ICH KOSTE... Krabbenchips

Schon mal drüber nachgedacht, wo die Krabbenchips beim Asiaten herkommen? Wir auch nicht. Bis Sebastian Dickhaut buntes Spielzeug zum Essen aus Indonesien mitgebracht hat

ICH KOSTE... Krabbenchips
1
Kommentare
Sebastian Dickhaut

Es gibt Dinge im Leben, die fragt man sich nicht. Sogar beim Essen, bei dem man sich ja inzwischen dauernd Fragen stellen muss: Wo kommt dieses Ei her? Wieviel Prozent Kakao steckt in meinem Schokoriegel? Und hat die Metzgerin die Wurst auch mit Handschuhen angefasst? Wenn aber beim Asiaten erst mal ein paar Krabbenchips auf den Tisch gestellt werden, langt man zu. Handschuhe? Wieviel Prozent Krabben? Und wo kommen die überhaupt her? Keine Frage bisher. Bis ich nun auf die Antwort gestoßen bin. In Jakarta, Indonesien.

 

Zum ersten Mal sind sie mir beim tanzenden Nasi-Goreng-Brater unter die Augen gekommen, der am Ende viel Buntes auf seine Meisterwerke streute. Und als ich das neugierig beäugte, rief er fröhlich "Krupuk, Mister!" Hm ich kannte ja "Kroepoek", wie bei uns diese Krabbenchips auch schon vorgestellt werden, aber nun weiß ich, dass die Holländer das "oe" da eingebaut haben. Krabbenbrot wird es auch noch genannt, was gar nicht so falsch ist - denn für die feinen, durchsichtigen Scheiben im Rohzustand werden Krabben zerstampft, mit Stärke zu Brotlaiben geformt, gedämpft, getrocknet, geschnitten, nochmal getrocknet und schließlich fluffig-knusprig frittiert. Und dabei kommt so viel Leben in den Topf, dass man meint, die Krabben wären wieder hellwach.

 

Was leuchtet denn da so bunt zwischen Hühnerbein und Fischschwanz?

 

Aber so tief zum Ursprung bin ich gar nicht eingestiegen in die Krupuk-Recherche. Mir reicht der Keller eines Basars in Südjakarta und das Auge des Entdeckers, wobei es dem an jenem denkwürdigen Morgen auch recht leicht gemacht wurde. Denn da leuchtete es zwischen Hühnerbeinen, Fischköpfen und Tausendjährigen Eiern plötzlich so wie im Spielzeugladen, Abteilung Bauklötze und Legosteine. Puppenstubentopflappen aus Plastik hätten das auch noch sein können, aber nein, lachte der Verkäufer, "Krupuk, Mister!" Wie auch die allen anderen Arten in zig Farben und Sorten drumherum, sogar Bio-Chips waren dabei.

 

Wie die nun alle hier gemacht werden, habe ich mich gar nicht erst gefragt, so wie ich die Machart im Allgemeinen eigentlich auch schon wieder vergessen habe. Will eh keiner wissen, wenn diese bunten Dinger (unten im Bild) im Fett landen und sich dann strahlend aufplustern wie Häkelbikini-Stoffproben. Da mag jeder mal kosten, Grusel inklusive. Um es kurz zu machen: An den Strickkreuzungen bleiben die ziemlich hart, während die Bio-Chips wirklich gut schmecken.

 

Krabbenchips, die man fertig in der Tüte kaufen kann, sind kein Vergleich - das ist dann so ähnlich, wie gebackene Käsebrote aus der Packung. Probiert es mal aus, rohe Krabbenchips gibt es bei jedem Asiaten und wenn die im heißen Fett aufblühen, langt jeder zu. Keine Frage.

 

 

ICH KOSTE... Krabbenchips
ICH KOSTE... Krabbenchips
Anzeige
Anzeige
Aphrodite
Bunte Krabbenchips.

Noch nie gesehen. Doch googeln ist doch so einfach! Ich habe schon alle Suchbegriffe durch. Selbst unter Strick- und Häkelbikini seltene Treffer. Wenn Sparrow ihre Kinder in Holland besucht... Matjes! ... Mango! ... Krupuk! Das muss es jetzt sein!

Noch nicht eingeloggt?

Hier könnte dein Kommentar stehen :-)

Login