Das Knödel-Experiment

Eine Küchengöttin und ein Klassiker. Ob das wohl gut geht? Findet es heraus und macht mit bei unserem großen Knödel-Experiment.

Das Knödel-Experiment
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Kommentare
Viola Booth

Ich gebe es zu: Ich bin ein Beilagen-Muffel. Nicht wenn es darum geht, sie zu essen, sondern sie zu machen. Was mein Problem mit Beilagen ist? Das Timing! Ich bin wirklich nicht gut darin, dass alles gleichzeitig fertig ist und zusammen auf dem Teller landet. Und genau daran liegt es wahrscheinlich auch, dass ich mich bis jetzt immer um die Zubereitung von Knödeln gedrückt habe. Bis jetzt ...

 

Knödel-Kummer?

 

Natürlich sollten es bei meinem Knödel-Experiment nicht irgendwelche Knödel sein, sondern diese einen, die ich mir im Restaurant am liebsten bestelle: Serviettenknödel. Beim Lesen des Rezepts (aus "Servus Bayern" – was auch sonst) fiel mir auf, dass es sich gar nicht so aufwändig anhört, wie ich es mir bisher immer vorgestellt hatte. Also gut, was soll schon schief gehen. Altbackene Semmelwürfel rösten, Zwiebeln anbraten, Milch erwärmen. Und dann? Das fertig geschnittene Knödelbrot mit der Milch übergießen. Fertig geschnittenes Knödelbrot? Davon hatte ich tatsächlich noch nie etwas gehört. Und (ich schwöre) es auch noch nie im Supermarkt entdeckt. Erst als ich gezielt danach suchte, bemerkte ich, dass es das ja in Massen gibt (oder ist das nur bei uns in Bayern so? Gibt es das bei Euch auch?).

 

Das Rezept zuzubereiten war kein Problem. Nach 20 Minuten Einweichzeit wurde ich dann aber doch noch auf eine harte Probe gestellt. Die Knödel-Masse wird in Alufolie und Klarsichtfolie eingewickelt und soll dann als Bonbon verpackt im Topf landen. Bei meinem ersten Versuch waren die Bonbons natürlich viel zu groß und passten nicht in meinen Topf. Also nochmal alles ausgewickelt und zu kleineren Bonbons verpackt. Ab in den Topf und dann hieß es, warten ...

 

Knödel-Knüller?

 

Nach 20 Minuten im Wasser kochen und 20 weiteren Minuten im Wasser ziehen, waren die Knödel fertig. Beim Auspacken hatte ich etwas Angst, wie sie wohl aussehen würden. Aber tadaaa ... sie waren perfekt. Auch geschmacklich. Experiment gelungen! Meine ersten eigenen Serviettenknödel waren super und werden auf jeden Fall wieder gemacht. Nur die Sache mit dem Timing ist immer noch nicht so leicht. Drei Mal 20 Minuten warten und in der Zwischenzeit den Rest machen, hört sich aber machbar an. Das wird dann wohl das nächste Experiment: Beilagen und Hauptkomponenten zusammen zubereiten. Übung macht ja schließlich den Meister.

 

So liebe Küchengötter und jetzt hoffe ich auf Eure Unterstützung. Wer hat Lust auf Knödel und macht mir vor, wie es wirklich geht? Egal ob Kartoffel-, Servietten-, oder Breznknödel, ich würde mich über Eure Knödel-Tipps, -Tricks und -Rezepte freuen. Und auf Eure Fotos und Berichte (also praktisch wie ein Extra-Knödel-Wochenkochen). Wer ist dabei?

Das Knödel-Experiment
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lundi
Frustanfälle und Unwissenheit

Knödel habe ich erst spät in meiner Jugend kennengelernt und mich sofort in sämtliche Varianten heiß und innig verliebt. Knödel sind für mich ein Grund, in die Alpen zu fahren, nur dort gibt es die wahren Knödelkönner. Ich bin kein Knödelkönner. Meine eigenen Versuche sind zu 80% kläglich gescheitert, statt Semmel-, Kas-, Grieß-, Laugen-, Kartoffel- oder Spinatknödeln habe ich stets Brei gekocht, geflucht und geschworen, mich von deren Zubereitung loszusagen. Aber ich habe ja auch meinen Stolz, so schwer kann das doch nicht sein. Das Einschlagen in eine Serviette brachte meinen ersten essbaren Knödel hervor. So eingesperrt konnte die Masse ja nicht auseinanderfallen. Vor 4 Wochen habe ich im Lesachtal gelernt, wie man Semmelknödel macht und wieder Zuhause gleich herumprobiert.

