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Kleine Weinkunde

Man muss kein Weinspezialist sein, um die passenden Weine zu einem guten Essen zu finden. Mit unseren Tipps und Tricks aus der Weinkunde wirst du zum “kleinen” Weinkenner.

 

Grundregeln für den Einstieg

  1. Regel: Nicht von großen Namen oder Auszeichnungen blenden lassen. Mit einfachen, aber guten Weinen beginnen. Solche Weine gibt es eher im Weinfachgeschäft als im Supermarkt.
     
  2. Regel: Mit allen Sinnen probieren. Geruch und Geschmack sind die wichtigsten, aber erst durch Beobachtung den Wein erspüren. Dann mit der Zunge erfühlen, dabei alte Erinnerungen mit einbeziehen und die Fantasie spielen lassen.
     
  3. Regel: Ausschließlich der eigene Geschmack ist der entscheidende. Ein Wein, der von Testern hoch bewertet wird, muss dir nicht auch schmecken. Wichtiger ist, dass du herausfindest, welche Weine dir liegen und welche nicht.
     
  4. Regel: Dem Wein eine zweite Chance geben. Manchmal schmeckt ein Wein beim ersten Probieren nicht. Vielleicht hat er nicht zum Essen gepasst, vielleicht war er (oder du) auch gerade nicht in der richtigen Laune. Einfach zustöpseln und ihn am nächsten Tag noch mal testen.

Nase trainieren – Wo es Weindüfte gibt

Nicht jeder riecht gleich gut. Einer kann sehr flüchtige Aromen ohne Probleme ganz fix erkennen, ein anderer benötigt intensivere Eindrücke und etwas länger. Also nicht verzagen, Weindüfte entdecken soll Spaß machen.

Riechen und damit auch Schmecken sind trainierbar. Wer ein Aroma einmal bewusst  erlebt hat, wird es einfacher und schneller wiedererkennen. Wichtig ist, den Duft für sich selbst zu beschreiben, denn auf das Duftgedächtnis ist kein Verlass.

Die Nase ermüdet rasch, deshhalb besser kurz und heftig schnüffeln als lange und tief einen Duft einatmen. Öfter eine Pause machen und frische Luft schnappen.

Weinkunde Weindüfte Blüten
Blütendüfte

Blütendüfte kann man wirklich gut in großen Pflanzenmärkten und Gärtnereien studieren. Und auch die (natürlichen!) Aromenöle in Bio-Läden, Hobbythek-Geschäften und Reformhäusern sind ergiebige Duftquellen.

Weinkunde Weindüfte Gewürze
Gewürzdüfte

Gewürzdüfte aus Gewürzgläsern schnuppern. Wenn sie nach nichts riechen, sind sie zu alt und gehören sowieso weggeworfen.

Weinkunde Weindüfte Obst Gemüse
Obst und Gemüse

Obst und Gemüse mal wieder bewusst riechen. Beeren etwas zerdrücken, Apfel, Pfirsich, Möhre und Paprika durchschneiden und daran schnuppern.

Weinkunde Weindüfte Kräuter
Kräuter

Kräuter duften erstaunlich vielfältig, wenn man ihre Blätter etwas reibt. Versuchen, die Unterschiede zwischen frischen und getrockneten, zwischen heimischen und mediterranen Kräutern aufzuspüren.

Weinkunde Weindüfte Wald Wiese
Natur

Mit "wacher" Nase durch die Natur streifen. Wie riechen Wald und Wiese, Sonne und Regen, bauernhof und Erde?

Weinkunde Weindüfte Bäckerei
Bäckerei & Konditorei

Eine ergiebige Quelle für Weindüfte sind auch Bäckerei und Konditorei mit frisch gebackenem Brot und Vanilleschnitten.

Wo bitte geht's zum Wein?

Auto volltanken und einen Prosecco aus der Kühlung mitnehmen. Öko-Steak kaufen und gleich den Bio-Wein dazu in den Korb legen. Alles ist möglich, aber nicht alles ist gut.

Äpfel einkaufen ist einfacher, als einen Wein auszusuchen. Da gibt's fünf, sechs Sorten, und jede kostet meistens das gleiche. Im Weinregal stehen mindestens 50 Sorten, fühlen und riechen ist da nicht, und die Preise reichen von supperbillig bis "erst-mal-Scheine-nachzählen". Wie erwischt man da den Wein, der einem gerade schmecktz  und in der passenden Preisklasse liegt – und wo?

Weinkunde Weinregal
Wo bitte geht's zum Wein?

Goldregeln für den Einkauf

  1. Und scheint das Schnäppchen noch so verlockend – erst mal nur eine Flasche mitnehmen und probieren. Schmeckt er, gleich die Bestände aufkaufen.
     
  2. Notieren, welcher Wein von welchem Geschäft gut oder schlecht geschmeckt hat (z.B. auf einem kleinen Notizblock, den man immer beim Einkauf dabei haben kann).
     
  3. Angebote von Discountern sind selten ihr Geld wert. Schmerzliche Erfahrungen von vielen Weinfreunden, die immer wieder darauf reingefallen sind.
     
  4. Beim Weindeopt nicht nur die Aktionsweine probieren, sondern auch das klassische Sortiment. Die Flaschen genau ansehen: Meist steht eine Zahl auf dem Etikett. Das ist das Datum, an dem sie geöffnet wurde. Ein oder zwei Tage nach dem Öffnen schmecken die Weine oft besser als nach einer Woche.
     
  5. Fragen, fragen, fragen. Nur wer immer fragt, wird schlau. Wer sich nicht traut, eine Frage zu stellen, bleibt dumm. Auch Profis können dumme Fragen stellen. Auch Leute, die im Supermarkt arbeiten, trinken Wein.
     
  6. Wenn ein Weinetikett ein ansprechendes Design hat, könnte auch was Gutes in der Flasche sein. Wer keinen Wert auf äußere Erscheinung legt, macht vielleicht auch keinen feinen Wein.
     
  7. Misstrauisch sein bei modischem Firlefanz. Blaue Flaschen und verrückte Etiketten sollen Aufmerksamkeit erregen, aber es steckt selten etwas Tolles dahinter.
     
  8. Vorrat ist besser als Last-Minute-Kauf. Manche Weine schmecken besser, wenn sie wenigstens eine Woche nach dem Einkauf ausruhen können.
     
  9. Weinbeschreibungen in Werbeprospekten sind meist genauso ernst zu nehmen wie die Wettervorhersage fürs Wochenende.
     
  10. Mutig sein und auch einmal eine teurere Flasche Wein im Weinfachgeschäft kaufen. Und nach dem Trinken dem Inhaber sagen, ob der Wein geschmeckt hat oder nicht. Wenn nicht, warum nicht. Dann lernt der Weinhändler deinen Geschmack besser kennen.

Flaschenformen & was sie sagen

Das Auge kauft mit, weswegen eine schöne Verpackung wichtig ist. Und das ist beim Wein die Flasche. Was verrät sie uns über den Inhalt?

Bocksbeutel & Designerflasche

Eine uralte, angeblich einem gewissen Körperteil des Ziegenbocks nachempfundene Flaschenform ist der bauchige Bocksbeutel, einst Hülle für die besseren Frankenweine, später auch für einfachere Tropen missbraucht.

Allerdings wird die Flasche ebenso in der Ortenau (Baden) und in Portugal benutzt, so dass aus dieser Flaschenform kaum auf deren Inhalt geschlossen werden kann. Das Gleiche gilt für hippe "Designerflaschen" mit ungewöhnlichen Proportionen, deren Inhalt gut oder schlecht sein kann.

Die Keulenflasche

Diese markant geschwungenen Flaschen erinnern an Sommer, Sonne, Urlaub am Mittelmeer. Sie lassen sich gut auch mit nassen Händen anfassen, haben in der Mitte oder weiter unten eine schlanke Taille und sind vorzugsweise durchsichtig oder hellgrün (ähnlich einer Proseccoflasche). In ihnen stecken vor allem Roséweine aus der Provence oder von der Loire, aber ebenso der weiße Verdicchio aus Italien. Alles gut trockene, eher säurebetonte, herrlich frische Weine, die ausreichend gekühlt werden sollten und lecker auf der Terrasse, beim Picknick oder Grillfest schmecken.

