ICH KOSTE... Eier

Einmal geöffnet, entschlüpfen ihm kulinarische Zauberkräfte, die alles möglich machen - von Mayo bis Buttercremetorte. Ohne das Ei wär vieles nur Kram in der Küche.

ICH KOSTE... Eier
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Kommentare
Sebastian Dickhaut

Wenn ich mir was Klassisches koche, denke ich oft darüber nach, wer da wann und wo wohl zum ersten Mal die Idee dazu hatte. Ich meine jetzt nicht zum Jägerschnitzel oder zum Toast Hawaii, weil das kann man sich ja denken bzw. da denke ich lieber gar nicht erst drüber nach. Aber die erste Mehlschwitze, Fleischbrühe, Tomatensauce - das müssen doch Momente der Menschheitsgeschichte gewesen sein, als es dazu kam. Was ich eigentlich immer denke, wenn ich was mit Eiern mache.


Alleine die Idee, etwas mit in die Küche zu nehmen, das dem Huhn aus dem Po gefallen ist und in dem eigentlich ein Vogel stecken sollte, die muss man erst mal haben. Dann die Überraschung, dass da ganz was anderes drin ist, was Gelbes und was glibberig Klares nämlich. Das dann fest und weiß wird, wenn es heiß wird, und später dann braun und knusprig, wie ich es beim Spiegelei besonders mag.


Der Welt Rührei Nr.1 - eine Offenbarung!


Ob es dann kulinarischer Forschergeist oder bloß ein blödes Missgeschick war, bei dem sich Gelb und Klar erstmals überm Feuer mischten, ist eigentlich egal - der Welt Rührei Nr.1 war auf jeden Fall eine Offenbarung, weil damit die verbindenden Kräfte des Ovals in dünner Schale frei wurden.


Das ist doch prima für Soßen, rief dann vielleicht jemand. Also Mehl und Milch ins Ei gerührt und ab in die Pfanne damit. Hey, das wird ja fest, schüttelrüttel. Oh, das kann ja fliegen, flappflapp, und es dreht sich, zackplatsch. Mmmh, und schmecken tut’s auch. Vom Pfannkuchen war es dann nur noch ein paar Schritte zur Biskuitroulade und zur Buttercremetorte - weitere Wunderwerke der Küche, die ohne die Ei’sche Zauberkraft nur ein Haufen süßer Kram wären.

 

Denk ich an Mayonnaise, wird mir schwindlig

 

Und das ist nur ein Zweig der zahllosen Verästelungen, in denen man sich bei der Arbeit mit dem Ei am Herd verlieren kann. Wenn ich mir alleine vorstelle, wie jemand zum ersten Mal auf die Idee mit der Mayonnaise kam, wird mir schon schwindlig. Von der Hollandaise ganz zu schweigen. Oder die Entdeckung des Eierlikörs, gar der Prärie Auster - ohgottogott. Oder so kleine, aber feine Geniestreiche wie Spaghetti Carbonara (das Ei als Sauce) und Wiener Schnitzel (das Ei als Kleber und Heber) - eigentlich kein Wunder, dass auf dem Titel meines persönlichsten Buches ein Ei prangt.


Das beginnt dann auch mit dem ursprünglichsten, pursten und symbolträchtigstens aller Eiergerichte: mit dem gekochten Ei. Dem wir in der kommenden Karwoche ganz besonders huldigen werden, in allen Farben und voller Freude. Ich mag das. Viel lieber als Weihnachten. Weil... naja, das brauch ich jetzt wohl nicht mehr zu sagen. Aber vielleicht könnt Ihr mir dafür eine Frage beantworten: Was suchen eigentlich Veganer zu Ostern?

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Rinquinquin
Das gekochte Ei

ist mir immer ein Vergnügen. Es soll ja Leute geben, die nicht wissen, wie man das macht, ein Ei zu kochen. Zu meiner Bestürzung habe ich das erst kürzlich im Freundeskreis erfahren. Da werden gefärbte Eier im Supermarkt gekauft, weil die richtig gekocht sind :-o

 

Was aber noch viel vergnüglicher ist, das ist der Artikel oben, lieber Sebastian. Du machst hier äusserst wortgewaltig schon einem gewissen Herrn, der in der FAZ seine kulinarischen Bemerkungen verzapft, enorme Konkurrenz, die mich allerdings wesentlich mehr erfreut. 

Kochmamsell
Eier in jeder Form ...

... das liebe ich und kann ich dauernd futtern.Lieber Sebastian, deine "Schreibe" ist köstlich, so unterhaltsam und humvoll und lustig und und ... Das Lesen hat so richtig Spaß gemacht und heitert mich auf, denn wenn ich aus dem Fenster gucke, schneits und das geht auf's Gemüt.

Aphrodite
Schokoeier?

Veganer essen Schokoeier? Und dann wollte ich doch auch mal wissen, wie das Ei in die Küche kam. Schnell mal gegoogelt: "Wie kam das Ei in die Küche?" Aber so schlau ist Internet auch nicht. Zu dieser Zeit gab es noch kein Internet, oder jemanden, der sich dafür interessierte?

Gefunden habe ich dann: Ein Mops kam in die Küche / und stahl dem Koch ein Ei / Da nahm der Koch den Löffel / und schlug den Mops zu Brei / Da kamen viele Möpse und gruben ihm ein Grab / Und setzten d'rauf ein Grabstein, auf dem geschrieben stand:.... Vertont gibt es dieses Liedchen auch im Internet. Mit echten Hunden und echten Eiern. Aber ich schätze auch einmal, dass es nichts schlimmeres als Prärie-Austern gibt. Und: Wer kann denn so schöne Schmunzel-Schweine auf Ostereier malen? Und echte Weidekätzchen! Das ist Ostern.

Sebastian Dickhaut
Danke für die Kätzchen...

...bzw. die Blumen, alle zusammen. Vergessen habe ich noch die Soleier, die esse ich auch gerne fremdgekocht, wenn die Kneipe passt ;-) Schokoeier natürlich auch, vor allem aber diese Nougateier, die in echten Eierschalen stecken, echte Kindheitserinnerungen. Aber dann wohl auch nicht vegan?

 

Veganyway, das Schmunzelschwein ist jedenfalls das Werk einer Dame, die das ganze Jahr lang Abend für Abend Eier von Hand bemalt und dann zu Ostern u.a. bei meiner Blumenhändlerin verkauft. Die müsste eigentlich eine Menge toller Rezepte auf Lager haben... 

Aphrodite
Hin- und her gerissen.

Von den Nougat-Eiern träume ich. Ein Nougat-Ei so groß wie ein Hühnerei? Waah. Dann sind mir die kleinen Kuchen von Belle wieder eingefallen. Sie nennt ihre Ostereier Biskuit-Eier. Wir holen unseren Wassermalkasten heraus ....

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