Brennnesseln

Sie ist reizend – im wahrsten Sinne des Wortes. Vielen ist die erste Begegnung mit der Pflanze eher schmerzhaft in Erinnerung. Aber Brennnesselsuppe oder -salat machen alles wieder wett.

Brennnesseln

Herkunft und Charakteristika:

Die Vitamin-C-haltigen Brennnesseln sind weit verbreitet und da sie nur wenige Ansprüche an ihre Umwelt stellen, wachsen sie nahezu weltweit.  Bekannt sind vor allem die Große (bis 150 cm hoch) und die Kleine (15 bis 45 cm hoch) Brennnessel und zwar nicht nur, wegen ihres feinsäuerlichen Geschmacks, sondern auch aufgrund ihrer "Heilkräfte"; sie wirken entgiftend, entwässernd und blutreinigend und positiv auf Galle und Leber und wurden schon rund 63 v. Chr. gegen rheumatische Beschwerden eingesetzt. Einst wurde aus ihnen sogar Farbstoff gewonnen und bevor es in Europa Baumwolle gab, stellte man aus den Fasern das sogenannte Nesseltuch her. Darüber hinaus ist die Brennnessel eines der mineral- und vitaminreichsten Wildgemüse. Weniger beliebt sind die Brennhaare, die sich an Stängeln und Blättern befinden. Brennnesseln lassen sich gefahrlos anfassen, indem man sie von unten nach oben überstreicht. Andernfalls kann das Brennhaar schon bei leichter Berührung abbrechen und in die Haut, die Methansäure fließt in die Wunde und verursacht brennenden Schmerz und oft auch Entzündungen.

"Ernte" und Qualität:

Brennnesseln kann man – selten – im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt kaufen, aber eigentlich pflückt man sie – am besten im eigenen Garten oder am Wegesrand (fern von befahrenen Straßen und Hundespielwiesen!). Die Blätter können von etwa März/April bis September "geerntet" werden. Am besten sind die jungen Triebspitzen oder die ersten, etwa 20 cm hohen Pflänzchen im Frühjahr. Die harten Stängel kann man nicht essen. Wegen der Brennhaare besser Gummihandschuhe anziehen!

Verwendung:

Bevor man die Brennnesselblätter roh als Salat oder gekocht als Gemüse (ähnlich wie Spinat) oder in der Suppe zubereiten möchte, muss man sie „genießbar“ machen. Das Nesselgift verliert an Wirkung, wenn es mit Wasser in Berührung kommt, wie z. B. beim Blanchieren Wer die Blätter roh verzehren möchte, wickelt sie in ein Tuch und "wringt sie aus", legt sie für ein paar Minuten in warmes Wasser, beträufelt sie mit Öl oder blanchiert bzw. kocht sie. Geschmackvolle Partner sind Crème fraîche, Rosinen, geröstete Pinienkerne und Nüsse.

Aufbewahrung:

Die Pflanzen sollten sofort nach dem Pflücken verarbeitet werden. Falls man sie doch kurze Zeit aufbewahren möchte, stellt sie in ein Glas Wasser. Zum Trocknen (z. B. für Brennnesseltee) Pflanzenstängel als Bündel kopfüber an einen trockenen Ort aufhängen oder auf einem Tablett ausgebreitet trocknen lassen. Getrocknetes Kraut in einem dunklen Glas oder einer Dose aufbewahren.

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