Die Schlegelflasche

Dass bestimmte Regionen ihre eigenen Flaschenformen entwickelt haben, entspringt einer langen Tradition und signalisierte den Ursprung und die Echtheit. An der Mosel wurden alle Weißweine in schlanke, blau-grüne Flaschen, "Schlegelflaschen" genannt, gefüllt. So brauchte man nicht einmal aufs Etikett zu schauen, um einen Moselwein zu erkennen. Im Rheinland stand diese Flaschenform für Riesling-Weine, das Glas hatte aber eine braune Farbe. Auch werden solche lang gezogenen Flaschen für Elsässer Weine verwendet, nur heißen sie dort "Flûte" und sind üblicherweise hellgrün. Also alles frische, eher "schlanke"  Weißweine.

Heute ist das Auseinanderhalten nicht mehr so einfach, weil viele die Form und die Farbe für schick halten.

Die Portwein- und Sherry-Flaschen

Vor allem die Portwein-Flaschen sind kürzer, breiter und knuddeliger als sonstige Weinflaschen. Und auch die Sherry-Flaschen sind – obwohl sie auf den ersten Blick den Bordeaux-Flaschen ähneln – von nicht so strenger Statur, sondern haben mehr Rundungen. Sehr ähnlich sehen auch die Flaschen für Madeira-Wein aus.

Das sind alles Weine, die einen höheren Alkoholgehalt als die anderen haben. Sie werden "aufgespritet" (reiner Alkohol wird zugesetzt), um die Gärung des Mosts zu unterbrechen und einen süßeren Geschmack zu erhalten oder, wenn der Wein ganz vergoren ist, um ihn haltbar zu machen. Die Weine aus diese kräftigen Flaschen haben es also in sich und werden vorwiegend als Aperitif, zum oder nach dem Dessert getrunken.

Die Bordeaux-Flasche

Die zylinderförmige, gerade aufsteigende Flasche mit kurzem Hals ist typisch für Bordeaux-Weine. Eine dunkle Farbe, grün oder braun, steht für Rotweine. Ist auch richtig, denn die Roten müssen besonders vor Licht geschützt werden, sonst verblasst die Farbe und der Geschmack lässt nach. Klassische Bordeaux-Weine werden aus Cabernet-Sauvignon-, Merlot- und anderen Trauben hergestellt, sind trocken, herb und wirken "streng". Deshalb wird heute, wenn bordeaux-ähnliche Weine abgefüllt werden sollen, gerne zu dieser Flaschenform gegriffen. Aber es stecken nicht nur Traubenmischungen, sondern auch Rotweine aus nur einer Rebsorte darin.

In Kalifornien hat die Bordeaux-Flasche oft einen "Kragen" (der obere Flaschenhals verbreitert sich ringförmig) und der Korken nur eine kleine Papierscheibe anstelle der Kapsel verpasst bekommen. Ist praktisch (es muss keine Kapsel entfernt werden) und der Korkenzieher hält auch besser. Diesen Flaschentyp findet man auch bei südafrikanischen, chilenischen und ungarischen Weinen.

Es gibt auch Weißweine aus dem Bordeaux, die ebenfalls in solche Flaschenformen kommen, allerdings ist die  Glasfarbe heller oder sogar farblos. Das darf sein, da Weißweine normalerweise zum schnelleren Austrinken vorgesehen sind und keinen Farb- oder Aromaschutz benötigen.

Die Burgunder-Flasche

Die Form erinnert an Jonglierkeulen, wirkt altmodisch und gemütlich, etwas rundlich – so wie die klassischen Rotweine aus der Bourgogne, die aus einer Rebsorte, dem Pinot Noir (Spätburgunder) bereitet und in solche Flaschen von mittelgrüner Farbe gefüllt werden. Burgunder-Flaschen, auch in leicht abgewandelter Form, werden in ganz Frankreich und der weiten Welt gerne für fülligere, schmeichelnde Rotweine aus unterschiedlichen Rebsorten verwendet. Côtes du Rhône und Beaujolais, Languedoc und Loire, Südafrika und Neuseeland – überall sind diese Flaschen zu Hause.

Nicht viel weniger berühmt als die roten sind die weißen Burgunder-Weine aus Chardonnay-Trauben wie Chablis, Mersault, Viré-Clessé, Puligny-Montrachet. Meist eher freundliche als säurereiche Weine, vom Typ her eher "runde Hüften" als "spitzige Knochen". Solche Weißweine gibt's z.B. im Languedoc aus Viognier-, in Italien aus Vermentino- und in Südafrika aus Chenin-Blanc-Trauben in den Burgunder-Flaschen.

Natur- oder Kunststoffkorken – was ist besser?

Weinkunde Naturkorken
Natur- oder Kunststoffkorken – was ist besser?

Pro Naturkorken

"Ich sage nur Plopp! Plopp ist das Geräusch, das nur ein Naturkorken von sich gibt, wenn er aus der Flasche gezpgen wird. Plopp ist Ambiente und Lifestyle. Es gibt keinen anderen Verschluss für eine Weinflasche, der eine so sinnliche Melodie von sich gibt  wie ein ploppender Korken.

Korken sind zudem etwas Natürliches, man stanzt sie aus der Rinde von Korkeichen. Nein, das ist keine Baumquälerei. Da sind Spezialisten am Werk, die die Rinde behutsam von den Bäumen pellen. Und die wächst in etwa neun Jahren wieder so weit nach, dass sie erneut geerntet werden kann.

Kork ist ein Wunder der Natur. Die Rindenzellen ähneln Bienewaben und sind mit Luft gefüllt. Dadurch kann Kork bis auf die Hälfte seine Größe zusammen gedrückt werden, ohne seine Flexibilität zu verlieren. Es ist das einzige Material, das nachgibt, ohne sich – um den Druck auszugleichen, auf einer anderen Seite auszuwölben.

Und Kork hat ein elastisches Gedächtnis! Wird er zusammengespresst, versucht er, seine ursprüngliche Größe wiederzuerlangen. So dehnt er sich im Flaschenhals, gleicht Unebenheiten aus und verschließt die Flasche jahrzehntelang dicht.

Nur mit echtem Kork kann der Wein in der Flasche reifen und seine derben Gerbstoffe abbauen, weil dieser Mikromengen an Luft durchlässt. Weine mit Kunststoffkorken schmecken schon nach einem Jahr matt und verlieren ihre Frische, weil Kunststoff nicht so elastisch ist und zu viel Sauerstoff durchlässt. Darum nehmen alle großen Weingüter immer noch beste Naturkorken zum Verschließen ihrer Flaschen.

Zu guter Letzt: Der Weintrinker möchte einen guten Tropfen nicht per Schraubverschluss öffnen, sondern er will mit dem Plopp des Korkens an die Weinkultur erinnert werden."

Pro Kunststoff

"Der Stern der Naturkorken ist am verblassen. Immer mehr Flaschen haben Korkfehler. Nicht die deutlichen Stinketöne, sondern die gemeinen, hinterlistigen, verdeckten Korkschmecker. Die einen vorher guten Wein schwach und stumpf machen, ihn nach altem Holz schmecken lassen.

Wer will schon viel Geld für eine Flasche Wein bezahlen, wenn er befürchten muss, dass der Inhalt nicht toll ist? Nur, weil der Plopp beim Öffnen so wichtig sein soll?

Mit Kunststoffkorken oder auch mit Schraubverschluss ist der Flascheninhalt nicht weniger wertvoll, aber hat garantiert keinen Korkton. Schaut man sich die meisten Korken an, sind das nur zusammengeleimte Korkbrösel. Die machen zwar Plopp, sind aber keine echten Korken und halten auch nicht lange. Mit Reifung in der Flasche ist bei denen daher nichts.

