Cachaça

Das brasilianische Nationalgetränk, das mehr als 400 Jahre Tradition auf dem Buckel hat, galt lange Zeit mit seinem milden Geschmack als Tröster der Sklaven und Armen.

Cachaça

Herkunft und Charakteristika:

Erfunden wurde der Cachaça angeblich 1533 in der Nähe von Santos. Im Gegensatz zu Rum wird der Zuckerrohrschnaps nicht aus Zuckerrohrmelasse, sondern aus dem "Herzen" des grünen Zuckerrohrs, dem Mittelstück der Länge nach, hergestellt. Durch das Auspressen des Zuckerrohrs wird "Caldo de Cana" (Zuckerrohrsaft) gewonnen, das sechs bis 32 Stunden zusammen mit Hefe vergoren wird. Die Destillation, die in traditionellen Brennereien, den Alambiques, in Kupferkesseln stattfindet, macht aus dem Zuckerrohrsaft nun ein Getränk mit mindestens 38 % Vol. Alkohol. Die Verarbeitung in Destillen mit Kupferkesseln führt auch zu chemischen Prozessen, die den Geschmack des Cachaças positiv beeinflussen. Industrielle Brennkessel bestehen oft aus Edelstahl. Danach darf ein hochwertiger Schnaps noch ein bisschen ausruhen, meist in Fässern aus Eichenholz, manchmal auch edler, z. B. in Zedernholz. Solch ein Fass darf maximal 700 Liter fassen, die Lagertemperatur darf 30 Grad nicht überschreiten und es braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Cachaça, der mindestens ein Jahr lang so gelagert wurde, darf das Etikett "envelhecida" (gereift) tragen. Reift er kürzere Zeit oder gar nicht (wie bei Massenproduktionen), spricht man von einem jungen Cachaça. Der größte Anbieter ist Brasilien (aus Paraty, Florianópolis, Minas Gerais), kleinere Destillen befinden sich in Portugal und der Karibik und auch Kolumbien ist auf dem Vormarsch. Der edelste Tropfen, Anísio Santiago, kommt aus der brasilianischen Region Minas Gerais, der einzige Cachaça mit Biosiegel stammt aus Chapada Diamantina im Bundesstaat Bahía.

Verwendung:

Die Brasilianer trinken den Cachaça pur oder im beliebten Caipirinha (Cachaça, Limettensaft, Rohrzucker, Crushed Eis). Der Zuckerrohrschnaps kann aber auch Gebäck, Desserts und Früchte aromatisieren.

Einkauf und Qualität:

Das Zeichen für einen guten Cachaça ist oft seine Farbe. Typisch goldbraun ist ein Cachaça, der zwei bis drei Jahre gelagert wurde. Bei uns im Handel sind vorwiegend industriell hergestellte Zuckerrohrschnäpse, seltener Qualitätsware. Dabei bedeutet Qualität nicht unbedingt teuer; wichtig ist vielmehr der Zusatz "artesanal" (traditionell).

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