Gorgonzola

"Der Müde aus Gorgonzola" – diesen wenig schmeichelhaften Namen verdankte der Blauschimmelkäse einst zweier Legenden und er hat rein gar nichts mit seinem Geschmack zu tun.

Gorgonzola

Herkunft:

Hergestellt wird der norditalienische Blauschimmelkäse aus Kuhmilch schon seit dem 11. Jahrhundert. Ursprünglich nur in der Stadt Gorgonzola, mittlerweile erstreckt sich das Gebiet aber über die Lombardei bis ins Piemont. Zu Beginn hieß der cremigfeste Lombarde noch "Stracchino di Gorgonzola" (Der Müde aus Gorgonzola) bzw. "Stracchino Verde" (der grüne Müde), was er entweder den müden Kühen oder aber einer weniger müden Magd verdankte. Der Käse wurde einst im Herbst und Winter hergestellt, kurz nachdem die Kühe erschöpft vom Almabtrieb ihre Milch gaben – so lautet eine der Sagen. Eine andere handelt von Verführung. Nicht der Verführung durch den köstlichen Käse, sondern vielmehr des Käsers. Eine hübsche Magd soll den Käsemacher des Nachts von seiner Gorgonzolaherstellung abgehalten haben. Noch müde von dem nahen Liebesabenteuer machte sich der junge Arbeiter erst am nächsten Morgen an seine Arbeit. Seine Freunde verliehen dem Käse daraufhin diesen Namen.

Verwendung:

Ein Stück Gorgonzola, dazu ein Stück Weißbrot, ein paar schwarze Oliven – und der Genuss ist perfekt. Aber auch zu Radicchio, Birnen, mit Walnüssen, in Pasta- und Gemüsesaucen oder auf der Pizza läuft Gorgonzola zur Hochform auf.

Einkauf und Qualität:

Seit 1970 haben sich namhafte Produzenten zum Verband der Gorgonzola-Produzenten zusammengeschlossen, der die Herstellung und den Vertrieb des Käses kontrolliert und ihm das Siegel CG verleiht. Den norditalienischen "Bleu" mit etwa 48 % Fett in der Trockenmasse gibt es in zwei Varianten: Der dolce reift zwei bis drei Monate und schmeckt milder als der Gorgonzola piccante, der drei bis sechs Monate Zeit zum Reifen hat und wesentlich kräftiger im Geschmack ist. Typisch für beide ist die recht dicke, rötliche Rinde, die stellenweise Schimmelflecken aufweist. Käse, der sauer oder gar bitter riecht, sollten Sie außer Acht lassen.

Aufbewahrung

Käse in strammer Folie auswickeln, gut in Papier oder in Folie mit Luftlöchern wickeln und in nicht luftdichter Dose im Kühlschrank ins Gemüsefach geben. Bei Vielessern ist eine ebenso bestückte, nicht luftdichte Käseglocke bei kellerkühlen zehn bis 15 Grad für einige Tage ideal. Frischkäse kann kalt gelagert werden. Gorgonzola eine hakbe Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen.

Siehe auch Warenkunde "Käse".

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