Was will der Weintrinker heute? Eine Flasche mit dem fertigen Wein kaufen, aufmachen und mit Genuss leeren. Die Reife soll vorher im Fass stattfinden. So ein Wein braucht keinen gefährlichen Korken, der braucht einen Verschluss, der dicht hält. Am besten einen Schraubverschluss. Wer aber doch den Plopp braucht, ist mit einem Kunststoffkorken bestens bedient. 

In Spanien, Frankreich, Italien und der Neuen Welt werden immer mehr Flaschen mit bunten Silikonstopfen verschlossen. Der Weintrinker hat es längst akzeptiert. Der wundert sich höchstens noch, dass sein Korkenzieher öfter den Geist aufgibt als vorher, weil diese Stopfen so fest sitzen.

Je mehr die alternativen Verschlüsse akzwptiert werden, um so besser werden sie. Und werd das Lagern nicht lassen kann/will: Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis es Kunststoffkorken gibt, die einen Wein genauso reifen lassen wie ein geschmacksgefährdender Naturkorken."

Die beste Temperatur für Wein

Hat jeder schon gehört – Weißwein wird kalt, Rotwein warm getrunken. Warum? Weil wir bestimmte Inhaltsstoffe im Wein bei kühlerer oder wärmerer Temperatur unterschiedlich wahrnehmen. Die Süße eines Weins geht im Mund unter, wenn er zu kalt ist. Das kann uns recht sein, wenn der Wein zu lieblich erscheint – einfach gut kühlen. Säure macht sich ebenfalls weniger bemerkbar, wenn der Wein kühl ist. Bei Rotweinen sind Gerbstoffe (Tannine) dagegen umso markiger, je kälter der Wein ist. Drum schmecken nur Rote mit wenig Tanninen auch gekühlt gut, gerbstoffreiche würden kalt bitter wirken. Aber auch wiederum nicht zu warm trinken. Bei Rotweinen sind die Aromen besser zu beurteilen, wenn sie ein wenig unter Zimmertemperatur probiert werden – sonst überdeckt der Alkohol, der bei Wärme stärker in die Nase steigt, die feinen Nuancen.

Es gibt immer Ausnahmen. Faustregel: Je leichter ein Wein, desto kühler soll er sein, je schwerer, desto wärmer.

Weinkunde Klimaschrank
Die beste Temperatur für Wein

  • Leichte Weißweine, Sekt, trockener Sherry: 8-10 Grad. Tafelweine, einfache Qualitätsweine, Riesling, Grüner Veltliner, Pinot Grigio, Orvieto, Frascati und die meisten italienischen Weißweine, Retsina (3-5 Stunden im Kühlschrank).
     
  • Kräftige Weißweine, Roséweine, halbtrockener Sherry, Portwein: 12-14 Grad. Chardonnay, Meursault, deutsche Spätlese und Weißherbst (2-3 Stunden im Kühlschrank).
     
  • Leichte, weiche Rote: 14 Grad. Beaujolais, Valpolicella, lechte Merlot-Weine, Pinot-Noir aus dem Elsass (Kellertemperatur oder 2-3 Stunden im Kühlschrank, 1 Stunde vor dem Öffnen rausnehmen).
     
  • Kräftige, üppigere Rotweine: 16-18 Grad. Cabernet-Sauvignon-Weine, Rotweine aus der Neuen Welt, Bordeaux, Chianti Classico, Rotweine von der Rhône (kühles Schlafzimmer oder 2 Stunden vor dem Servieren aus dem Keller holen). Schwere, tanninreiche Rotweine 1-2 Stunden vorher entkorken, damit sie durch die Luftzufuhr ihre Aromen besser entwickeln können.

Interview mit Stefan Grabler

Wir haben Stefan Grabler, Sommelier der Weinbar Grapes, in München getroffen. Stefan hat uns die Wein-Empfehlungen für unsere Jahreszeiten-Menüs und dabei eine paar Tipps und interessante Infos rund um das Thema Wein gegeben.

Welcher Wein passt zu welchem Gericht?

Die Zeiten rot zu rot und weiß zu weiß – Rotwein zu rotem Fleisch und Weißwein zu Fisch und hellem Fleisch – sind vorbei. Dennoch passt ein schwerer Rotwein nicht zu einem leichten, vegetarischen Gericht. Weine sollen das Gericht unterstützen, aber nicht überdecken.

So sollte man zu leichten Gerichten leichte Weine servieren. Unter leichten Weinen versteht man Weine mit einem niedrigen Alkoholgehalt von 10 bis maximal 12 %. Es ist aber nicht so, dass leichte Weine weniger Geschmack haben. Viel mehr heißt das, dass die Trauben länger reifen, was in nördlichen Gefilden, dazu zählen auch die Deutschen Weinanbaugebiete, der Fall ist. Deshalb haben die Deutschen Weißweine meist eine so hervorragende Qualität.

Muss jeder Wein dekantiert werden?

Nein! Ein Wein wird dekantiert (siehe Wikipedia), wenn er älter ist und man vermeiden will, dass Bodensatz, der bitter schmeckt, ins Weinglas kommt. Dabei geht man sehr vorsichtig vor. 

Die meisten verstehen aber unter dekantieren den Wein belüften, atmen lassen. Das wiederum heißt in der Fachsprache aber karaffieren. Gerade jungen Weinen tut das sehr gut und man darf den Wein auch schwungvoll umfüllen. 
Es gibt sogar den Tipp, den Wein im Mixer (siehe Wikipedia) zu shaken oder bis zu 15-mal den Wein von einer Karaffe in die andere zu giessen. So kommt viel Sauerstoff an den Wein und er kann sein volles Aroma entfalten.

Sind Weine mit Schraubverschluss schlecht?

Nein, auf gar keinen Fall, es gibt nur noch keine Langzeitstudien. Zehn Jahre sind für einige Weine noch kein Alter. Bei der Ten-Years-after-Verkostung des Weinguides GaultMillau kam heraus, dass die Weine mit Korken schneller altern. Die Weine mit Schraubverschluss haben wesentlich jünger geschmeckt, aber nichts an ihrer Qualität verloren haben.
Dennoch gibt es viele Winzer, die nur echten Korken für ihre Weine verwenden, gerade in Europa. Die Amerikaner und Australier verschließen mittlerweile fast alle Weine mit Schraubverschluss, auch ihre Weine um die 100 Euro.

stefan_grabler
No-Gos – Tipps von Stefan Grabler
 
>> In einen Weißwein gehören keine Eiswürfel, auch wenn es noch so heiß ist.
 
>> Rotwein sollte nicht zu warm getrunken werden, da er an Geschmack verliert. Vielmehr sollte Rotwein im Sommer auch etwas gekühlt sein.
 
>> Das Weinglas nie zu voll einschenken, da sich sonst das Bouquet nicht entfaltet. 

 

Wie teuer sollte Wein sein?

Der Verschluss sagt also nichts über die Qualität des Weines aus. Aber wie ist es mit dem Preis? Leckere und gut Weine gibt es schon ab 4 Euro. Blauer Zweigelt gibt es in unterschiedlichen Preiskategorien und Qualitäten. Natürlich kann man einen 4 Euro Wein nicht mit einem z.B. 15 Euro Wein vergleichen. Aber das heißt nicht, dass dir der teure Wein besser schmecken muss. Deshalb ist es immer ratsam und spannend, die Weine zu probieren. Das geht bei fast allen Weinhandlungen. Oder aber du probierst es zu Hause mit Freunden – eine Rebsorte und unterschiedliche Preiskategorien. Leckere Snacks für deine Weinverkostung findest du auch bei uns.

Was macht man, wenn der Korken bricht?

Man drückt den Korken mit einem Kochlöffelstiel in die Flasche. Wenn der Korken ganz bleibt, einfach den Kochlöffel in der Flasche lassen und ausgießen, so kann der Korken den Flaschenhals nicht wieder verschließen. Sind aber Korkenstückchen in der Flasche sollte der Wein über ein Sieb in eine Karaffe oder direkt ins Glas gegossen werden.

Trocken oder mit Restsüße – was ist besser?

