Kulinarische Entdeckungsreise: Kölle Alaaf!

"Drinks de eine met?" Ja, aber ... Karneval gibt's nicht nur Kölsch! Hier kommt der Beweis.

Kulinarische Entdeckungsreise: Kölle Alaaf!
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Kommentare
Viola Booth

Neues Jahr, neuer Lesestoff: Die Küchengötter wollen Euch 2013 mit auf kulinarische Entdeckungsreise nehmen. Heute entführt Euch Küchengöttin Viola in ihre kölsche Heimat – zum Karneval feiern.

 

Wenn an einem Donnerstag um 08.00 Uhr morgens die Straßenbahn an einem vorbeifährt und drinnen ein einsamer Clown sitzt, der Zeitung liest, kann das nur eins bedeuten: Es ist wieder Weiberfastnacht! Als waschechte Kölnerin, die es vor einigen Jahren nach München verschlagen hat, ist dieser einsame Clown in der Bahn immer noch eine Situation die mich zum Lachen bringt. Was die „Imis“ (kölsch für „Zugezogene“) da wohl jedes Mal denken müssen? Wahrscheinlich: Die spinnen doch, die Kölner! Für uns Rheinländer ist die fünfte Jahreszeit eben so wie für die Münchner die Wiesn. Entweder man hasst sie und ergreift die Flucht, oder man liebt sie, bleibt und feiert mit. Und noch etwas haben diese beiden Volksfeste gemeinsam: Das Gerücht, es würde nur um Biertrinken gehen. Ok, ganz so abwegig ist dieser Gedanke nicht. Schließlich ist die Frage „Drinks de eine met?“ (kölsch für „Trinkst Du einen mit?“) sogar im kölschen Grundgesetz (Artikel 10) niedergeschrieben (Kein Scherz, das kölsche Grundgesetz gibt es wirklich). Trotzdem will ich heute gerne das Gegenteil beweisen.

 

Loss et üch schmecke!

 

Auch wenn ich meine Heimat liebe, muss ich zugeben, dass man mich mit den typisch, kölschen Gerichten eigentlich jagen kann. Himmel un Ääd – also Kartoffeln, Äpfel und Blutwurst – nein danke! Nur dem halven Hahn kann ich etwas abgewinnen. Das ist nämlich nicht etwa ein Stück Geflügel, sondern ein Roggenbrötchen mit Käse. Ich bin damit groß geworden, dass mein Vater seine „Röggelchen“ immer bei diesem einen Bäcker am Barbarossaplatz kaufte – dort wo sie eben einfach am besten schmecken. Karneval wird auf den halven Hahn aber auch schon mal verzichtet und stattdessen lieber zu Berlinern und Muzenmandeln gegriffen. Ja, die Kölner werden Karneval richtig süß.

 

Das Schönste ist aber eigentlich, dass wir Karneval mit einer bunten Auswahl an Gerichten feiern. Alles ist erlaubt. Auch auf dem Tisch! Die Kölner sind eben nicht nur kreativ, was die Kostümauswahl angeht, sondern auch bei ihren Rezepten. Schließlich dürfen jetzt ein paar Tage noch alle Gelüste voll ausgekostet werden, bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist und die Fastenzeit startet. Bei mir sieht das dann jedes Jahr ungefähr so aus:

 

Weiberfastnacht: Mädels-Tag! Heute sind Männer tabu. Die müssen traditionell zuhause bleiben. Ich treffe mich also mit meinen Freundinnen. Jedes Jahr machen wir einen Brunch und stoßen mit Sekt auf die "Freiheit für einen Tag" an. Bevor es dann zum Krawatten abschneiden in die Stadt geht, werden natürlich noch viele leckere Berliner verschlungen (in anderen Regionen auch Krapfen genannt).

 

Rosenmontag: Herzhafte Gerichte müssen her. Wer sich schon einmal einen Rosenmontagszug in Köln angeschaut hat, weiß, dass man der Versuchung oft nicht widerstehen kann, doch von der zahlreichen Kamelle zu naschen. Und danach hat selbst der größte Karnevals-Fan die Nase von Süßigkeiten voll. Pommes und Burger sind hier meistens genau das Richtige.

 

Aschermittwoch: Schade, jetzt ist schon alles vorbei. Die Fastenzeit beginnt. Für mich stehen an diesem Tag allerdings meistens noch Kater-Rezepte auf dem Speiseplan. Aber dazu bald mehr an dieser Stelle. Jetzt muss ich ja schließlich noch in mein Kostüm schlüpfen ...

 

Das Fazit der Geschichte? Im Kölner Karneval gibt es nicht nur Kölsch, sondern auch Krapfen (oder eben Berliner) und Kostüme ;-) Feiert Ihr auch Karneval? Was gibt es bei Euch zu essen? Verratet mir Eure kulinarischen Tipps für die fünfte Jahreszeit.

 

Leckere Rezepte findet Ihr auch in unserem Karneval-Special.

 

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Aphrodite
Do sind de Poppe am danze...

Man sieht zu, dass es irgendwas zu essen gibt. Krapfen, Burger und Co. sind dann schon gut. Ansonsten wird gefeiert und man muss wissen, wo die besten Parties laufen. Kulinarisch ist bei mir nur immer das Karnevals-Kontrast-Programm gewesen: Bloß weg! Wellness pur. Und dann gehörte auch ein vernünftiges Essen dazu. Meine Tochter feiert dieses Jahr in Düsseldorf. @Viola, ich werde berichten :)

Jochpoch
Ihr seid doch alle vaarückt...

... also nee, wir bewohna vonner brandenburjer sandbükse könn damit nüscht anfangen. Uff befehl lustich sein, wo jibts denn sowat! Aba pfannkuchen - die woanders berliner heißen - sind trotzdem lecka!

Belledejour
Na ja ....

...in Köln heißt das liebevoll:  jeck und drei sind elf ! *schmunzel*

Und so wird dann auch gefeiert, selbst ohne Alkohol - man mags kaum glauben.

Wer das Karneval-Gen im Blut hat, wird an solchen Tag doch immer unruhig, da muss ich Viola beipflichten ! Und wer als Fremder das nicht kennengelernt hat, der versteht so etwas sowieso nicht.

Übrigens gibt es nicht nur Muzenmandeln sondern auch die dünnen und leichten Muuzen in jeder Bäckerei, ein ähnlich leichtes Gebäck. Die schmecken übrigens auch zu jeder anderen Zeit.

 

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