Tagebuch geblieben wäre, bei den Industriesmoothies hätte man eher mehr „ohne” gewollt.

 

4. Je größer der Hersteller, desto kleiner das echte Smoothie-Feeling. Das ist ein bisschen so wie bei den kommerziellen Blogs. Nur dass bei den Smoothies da auch noch die Qualität abnimmt.

 

5. Im Zweifel wird ein Smoothie durch Banane smooth und süß.

 

Sonst noch was? Na klar. Wie immer bei NEU & MUSS SPEZIAL stand mir ein Studiogast zur Seite: die Fitness-Expertin und Smoothie-Pragmatikern Vroni Huber. Merci dafür. Film ab. Die einzelnen Ergebnisse kann man hier in der Auswertung nachlesen.

NEU & MUSS: Der Smoothies-Test