Pro Trocken

"Knochentrockene Weine – vor allem Weißwein – sind nicht jedermanns Sache. Vor allem Anfänger tun sich schwer damit. Ein wirklich trockener Wein ist (...) einer, bei dem der Zuckergehalt, den die Trauben mitbringen, vollständig vergoren ist, der nicht in der Gärung abgestoppt oder nachher mit Süßreserve versetzt ist. Zum Essen gibt es (...) keinen besseren. Und auch zum So-Trinken ist [uns] ein herber Tropfen lieber, bei Spätlese trocken ist (...) Ende. (...)

Ob ein Wein wirklich trocken schmeckt, kann man aber am Etikett nicht erkennen. Nach EU-Regel darf ein Wein "trocken" genannt werden, der bis zu 9 Gramm Restzucker im Liter enthält, wenn der Säuregehalt genügend hoch ist. Das ist kein Wein zum Essen, sondern Fertig-Bowle ohne Obst, da hat man deutlich einen süßen Geschmack im Mund.

Früher hießen solchen Weine "halbtrocken", "trocken" galt nur bis 4 Gramm Restzucker und das war o.k. Heute weiß [man] bei einem Kabinett, wo trocken draufsteht, nicht mehr, ob er herb ist oder schon wie süße Limo schmeckt. (...) Ganz trockene deutsche Weine findet man am ehesten unter der Bezeichnung "Diabetikerwein", nur bei ihnen steht auf dem Rückseitenetikett, wie viel unvergorenen Zucker sie enthalten.

(...)"

Pro Restsüße

"Das Dogma, nur trockener Wein ist ein guter Wein, ist ein typisch deutsches Missverständnis. In anderen Weinbauländern wird sowohl herber als auch süßerer Wein getrunken, je nachdem, zu wechem Anlass oder zu welchem Anlass. Trockenen Weinen mit viel Säure fehlt die Süße, die sie erträglicher macht und den Geschmack abrundet. Um die Salatsauce milder zu machen, gibt man eine Prise Zucker dran. Und keine italienische Mama wird vergessen, etwas Zucker an die Tomatensauce zu geben, um die Säure zu mildern. Beim Wein ist es nicht anders. Überwiegt der saure Geschmack, wirkt er unharmonisch. Ein bisschen mehr Süße und schon ist er rund.

Knochentrocken ist schon lange nicht mehr das allein Seligmachende. Wer das behauptet, denkt recht einseitig. Zum Essen passen sehr wohl auch Weine mit ein bisschen Restsüße, z.B. zu Fisch und Meeresfrüchten mit Butter oder Sahnesauce und zu asiatischen Gerichten.

Ob man ganz süße Weine mag, ist eine persönliche Angelegenheit. Aber Qualität nur an der Bezeichnung "trocken" festmachen zu wollen, ist einfach falsch. Es gibt außergewöhnliche Dessertweine, die von Natur aus einen hohen Zuckergehalt haben und die zu den besten der Welt gehören wie Beerenauslesen, Sauternes, Muscat de Rivesaltes, Banyuls. Wichtig ist nur, dass der Wein harmonisch wirkt. Süße und Säure, Alkohol und Aromen müssen ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Mal ehrlich – ganz schön viele trinken doch lieber einen Wein mit ein bisschen Restsüße, der nicht gleich Löcher in den Magen frisst. Zwischen ganz trocken und süß gibt es gerade beim Wein so viele Übergänge, dass jeder das finden kann, was ihm am besten schmeckt. (...)"

Basic-Werkzeuge

Weinkunde Korkenzieher
Korkenzieher

Ohne den geht gar nichts (mal von Flaschen mit Schraubverschluss abgesehen). Preis reicht von geschenkt bis sauteuer. Für Geschickte das Beste: ein Kellnermesser. Darauf achten, dass die Spirale eine "Seele" hat (man kann ein Streichholz durchstecken) und dass das Gerät stabil ist, gut in der Hand liegt und keine taschenunfreundlichen Ecken hat. Mit einem kleinen Messer daran lässt sich die Kapsel abschneiden. Spirale senkrecht auf den Kork setzen und gerade (!) eindrehen. Beim Herausziehen hilft der Hebel, der auf den Flaschenhals aufgesetzt wird.

Unkompliziert und leicht zu handhaben ist einer, der durch einfaches Weiterdrehen auch fest sitzende Korken von selbst langsam herauszieht. Gibt es aus Kunststoff in vielen Farben oder aus Metall und hört auf den Zunamen "Pull". Die Spirale sollte breit und glatt, die Spitze wirklich spitz sein, dann wird der Korken nicht zerbröselt. Für Vielflaschenöffner gibt es dieses Gerät auch als große Zange mit Hebelmechanik.

Ein Öffner für Spezielles nennt sich "Butlers Friend" oder "Ah-so-Korkenzieher", bei dem zwei Stahlfedern zwischen Stopfen und Glas gehebelt werden.

Weinkunde Ausgießhilfe
Ausgießhilfe
Ein ebenso unscheinbares wie nützliches Gerät vor allem für Rotwein, der ohne dieses regelmäßig die Tischdecke mit Flecken versieht. Die Ausgießer verhelfen dem grobschlächtigen Flaschenhalsende zu einer scharfen Kante, die herablaufende Tropfen verhindert. So ein Teil sollte stabil und leicht zu reinigen sein. Die Formen der massiven Hilfen reichen von elegant-unauffällig bis klotzig-technisch (manche sprudeln als "Dekantierausgießer" sogar noch Luft in den Wein).
 
Eher in die Kategorie Software gehört der "Drop-Stop". Eine runde, metallische Plastikscheibe, die zu einer Röhre zusammengedreht und in den Flaschenhalsgesteckt wird (nicht zu tief, sonst ist sie weg und kann nur mit einem Hammer wieder aus der Flasche geholt werden). Beim Ausgießen sollte es jetzt nicht mehr tropfen, auf der Beschichtung der Scheibe läuft der letzte Tropfen in die Flasche zurück. Vorsicht beim Herausziehen der Folienscheibe, sie springt kraftvoll in ihre ursprüngliche Form zurück.
Weinkunde Thermometer
Weinthermometer

Praktisch, um das eigene Temperaturempfinden mit den tatschlichen Celsiusgraden zu vergleichen und unverzichtbares Requisit für Genießer, die Wein mit der richtigen Kühle oder Wärme servieren wollen. Ein Weinthermometer aus Glas wird in den Wein gehängt und zeigt nach kurzer Zeit die Temperatur gradgenau an. Es gibt kurze für das Weinglas und längere für die Flasche. Sie sollten leicht ablesbar, stabil und gut verstaubar sein.

Anders funktionieren die Banderolen, die außen um die Flasche gelegt werden und mit einem Leuchtband oder Leuchtziffern die Temperatur anzeigen. Sie funktionieren auch bei geschlossenen Flaschen, geben aber nur die Außentemperatur der Flasche, nicht die des Inhalts an.

Weniger dekorativ, aber schnell und robust: ein Digitalthermometer mit langem Fühler aus dem Elektronikladen. Funktioniert in Flasche und im Weinglas.

Weinkunde Weinkühler
Weinkühler

Nicht nur für Party und Picknick wichtig, sondern auch auf dem Tisch sehr praktisch, damit der Wein nicht so schnell warm wird. Unkompliziert sind die Weinkühler aus doppelwandigem Kunststoff, die wie eine Thermosflasche funktionieren und die gekühlte Flasche darin lange auf ihrer Temperatur halten.

Die Alternative sind die Röhren aus porösem Ton, die sich erst in kaltem Wasser vollsaugen müssen. Dann ausleeren, Flasche reinstellen und vom verdunstenden Wasser kühlen lassen. Bei feiner Tischdecke aber auf eine Unterlage stellen, sonst gibt es Wasserflecken darauf.

Sektkühler, die mit Wasser und Eiswürfeln bestückt werden, halten natürlich auch Weißweine und leichte Rotweine kalt.

