Getreidekaffee

Blümchenkaffee ist nur was für Weicheier? Aber nein. Das koffeinfreie Getränk findet immer mehr Anhänger und hat schon in vielen Cafés Einzug gehalten.

Getreidekaffee

Herkunft und Charakteristika:

Nachdem Friedrich der Große der armen Bevölkerung den Genuss von Bohnenkaffee verboten hatte und während Napoleons Kontinentalsperre gegen England von 1806 bis 1812 musste eine Alternative für das einstige Luxusgetränk gefunden werden. So entstand Blümchenkaffee, auch Muckefuck genannt (vermutlich aus dem Französischen: mocca faux – falscher Kaffee), ein Kaffeeersatz aus der Zichorienwurzel, einer Verwandten des Chicorées. Die Zichorie ist auch heute noch Bestandteil des Getreidekaffees, wenn auch nur ein kleiner. Ein typischer Landkaffee besteht aus einer Mischung aus Gerste, Malz, Zichorie und Roggen, manchmal kommen auch Dinkel, ja selbst Eicheln und Feigen dazu. Die leicht süße Geschmacksnote erhält der Kaffee, wenn man das Getreide vor dem Rösten mälzt. Zur Abrundung des Geschmacks beinhalten viele Produkte außerdem Kakao und Gewürze wie Kardamom, Vanille oder Zimtrinde.

In Italien gehört "orzo" in jede Espressobar, in Frankreich ist Ersatzkaffee meist als Instant-Mischung mit richtigem Kaffee im Angebot. Da er kein Koffein enthält, ist er auch für Menschen mit Bluthochdruck, für Kinder ab sieben Jahren und für Senioren eine köstliche Kaffeealternative. Das möglicherweise krebserregende Acrylamid, das bei jedem Röstvorgang entsteht und somit in den Getreidekaffee gelangt, hat sein Image ein bisschen angekratzt. Bei einer Untersuchung im Jahr 2002 war nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Getreidekaffee mit 420 bis 2350 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm belastet. Ähnliche Werte wurden jedoch auch für Röstkaffee gemessen. 2003 hat Ökotest jedoch wieder Entwarnung gegeben.

Verwendung:

Sie können Getreidekaffee genauso verwenden wie "normalen" Kaffee, also für Cappuccino (dazu einfach etwas mehr Pulver nehmen, um einen stärkeren Kaffee zu erhalten), Milchkaffee, Eiskaffee, selbst Tiramisu und Kaffeecreme lassen sich damit zubereiten. Zum Pur-Trinken rühren Sie das Pulver in Wasser oder in warme Milch und süßen das Getränk doch mal statt mit Zucker mit Honig. Sehr lecker!

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