 

Knödelbrot gibt es hier übrigens nicht und ich habe sehr lange herumgerätselt, was das denn für ein besonderes Brot ist, und meine Fehlversuche auf den Mangel an "echtem Knödelbrot" geschoben. Bis ich letztes Jahr merkte, dass es sich ganz einfach um altbackenes Weißbrot handelt. Schade schade, so musste ich die Schuld doch wieder bei mir suchen.

Viola Booth
@lundi

Es freut mich zu hören, dass ich nicht die Einzige bin, die mit Knödeln bisher so ihre Probleme hatte :-) Dein Rezept für Knödelbrot trifft Räucherlachs habe ich schon entdeckt und mich auch direkt verliebt. Für mein erstes Knödel-Experiment habe ich mich da aber noch nicht heran gewagt. Denn Du hast Recht: Bei den Serviettenknödeln wird die Masse wenigstens ordentlich zusammen gehalten. Auch wenn statt Baumwolltuch oder Serviette hier Alu- und Klarsichtfolie im Rezept empfohlen werden. Macht das eigentlich einen Unterschied? Oder haben die modernen Mittel die traditionelle Zubereitung einfach nur ersetzt? ;-)

lundi
Unterschied

Ein Baumwolltuch hat eine rauhe Oberfläche, die Flüssigkeit durchlässt. Folie ist glatt und undurchlässig. Das sollte im Ergebnis schon einen Unterschied machen? Wobei das Ergebnis nicht besser oder schlechter sein muss, nur anders? Folie hat sicher Vorteile. Gute Frage!

 

Ich werde es nicht herausfinden, da ich für mich vor geraumer Zeit beschlossen habe, Alufolie ganz und Klarsichtfolie weitestgehend aus meinem Haushalt zu verbannen. Mein Tuch liefert gute Knödel und kommt dann einfach in die Wäsche.

Rinquinquin
:-))

Das ist mir auch schon passiert, dass die Rollen zu gross für den Topf waren. Aber man lernt ja dazu - also eher dicker machen als dünn und lang und einen kleinen Topf-Test machen. Und die Enden umbiegen - wieder Platz gespart.

Das Einschlagen in Klarsichtfolie und in Alufolie (verzeih bitte, liebe Viola, aber Dein Text sieht das anders herum, wobei das Foto letztendlich Alufolie zeigt) finde ich sehr bequem. Die heisse Alufolie herunter zu reissen (sie wickelt sich ja nie so schön ab, da man fest gepackt hat), erfordert hitzeresistente Finger und danach kommt die Knödelrolle fast von selbst aus der Klarsichtfolie.

Bestimmt ist die Tuch-Technik ebenso gut, so machte man es ja früher, aber ich habe mir nicht so strenge Nutzungsbestimmungen wie lundi auferlegt :-), kann ja jede halten, wie sie will. 

Ich mache lieber Serviettenknödel, als Semmelknödel einzeln zu sieden, denn letztere sind mir dann immer etwas zu wasserummantelt.

nika
Semmelknödel

habe ich zuerst "aus der P*..-Knödelpackung" kennengelernt. Sie waren lecker aber bestimmt mit vielen Geschmacksverstärkern und anderem unangenehmen Zeugs versehen. Als ich dann die Geschichte mit den Servietten gesehen habe wurde der Knödel gleich in die Tat umgesetzt und es hat geklappt. Jetzt spare ich mir meine Brotreste und -kanten immer auf, würfele sie und trockne sie im Backfach meines Kaminofens, so sind sie wunderbar haltbar (in einer Papiertüte) und jederzeit wieder einsetzbar. Ein bisschen in Milch eingeweicht und schon fertig zum Weiterverarbeiten. Ich verwende nicht nur Weißbrot sondern auch Roggenbrotreste, die ich untermische.