Für die Blitzkühlung gibt es kleine Eismanschetten, die mit einer speziellen Gefrierflüssigkeit gefüllt sind, die nicht erstarrt. Im Tiefkühler frosten und dann über die Flasche ziehen. Ideal, um den Wein schnell kalt zu kriegen (nicht zu lange innig umschlingen lassen, sonst wird er schnell zu kalt).

Weinkunde Karaffe
Karaffe

Braucht man, um jungen Wein zu belüften oder älteren zu dekantieren. Sollte aus klarem Glas sein, damit man in der Karaffe die Weinfarbe schon erkennen kann. Anfangs (oder für verdeckte Proben mit mehreren Rotweinen) tun es auch die billigen Bistrokaraffen mit einem Liter Inhalt (sonst passt keine ganze Flasche hinein).

Unter den Edelgefäßen gibt es zwei Typen: schmale hohe, die zum Depot-Dekantieren älterer Rotweine gedacht sind, die nicht zu viel Luft bekommen dürfen. Und die unten weit ausladenden mit schmalem Hals. Oben dürfen nicht zu viele Aromen entweichen, unten soll der Wein über die große Oberfläche sehr viel Luft aufnehmen können. Diese sind die richtigen zum Sturzdekantieren und für jüngere, gerbstoffreiche Rotweine.

Daneben gibt es auch noch entenförmige Glaskaraffen mit Silberausgießer und Deckelchen, ursprünglich zum Depot-Dekantieren und blubberfreiem Ausgießen gemacht, heute aber vorwiegend als edler Tischschmuck gebraucht.

Weinkunde Verschluss
Flaschenverschluss

Es soll ja Leute geben, die Flaschen nur halb austrinken. Bei einer größeren Runde passiert das sogar öfter. Dann wäre ein Verschluss nicht schlecht. Eigentlich würde ja der flascheneigene Korken genügen, aber oft ist er zerbröselt oder lässt sich, weil er aus Kunststoff ist oder der Kork sich ausgedehnt hat, nicht mehr eindrehen. Ideal ist ein Korkenersatz, der in verschieden dicke Flaschenhälse passt und auch im Getränkefach des Kühlschranks – bei Weißweinen – nicht zu sperrig ist.

Für Sekt- und Champagnerflaschen gibt es verschiedene Systeme, die die Flasche dicht verschließen und das Teil so am oberen Flaschenhals festklemmen, dass es durch den Kohlensäuredruck nicht rausploppt.

Technikfans können Vakuumpumpen kaufen, mit denen über einen speziellen Verschluss die Luft aus der Flasche gezogen wird. Zarte, duftige Weine verlieren dabei aber an Aroma und Spritzigkeit.

Die einfachste Methode: Die Weinreste in kleinere, gerade passende Flaschen (Mineralwasserfläschchen) umfüllen und fest verschließen.

Wie Rotweinflecken rausgehen

Ein Rotweinfleck auf Hemd oder Bluse ist genauso hartnäckig wie ein Kaugummi auf der Schuhsohle. Am besten das Entfernen mal an einem alten weißen T-Shirt probieren, dann klappt es auch im Ernstfall. Also Rotweinglas in die Hand und so viel vom Inhalt auf das Probestück gekippt, dass ein schöner Fleck entsteht. Und dann...

Weinkunde Rotwein Flecken
Bastelstunde – Wie Rotweinflecken rausgehen

Ganz wichtig:
Der Fleck darf unbehandelt nicht eintrocknen. Wenn kein Wasserhahn zum sofortigen Auswaschen in der Nähe ist, den Fleck mit einer sauren Flüssigkeit wie Weißwein (nicht mit Rotwein!), Zitronensaft oder Mineralwasser anfeuchten, dann kann er sogar wieder trocknen und geht trotzdem bei der Wäsche (meist) raus.

Wirkt fast immer:
Den Fleck sofort dick mit feinem Salz bestreuen und leicht einreiben (falls Damenbluse getroffen: Salzstreuer in die Hand drücken und Weg zur Toilette zeigen). Eine halbe Stunde eiwirken lassen, dann ausspülen.

Bei Teppichböden:
Den Fleck ebenfalls dick mit Salz bestreuen und vorsichtig einmassieren. Nach einer halben Stunde das Salz mit dem Staubsauger entfernen, Reste mit einem feuchten Schwamm abnehmen. Den Schwamm nur so feucht machen, dass man etwas Wasser in den Teppich pressen und gleich wieder aufsaugen kann. Schwamm ausspülen und fortfahren, bis der Fleck weg ist.

Brutalo-Methode (nur für weiße, unempfindliche Stoffe):
Fleck mit konzentrierter Chlorbleichlauge (Clorix, Domestos) behandeln, kurz einwirkenlassen, dann gründlich ausspülen. Vorsicht – die Lauge greift die Haut an und kann farbige Stoffe völlig verfärben! Also an einer "unauffälligen Stelle" (z.B. dem Rocksaum) testen, wie sich der Stoff verhält.

Bio-Weine – Pure Klasse statt Masse

Große Weine kann man nicht gegen die Natur machen, das begreifen immer mehr Winzer.

Weinkunde Wein Reben
Grundsätze des Bio-Weinbaus

Grundsätze des Bio-Weinbaus

  1. Auf Kunstdünger und synthetische Spritzmittel verzichten. Nur organische Düngung, Pheromonfallen (künstliche Sexualduftstoffe zum Anlocken von Schädlingen), Bakterienpräparate, Netzschwefel und (noch) Kupferbrühen sind erlaubt.
     
  2. Rebzeilen mit Pflanzen begrünen, die im Herbst als natürlicher Stickstoffdünger verwendet werden können.
     
  3. Nützline wie Vögel und Marienkäfer stärken, die die Schädlinge vernichten, z.B. durch Hecken, Rebzeilenbegrünung, Natursteinmauern.
     
  4. Reben kräftigen durch Spritzen mit Pflanzenextrakten (z.B. Brennnessel- und Schachtelhalmbrühen).
     
  5. Ökonomischen Wasserverbrauch anstreben, den Wein kaum schwefeln, Beerenschalen und Hefereste von der Weinbereitung als Dünger einsetzen.
     
  6. Künstliche Schönungsmittel wie PVPP sind verboten, Bentonit (Tonerdepulver) und Kieselgurfilter zum Entfernen der Trübstoffe im Wein erlaubt.

Holzfass oder Stahltank – was ist besser?

Weinkunde Weinfässer
Holzfass oder Stahltank – was ist besser?

Pro Stahltank

"Ohne die Erfindung des Edelstahltanks würde es heute nicht so viel guten Wein geben. Warum nehmen Köche Edelstahltöpfe? Weil sie hygienisch sind und keinen Eigengeschmack ans Essen abgeben. Weil sie sich am besten reinigen lassen. Ein altes Holzfass ist innen voller Weinsteinkristalle und verleiht den Weinen eine muffig-modrige Note. Wer will denn heute noch die schwerfälligen, dunkelfarbenen Weine trinken, wie sie vor der Entwicklung des Stahltanks üblich waren?

Ein Edelstahltank lässt dem Wein seinen traubeneigenen Geruch und Geschmack. Frische Holzfässer geben ihm ein artfremdes Aroma nach Holz, Vanille oder Rauch. Solche sind zwar beim Weintrinker in Mode gekommen, aber Moden vergehen auch wieder. Der Ausbau im neutralen Tank erhält die Frische und die Fruchtigkeit, das Terroir der Weine kommt besser zur Geltung. Deshalb verwenden sehr wohl auch die Traditionalisten unter den Winzern die Stahltanks.

Vor allem die Weißweine profitieren vom Edelstahl. Die Möglichkeit, die Tanks zu kühlen, hat zu dem feinen, spritzigen und knackigen Weintyp geführt, der heute vor allem von jungen Weintrinkern bevorzugt wird. So eine temperaturkontrollierte Gärung hat erst die Weißweinerzeugung in wärmeren Ländern ermöglicht. Nicht nur aus der Neuen Welt, auch aus Spanien, Süditalien und Griechenland kommen heute Weißweine, die so frisch und fruchtig schmecken, dass sie lässig mit den Weinen aus kühleren Regionen mithalten können.

