ICH KOSTE… Weihnachtsplätzchen

Wenn die Mamma nicht bäckt und man in einer Diabetes-Klinik kochen lernt und dann trotzdem zu ganz vielen Plätzchen kommt und darüber auch noch zwei Bücher schreibt.

ICH KOSTE… Weihnachtsplätzchen
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Sebastian Dickhaut

Meine Mutter war Diabetikerin und hielt Backen für Kinderkram. Zur Strafe hatte sie es in ihrem Leben zeitweise mit fünf Kindern zu tun, von denen der jüngste, also ich, sich am liebsten von Kuchen, Süßigkeiten und Mehlspeisen ernährte. Weswegen wir schließlich nach Österreich zogen, wo das ja jeder tut. Das gefiel mir so gut, dass ich dort fast Zuckerbäcker geworden wäre, wenn ich nicht in jugendlicher Rebellion im letzten Moment noch umgeschwenkt hätte - auf eine Kochlehre in einer Diabetes-Klinik.

 

Dumm gelaufen? Na ja, ich merkte schnell, dass mir das Kochen (= Spielen mit der freien Natur) viel mehr lag als das Backen (= Basteln mit Werkstoffen), auch wenn Kaffeetrinken (= Kuchenessen) für mich weiterhin die wichtigste Mahlzeit gleich nach dem Mittagessen blieb. Und weil ich im Laufe der Ausbildung in einen Haushalt geriet, in dem exzessiv gebacken wurde, war alles gut. Bis das erste Weihnachtsfest nahte.

 

Während des Jahres hatten sich die Backexzesse aufs Wochenende beschränkt und mich unter anderem die Freude daran entdecken lassen, sonntags zum Frühstück ein Stück Ribbelkuche (= Streuselkuchen) vom Vortag in Filterkaffee zu tunken. Was im Advent aber dadurch getrübt wurde, dass in jener nordhessischen Großküche nun schon frühmorgens die Knetmaschinen rührten, Backbleche schepperten und Ofentüren knallten.

 

Auch hier gab es fünf Kinder, die zum Teil schon recht fruchtbar gewesen waren, dazu zwei Omas und eine entsprechend weitläufige Verwandtschaft. Der Versorgungs- wie Konkurrenzdruck war entsprechend groß, so dass ich staunend dabei zusah, wie Tupperdose um Tupperdose und Nürnberger Blechdose umd Nürnberger Blechdose sich füllten mit Sternen, Ringen, Kreiseln, Häufchen, Karos, Würfeln, Spitzen, Trüffeln aus allem, was man sich nur denken kann.

 

Bei uns gab es immer nur Printen von Bofrost und Last-Minute-Heidesand. Was ich bis heute beruhigend finde.

 

Aber das Plätzchentreiben war trotzdem nicht umsonst: Als Kochbuchschreiber ist es mir fast gelungen, kein Backbuch zu schreiben, zur Strafe musste ich dann aber zwei Weihnachtsplätzchenbücher schreiben, die bei den guten alten Tanten Amazon und Ebay sogar noch im Regal stehen. Und jetzt ratet mal… na Ihr wisst schon. Also, Tante GU, nicht sauer sein dass ich hier mal über Kinder von anderen Tanten rede, von denen eine eh nicht mehr da ist und die andere eigentlich garnix mit Büchern zu tun hat. Wenn Du übrigens ein paar gescheite Plätzchenrezepte brauchst, ich hätte da welche abzugeben. Sind natürlich nicht ganz billig - aber es ist ja bald Weihnachten.

 

Und wie ist es bei Euch so mit den Plätzchen, liebe Küchengötter? Riesenstress oder adventliche Ruhe? Gut vorbereitet oder in letzter Sekunde? Alles selber backen, sich backen lassen oder selber kaufen? Oder gar nix mit knusprig?

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küchengötter
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Viel Spaß wünscht die Küchengötter-Redaktion!

Aphrodite
Ich hatte Kollegen im Büro welche versprochen...

.. und MONTAG sind die fällig! Vanille-Kipferl und diese Marzipan-Geschenk-Päckchen. Ich kram schon in der Werkzeugkiste, um aus Herzformen, die ich zuhauf habe, Geschenk-Päckchen-Ausstecher zu formen :)

auchwas
Na dann fangen wir endlich an

Danke, lieber Sebastian Dickhaut für den schönen Bericht und erst der Hinweis, dass doch wirklich klassische Rezeptbuch wieder mal auszukramen und loszulegen, das wird nicht bei E oder A. versteigert oder verschärbelt das bleibt bei mir.Nachdem hier schon 3 Wochen die tollsten Weihnachtsplätzchen Kreationen  bzw.  Rezepte für uns bereit gestellt sind, komme ich auch nicht mehr vorbei, die Weihnachtsbäckerei so langsam einzuplanen, eigentlich für nächste Woche, dass dann, zum 1. Advent, so e bissi was da is. Also nochmals DANKE für all die Tipps und die Plätzchen, die ich backe werden hier vorgestellt, das ist ja wohl klar. Fröhliches Backen und viel Spaß. VLG auchwas.

sparrow
das hat mich motiviert
ICH KOSTE… Weihnachtsplätzchen  

Sebastian, Dein Bericht hat mich motiviert heute die Zutaten einzukaufen. Am Wochenende werde ich mit Hutzhelbrot loslegen. Nächste Woche kommen die Spitzbuben, Elisenlebkuchen, Schoko-Mandelküsschen und Walnusstaler dran. Ich friere einen Teil ein, dann sind sie an Weihnachten schön frisch und vor Allem noch nicht gegessen. 

Wir waren 4 Kinder und das Gebäck kam in Dosen auf den Kleiderschrank. Wir hatten absolutes Verbot aus den Dosen etwas heraus zu holen. Das hat nicht immer geklappt. Die ersten Plätzchen gab es am Heiligen Abend. Bei uns gibt es die ersten Plätzchen am 1. Advent und die genießen wir so richtig.

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