Viola Booth
@Rinquinquin

Den Topf-Test werde ich das nächste Mal auf jeden Fall vorher machen. Daraus habe ich gelernt. Es beruhigt mich aber, dass Dir das auch schon einmal passiert ist :-)

 

Mit der Zubereitung von Serviettenknödeln lag ich dann bei meinem Knödel-Experiment ja schon mal richtig. Hast Du da ein bestimmtes Rezept? Ich probiere gerne noch eine weitere Variante aus :-)

Viola Booth
@nika

Roggenbrotreste hören sich auch gut an. Dann kann ich mir das bayerische, fertig geschnittene Knödelbrot ja bald sparen ;-)

 

@all: Es freut mich, dass Ihr alle Serviettenknödel-Freunde seid :-) Macht Ihr denn auch mal andere? Wie schafft man es, dass die nicht auseinander fallen, wenn ich auf meine eingewickelte Variante verzichten muss?

Rinquinquin
@ Viola

Oh ja, liebe Viola, auch ich bewege mich oft auf der Testschiene. Bei mir muss alles immer unkompliziert sein, sonst bekäme ich ja nie alles für das komplette Essen gleichzeitig fertig.

Hier sind meine Laugenbrezelknödel, für die ich nicht immer nur Laugenbrot nehme, sondern oft auch übrig gebliebenes Baguette - das Rezept ist universal.

 

Ach, das ist doch keine grosse Aktion, die Zutaten einzuwickeln. Vor allem, wenn man weiss, dass das Ergebnis erfreulich sein wird. Ich habe jedenfalls noch nie Probleme bei der Durchführung meines Rezepts gehabt.

 

Kleiner Tipp für Freunde des Einfrierens: In Zeiten von Brotüberschuss bereite ich die Rollen zu und friere sie ein. Zwei Stunden vor der Zubereitung nehme ich sie aus dem Tiefkühler und dann läuft alles wie beschrieben ab. 

 

Aphrodite
Wunderbar,

was da wieder an Tipps zusammen gekommen ist. Da hänge mich gleich dran. Letztens hatte ich Gulasch mit Kartoffelknödeln gemacht. Serviettenknödel finde ich auch besser. Meine Tochter hat sich zwei Portionen Gulasch genommen und alle Knödel verdrückt. Anders kann ich es nicht sagen, wenn der ganze Teller vollgeladen wird und leer zurückkommt. 1 Portion mittags und am späten Nachmittag wurde der Rest vernichtet. Auf das Servietten-Experiment freue ich mich. Das ist eine tolle Idee. Für mich nur mit Tuch. Diesen Folienkrempel braucht es dazu nicht. Und für lange Rollen gibt es lange Töpfe (Kasserolle).

JulietteG
Ich bin hier neulich...

sowieso über ein Rezept für Knödel mit Pilzen gestoßen! Das ist doch der perfekte Anlass, es auch gleich umzusetzen.

 

Knödelbrot gibt es genau wie Spätzlemehl wohl nur in den südlicheren Bundesländern. Meine schwäbische Kochfreundin war damals nach ihrem Umzug in den Norden ganz entsetzt, dass hier so etwas nicht bekannt ist. Genauso irritiert waren allerdings die Verkäufer, als sie sich beim Bäcker bzw. Supermarkt danach erkundigte.

 

Von bzw. mit ihr habe ich auch das erste Mal selbstgemachte Knödel gegessen. Lecker! Gleich nach dem Lesen dieses Blogbeitrags habe ich mich natürlich bei ihr erkundigt, wie ich das Knödelbrot denn nun am Besten selbst mache, denn die Erinnerung war etwas verblasst. Zumal ich nicht wie nika über ein Backfach im Kaminofen (geschweige denn einen Kaminofen) verfüge. Sie schneidet normale Brötchen in Scheiben von ca. 1/2 cm und lässt diese 3-4 Tage trocknen. 

 

Somit gibt es Ende der nächsten Woche Knödel bei mir, denn von Freitag bis Montag werde ich nicht hier sein. Ich freue mich darauf und hoffe, dass mir meine Knödel genauso gut gelingen wie Dir, liebe Viola! Der Bericht folgt...

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