Weine aus dem Edelstahl sind jung trinkbar. Sie müssen nicht lange im Keller lagern und die Mikrooxidation ist doch eher eine fixe Idee der Holzfassfans. Zufuhr von Luft geschieht zu 90 Prozent durch den Abstich, das Umfüllen in einen anderen Tank, die Luftzufuhr beim Barrique macht nur 10 Prozent aus. Und die künstliche Mikrooxidation wenden viele Weingüter an, die früher trinkbare, süffigere Weine herstellen wollen."

Pro Holzfass

"Holz und Wein gehören einfach zusammen. Das muss kein kleines Barrique sein, wie es in Bordeaux und im Burgund schon immer üblich war, es kann auch ein klassisches Fass von über tausend Liter Inhalt und mehr sein.

Ein Fass hat nichts mit Kellerromantik zu tun. Auch das Argument, Edelstahl sei hygienischer, trifft nicht unbedingt zu. Im Holz, vor allem im Eichenholz sitzen Tannine und andere Stoffe, die das Bakterienwachstum verhindern. Ein Holzfass muss nur gut gepflegt werden, dann hält es viele Jahre. Und mag Edelstahl noch so edel sein, es verleiht dem Wein doch einen metallisch-kalten Geschmack.

Frisches Holz gibt besonders viel Tannine und Phenole an den Wein ab. Das macht ihn auf natürliche Weise in der Flasche haltbar und langlebig, er muss bei der Abfüllung in Flaschen weniger geschwefelt werden und ist damit bekömmlicher und gesünder. Ein guter Winzer baut nur seine besten, gehaltvollsten Weine im Barrique aus, damit die Holzwürze den Wein nicht erschlägt. Also sind Barriqueweine etwas Besonderes und auch entsprechend teuer.

Ein Holzfass ist das ideale Behältnis für Rotweine. Sie brauchen ein bisschen Sauerstoff (der dringt ganz von selbst durch die Poren des Holzes), damit die herben Tannine sich zu größeren Molekülen zusammenfügen und der Wein weicher, sanfter und milder wird. Das ist das Geheimnis der Reifung im Fass. Da braucht es keine künstliche Mikrooxidation, bei der feinste Luftbläschen in den tank gesprudelt werden.

Klar, ein Holzfass kann nur durch die Kellertemperatur kühl gehalten werden. Deshlab ist es für Großkellereien und Weinfabriken in heißen Ländern nur geeignet, wenn der ganze Lagerraum gekühlt wird. Aber bei unseren besten Winzern ist das große Holzfass wieder im Kommen. Der Wein daraus lebt!" 

Top Six – Die Indizien

Weinkunde Das- Terroir
Das Terroir

Weinreben wachsen auf fast jedem Boden. Aber nur auf bestimmten Lagen ergeben sich auch gute Weine. Die Franzosen prägten dafür den Begriff "Terroir", welcher nicht nur den Boden an sich meint, sondern alle für ein gutes Rebenwachstum wichtigen Kriterien wie Kleinklima (das spezielle Klima, das auf diesem Weinberg herrscht), Bodenneigung, Ausrichtung der Sonne, Bearbeitungsmaßnahmen wie Hacken oder Begrünen und die natürlich vorkommenden Hefen umfasst. Das Paradoxe: Auf sogenannten "guten Lagen" leidet die Rebe. Sie muss sich ziemlich anstrengen und ihre Wurzeln mehrere Meter tief in den Untergrund treiben, um in sehr trockenen Jahren überleben zu können. Statt viele Blätter zu bilden, steckt sie ihre Kraft in die Beeren. Für den Winzer ist das gut. Solche Trauben ergeben dichte, aromenreiche Weine mit viel Persönlichkeit. Wird dann noch mit den weinbergseigenen Hefen vergoren, entstehen echte "Terroirweine", die typisch für die Lage sind.

Weinkunde die Rebe
Die Rebe

Es gibt edle Rebsorten (Cabernet-Sauvignon, Riesling) und weniger edle (Trollinger, Elbling), die entweder feine oder einfache Weine liefern. Auch eine Edelrebe lässt nur beste Trauben wachsen, wenn sie mit ihrer Umwelt im harmonischen Gleichgewicht steht. Sonst erhält man trotz "edel" nur belanglose Tröpfchen. Ebenso prägt das Rebenalter den Wein: Je älter ein Rebstock, desto kleiner werden die Beeren und desto geschmackvoller die Weine. Allerdings ist irgendwann die Rebe erschöpft, es muss neu gepflanzt werden. Dann dauert es Jahre, bis die Reben wieder beste Trauben liefern. Der Ertrag lässt sich aber durch die Rebpflege beeinflussen. Je mehr Trauben der Winzer an einer Rebe lässt, desto weniger Aroma haben die Beeren und umso dünner wird der Wein. Je weniger Trauben, desto intensiver, dichter und konzentrierter wird er. Guten Wein macht nur der Winzer, der seine Reben pflegt und klein hält.

Weinkunde die Reife
Die Reife

Wenn die Trauben reif sind, werden sie geerntet. Es gibt aber verschiedene Reifezustände der Beeren. Die Regel "je reifer die Beeren, desto besser der Wein" gilt nicht immer. Während des Reifevorgangs nimmt der Zuckergehalt in den Beeren zu, die Säure dagegen ab. Für Weißweine wäre ein zu geringer Säuregehalt ungünstig, sie würden langweilig schmecken. Deswegen werden in heißen Gegenden, wo die Beeren sehr schnell reifen und Säure abbauen, die Weißweintrauben eher frühreif geerntet, solange sie noch genügend Säure enthalten, um später den Wein frisch schmecken zu lassen. Auch für Rotweine sollte noch etwas Säure verbleiben, damit sie nicht langweilig wirken. Mehr Zucker in den Trauben gibt bei der Gärung mehr Alkohol, der für Haltbarkeit und Geschmack sorgt. Aber irgendwann ist die Zuckerbildung so weit fortgeschirtten, dass nichts mehr dazukommt, dann sind die Trauben vollreif, enthalten noch ausreichend Säure und haben Aromenstoffe angereichert. Sie ergeben konzentrierte, reiche Weine. Bleiben die Beeren dann noch länger am Weinstock, schrumpeln sie und ergeben hochfeine, edelsüße Weine.

Weinkunde die Presse
Die Presse

Die Trauben dürfen bei der Ernte nicht zerdrückt werden, sonst gehen die überall sitzenden Hefen und Bakterien ans Werk und es beginnt eine nicht gewollte unkontrollierte Gärung, die sich dann später im Wein durch Essigtöne und unangenehme Aromen bemerkbar macht. Erst in der Kellerei werden die Beeren zerkleinert. Für Rotwein wird diese Maische erst vergoren, dann wird der Most abgepresst (gekeltert), bei Weißwein wird nicht gleich gepresst. Der Druck entscheidet, ob nur wenig oder viel Wein entsteht. Der Saft, der von selbst aus der Presse kommt, ist der aromenkonzentrierte "Vorlaufmost", den Winzer für sehr gute Weine verwenden. Wird dann mäßig Druck auf die Presse gegeben, tritt der Erstpressungsmost aus, der immer noch gehaltvolle Weine liefert. Erhöht man den Druck, fließt weiterer Most aus der Presse, der jedoch dünner ist und mehr Tannine enthält, da jetzt die gerbstoffreichen Häute stärker bearbeitet werden. Noch mehr Druck, und die Häute und Kerne (besitzen ebenfalls Tannine) werden zerquetscht – der Wein schmeckt rau und ruppig. Der Kellermeister kann durch die Mischung der verschiedenen Moste bestimmen, ob es viel oder ob es guten Wein gibt.

Weinkunde das Anreichern
Das Anreichern

Was die Natur versagt, bringt der Zuckersack in den Wein. Nicht etwa den süßen Geschmack, den bekommt er durch die "Süßreserve" (keimfrei gemachter süßer Traubensaft, der nach der Gärung zugesetzt wird). Sondern den fehlenden Alkoholgehalt. Wie das? Zucker wird vor der Gärung unter den Most gemischt und die Hefen wandeln ihn wie den Beerenzucker in Alkohol um. Diese Zuckerzugabe ist in Frankreich, Deutschland und Österreich üblich (in Deutschland aber verboten für Qualitätsweine mit Prädikaten wie Kabinett, Spätlese, Auslese). Solche angereicherten ("chaptalisierten") Weine kann man nicht am Geschmack (höchstens bei einer Laboranalyse) erkennen, wenn der erhöhte Alkoholgehalt im richtigen Verhältnis zu den sonstigen Weininhaltsstoffen steht. Wird ein vorher zu schwacher Wein angereichert, schmeckt er "brandig", nur nach Alkohol wie ein Schnaps.

Weinkunde der Ausbau
Der Ausbau

Edelstahltank oder Holzfass, klein oder groß, das sind die "Terroirs" des Ausbaus. Kompletter Luftabschluss wie beim Stahltank ergibt sehr fruchtbetonte, frische Weine, die schnell zu trinken sind, aber auch schnell abbauen und dann fade schmecken. Große Holzfässer, durch deren Poren winzigste Mengen Sauerstoff zum Wein dringen (Mikrooxidation), bringen stabile, haltbare Weine hervor. Vor allem Rotweine werden so feiner und sanfter, "geschmeidiger" durch die feinst dosierte Luftzufuhr. Die kleinen Holzfässer, die Barriques (vorwiegend aus Eichenholz), sind vor allem für die Würze gehaltvoller Weine verantwortlich. Ein- bis höchstens dreijährige Barriques geben ihr intensives Holzaroma an den Wein weiter. Ein Barrique aus französischer Eiche zaubert zudem Vanillenoten in den Wein, eines aus amerikanischer Eiche einen Duft nach Karamell. Rauchige, mokkaähnliche Noten erhält der Wein, wenn die Fassbretter beim Zusammenbauen über offenem Feuer stärker "getoastet" (geröstet) wurden.

Vom Frühstückswein zum Schlummertrunk

Auch schon beaobachtet, dass Wein auf Geist und Seele wirken kann? Dass er manchmal munter oder müde, fröhlich oder traurig macht? Und dass der eine Wein prima zu 'ner Party, der andere besser zu einem besinnlichen Abend? Wein in Maßen (wobei damit nicht die bayerische Biereinheit zu einem Liter gemeint ist!) ist nicht nur Genuss-, sondern auch Stimulationsmittel. Zum Glück gibt's für jede Stimmung und Tageszeit, für jeden Anlass den passenden Wein.

Weinkunde Wein Tageszeit
Vom Frühstückswein zum Schlummertrunk

Frühstücksweine

Die trinkt der Winzer schon zum Frühstück oder zur Vesper am Vormittag. Meist weiße leichte Hausschoppen oder trockene Tafelweine aus Silvaner- oder Müller-Thurgau-Trauben, frisch und jung am besten. Klassischer Frühshoppenwein in Frankreich ist der Bourgogne Aligoté aus dem Burgund. Aus Italien käme ein Bianco aus Sizilien oder ein neutraler Soave in Frage.

Mittagsweine

Aufgepasst: bei Geschäftsessen Riesling und Co. meiden! Da kratzt säurereicher Weißwein zu sehr auf und ein ohnehin nervöser Geschäftspartner wird noch hektischer. Ein neutraler, milder Weißwein wie Chardonnay oder Grauburgunder passt besser. Oder ein fruchtiger Rotwein wie ein Spätburgunder (Pinot Noir) oder ein Südtiroler Vernatsch (St. Magdalener). Er muss nach roten Beeren duften, auf keinen Fall gehaltvolle Rotweine mit Gewürzaromen wählen, die machen müde.

Weißwein für den Kopf

Wenn am Nachmittag die Konzentration nachlässt: Bei den meisten wirkt herber, säurebetonter Weißwein wie ein Riesling, Silvaner oder Grüner Veltliner stimulierend auf das Gehirn. Geist, Kreativität und Fantasie werden angeregt. Prima Weine zum Diskutieren, Assoziieren und Planen. Mäßiges Weißweintrinken ist wie Gehirnjogging, die geistige Frische bleibt bis ins hohe Alter erhalten. Sagen Wissenschaftler.

Kaffeekränzchenweine

Am später Nachmittag (zu Kuchen) ist ein frischer, saftiger Weißwein gut. Ein nach gelbem Obst schmeckender Chardonnay wäre hier richtig. Oder ein italienischer Grechetto Colli Perugini aus Umbrien – nett, offenherzig und unterhaltsam. Sehr gut auch ein österreichischer Gumpoldskirchner Zierfandler trocken oder ein Spätrot-Rotgipfler halbtrocken. Oder auch ein Prosecco.

Rotwein fürs Gefühl

Nach der Arbeit ist Rotweinzeit. Ein Roter spricht die Seele an, beruhigt und entspannt. Aber nicht zu viel davon trinken, das macht oft sentimental. Für eine fröhliche Runde auf der Terrasse einen leichten Rotwein bevorzugen. Ein Spätburgunder oder Lemberger aus Baden, Trollinger oder Schwarzriesling aus Württemberg kämen da in Frage. Auch Rotweine von den Côtes-du-Rhône oder Coteaux du Tricastin aus Frankreich sind gut geeignet.

Partyweine

Für die fröhliche Feier am allerbesten einen alkoholarmen Wein nehmen, der nicht zu viel Säure hat und von dem man ruhig auch ein paar Gläser mehr trinken kann. Also keinen Riesling, sondern einen Silvaner, trockener Müller-Thurgau (z.B. aus Baden) geht auch. Oder ein Grauburgunder, der in Italien Pinot Grigio heißt und dort meist ein einfaches, nettes Tröpfchen ist, das locker über die Zunge geht.

Kuschelweine

Bei Weinen fürs Rendezvous oder Candle-Light-Dinner aufpassen: Wein kann bei Männern und Frauen unterschiedlich wirken. Was ihn munter macht, kann sie leicht müde werden lassen. Immer gut: Champagner. Als Wein ist ein nicht zu schwerer, weicher Rotwein, der nach vollreifen schwarzen Beeren, dunklen Kirschen und Schokolade schmeckt wie ein feiner Shiraz aus Australien (wäre nicht schlecht, wenn er einige Jahre auf dem Buckel hat), am besten. Auch Klasse: ein älterer Montepulciano d'Abruzzo oder ein Vino Nobile di Montepulciano aus Italien (alles Edeltröpfchen bitte, keine Dreizwanzig-Buddeln). Oder eine deutsche Spätburgunder Spätlese, die nach Himbeeren, Marzipan und Teerosen duftet. Nicht zu verachten ist ein feuriger Spanier, z.B. eine Rotwein-Cuvée von Tempranillo (hört sich schon nach Temprament an) und Cabernet-Sauvignon aus Utiel-Requena. Unbedingt meiden: Roséweine, vor allem Spätburgunder Weißherbst aus Baden (heißt dort "Händelestifter", weil er nach zwei oder drei Gläsern Streit herausfordert), ebenso die Provence-Rosés. Sie können schnell für ungute Stimmung sorgen.

Meditationsweine

Am Abend allein oder zu zweit auf dem Sofa, dezentes Licht, entspannen, in sich gehen. Das ist die Stunde der Meditationsweinen, der großen Rotweine, die mit ihrem Duft den Raum erfüllen. Bei denen man die Nase gar nicht mehr aus dem Glas nehmen mag und die Gedanken Flügel bekommen. Das könnten feine Cabernet-Sauvignon-Rotweine sein, Super-Toskaner wie Sassicaia und Ornellaia oder ein Grand Cru aus dem Bordeaux, Médoc. Oder ein großer Merlot aus Stellenbosch, Südafrika. Aber auch eine Riesling Spätlese aus Franken, drei Jahre alt, ist ein Wein zum Abtauchen.

Schlummerweine

Kurz vor dem Schlafengehen beim Weingenuss vorsichtig sein. Ein bisschen zu viel vom Roten oder Weißen und man schläft schlecht. Also nur ein halbes Glas bedächtig genießen, den Rest gut verkorken und für den nächsten Tag aufheben. Die besten Schlafbringer sind reife, runde Rotweine aus Syrah-oder Tempranillo-Trauben aus warmen Ländern, z.B. aus Süditalien und Spanien.

Schaumweine – Prickelndes aus aller Welt

Wenn ein Korken aus der Flasche knallt, ist meistens Sekt darin. Oder Champagner, Crémant, Cava, Spumante ...

Weinkunde Schaumwein
Schaumweine – Prickelndes aus aller Welt

  • Champagner: Französischer Schaumwein aus dem eng begrenzten Gebiet Champagne, hergestellt nach der "Methode Champenoise" (Flaschengärverfahren).
     
  • Crémant: trockener Schaumwein aus anderen Regionen Frankreichs, im Champagnerverfahren hergestellt.
     
  • Cava: spanischer Schaumwein, Herstellung/Qualität wie Champagner.
     
  • Spumante: italienischer Schaumwein – von süße wie "Asti Spumante" bis trocken wie der "Prosecco Spumante" (aus der Prosecco-Traube, im östlichen Venetien hergestellt), und der trockenere "Moscato d'Asti" aus dem Piemont.
     
  • Franciacorta: italienischer Edelspumante aus der Franciacorta (Flaschengärung!).
     
  • Sekt: deutscher Schaumwein, wenn nichts anderes angegeben: Tankgärverfahren; sonst steht "traditionelles Flaschengärverfahren" auf dem Etikett.

Top Six – Wein & Essen

Weinkunde Wein Fisch
Fische & Meeresfrüchte

Weine zum Essen: Ausschlaggebend ist nicht die Art des Seafoods, sondern dessen Zubereitungsweise. Kommt der Eigengeschmack von Fisch und Scampi, Garnelen oder Tintenfisch besonders gut zur Geltung wie beim Dünsten oder sanften Braten, passt ein leichter trockener Weißwein, der dezent zur Seite steht. Typ: deutscher Silvaner, Riesling Kabinett, Elbling von der Mosel, Bordeaux Blanc und Entre-Deux-Mers aus Bordeaux, Pouilly-Fuissé aus dem Burgund, Sancerre von der Loire, Chenin Blanc von Südafrika, Colombard aus Australien, Sauvignon Blanc aus Kalifornien.

Werden Fisch und Co. gebraten oder gegrillt, schmeckt auch ein Spätburgunder Weißherbst aus Baden, ein Schillerwein aus Württemberg oder ein roter Côte de Nuits-Villages aus Burgund dazu.

Weine zum Kochen: Silvaner, Bordeaux Blanc oder roter Barbera aus dem Piemont.

Weinkunde Wein Gemüse
Gemüse

Weine zum Essen: Gemüse in heller sahniger Sauce ruft nach Weißwein vom Typ Müller-Thurgau oder Grauburgunder aus Baden, Riesling von der Mosel oder aus Sachsen, Pinot Grigio aus Südtirol, Est! Est! Est!!! di Montefiascone Secco aus Latium oder Vermentino du Gallura (Italien), Sauvignon Blanc von der Loire, Rueda aus Spanien.

Fruchtgemüse wie Auberginen, Zucchini und Paprikaschoten brauchen meistens einen Rotwein. Gut: mittelkräftiger Spätburgunder aus Baden, Chianti (Classico oder Colli Senesi), Côte du Rhônes Villages, Corbières aus dem Languedoc, roter Landwein aus Kreta (Griechenland).

Weine zum Kochen: Als Weißwein ein Chardonnay, als Rotweine ein Vin de Pays d'Oc aus dem Languedoc, ein Valpolicella aus Venetien und ein Landwein aus Kreta.

Weinkunde Wein Italienisch
Italienisches mit Tomate

Weine zum Essen: Zu Spaghetti, Pizza und anderen italienischen Gerichten mit Tomaten passt natürlich ein nicht zu gehaltvoller Rotwein aus Italien am besten. Corvina am Gardasee, Bardolino Superiore aus venetien, Montepulciano d'Abruzzo, Pinot Nero von den Colli Orientali oder Merlot aus dem Friaul, ein Rupìcolo oder nicht zu junger Primitivo aus Apulien, ein Monica oder Cannonau di Sardegna aus Sardinien – das wären hier die Richtigen. Experimentierfreudige probieren auch mal einen Shiraz aus Australien, einen Vin de Pays oder einen Merlot Pic Saint-Loup aus dem Languedoc, einen Schwarzriesling aus Württemberg oder einen Spätburgunder aus Baden dazu aus.

Weine zum Kochen: Südtiroler Vernatsch, Sangiovese di Romagna, leichter Barbera d'Asti oder di Piemonte, Bardolino Classico.

Weinkunde Wei helles Fleisch
Helles Fleisch & Geflügel

Weine zum Essen: Wird Schwein, Kalb oder helles Geflügel nur kurz natur gebraten, schmeckt auch Sekt, Prosecco oder Cava dazu. Mit einer hellen Sauce ist etwas Gehaltvolleres wie ein Rheingauer Riesling, eine Silvaner Spätlese aus Franken, Chardonnay Kabinett von der Hessischen Bergstraße, Riesling Spätlese aus der Pfalz oder von der Nahe, ein Grand Cru Classé de Graves aus dem Bordeaux oder ein Tokaji Furmint Sec (trockener Weißwein aus Ungarn), besser.

ZU geschmortem Fleisch kann's auch ein leichter Rotwein, ein Dornfelder aus der Pfalz, ein Spätburgunder Weißherbst vom Bodensee oder aus Baden oder auch ein Beaujolais-Villages sein.

Weine zum Kochen: Als Weißwein Colombard aus Australien, Gutedel aus Baden, Elbling von der Mosel oder roter Beaujolais.

Weinkunde Wein dunkles Fleisch
Dunkles Fleisch

Weine zum Essen: Zu Rind und Lamm vom Grill passt ein kräftiger Rotwein aus dem Languedoc, ein Bourgueil von der Loire und ein Negroamaro aus Apulien.

Nicht zu schwere Schmorgerichte vertragen sich mit Südtiroler Lagrein, Pinotage aus Süßdafrika (auch zum Kochen), Rosso Conero aus den marken, Cabernet aus dem Trentino, Valpolicella Classico Superiore aus Venetien, Pinot Noir aus dem Burgund.

Zu kräftigen Gerichten älterer Barolo oder Barbera del Monferrato aus dem Piemont, Vitiano oder Colli Amerini Rosso aus Umbrien, Rasteau von den Côtes du Rhône Villages, Shiraz-Cabernet-Sauvignon-Cuvée aus Australien, Coastal Zinfandel aus Kalifornien.

Weine zum Kochen: Sangiovese del Rucibone, einfacher Cabernet-Sauvignon aus Chile.

Weinkunde Wein Kuchen
Desserts & Kuchen

Weine zum Essen: Zu fruchtigen Desserts munden auch süße Sekte (Cava Dulce, Moscato d'Asti Spumante, Rosé-Champagner) oder ein Vouvray von der Loire, ein Vino Passito aus der Emilia-Romagna oder Riesling-Auslesen aus Deutschland.

Desserts und Kuchen mit feiner Schokolade schmecken am besten mit herberen Dessertweinen wie Tokaji aus Ungarn, Grauburgunder Auslese trocken von der Bergstraße, Rasteau von den Côtes du Rhône, ein Vin Doux Naturelles aus dem Rousillon (Banyuls, Maury, Muscat de Rivesaltes) oder die Vini Santi aus Norditalien.

Richtig für Süßmäuler sind edelsüße schwere Weine von der Loire (Cateaux du Layon) und Trockenbeerenauslesen aus Deutschland und Österreich mit intensiven Dörrobstaromen.

Weine zum Kochen: Riesling oder Silvaner mit Restsüße.

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