NACHGEBLOGGT: 1 x umrühren bitte

Zorras Blog "1 x umrühren bitte" mit seinen vielfältigen Blog-Events gehört zu den Urgesteinen unter den Foodblogs. Ein Grund für uns, genauer nachzufragen.

 NACHGEBLOGGT: 1 x umrühren bitte
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Kommentare
küchengötter Redaktion

Zorra, Du und "1 x umrühren bitte", Ihr gehört ja mittlerweile zu den erfolgreichen Urgesteinen der deutschsprachigen Foodbloglandschaft. Wie kamst Du zum Bloggen und warum hast Du Dich entschieden, den Blog anonym zu betreiben?

Wie ein Urgestein fühle ich mich auch manchmal. Nein, ernsthaft jetzt: Alles hat mit meinem persönlichen Blog zorra im Februar 2003 angefangen. Da führe ich schon von Beginn an eine Rubrik gekocht. Als dann immer mehr Foodblogs aufkamen - auch in der deutschen Bloggerszene - habe ich im September 2004 1x umrühren bitte gegründet. Die ersten paar Monate, muss ich gestehen, war der kochtopf ein langweiliger Rezept-Abtipp-Blog, der sich aber mit der Zeit zu einem, so hoffe ich doch, interessanten Blog mit persönlichem Touch entwickelt hat.

Zum Bloggen allgemein bin ich über google gekommen. Irgendwann mal bin ich zufälligerweise auf so merkwürdige Seiten gestossen, in denen Leute persönliche Sachen über sich geschrieben haben. Ich fand's spannend, und hab dann - wie gesagt - 2003 bei twoday damit angefangen. Da gehöre ich übrigens wirklich zu den Urgesteinen. 

Anonym blogge ich, weil mir der kontrollierte Umgang mit meinen persönlichen Daten wichtig ist, vor allem im Internet. Nicht alle Welt braucht meinen Namen zu wissen.

 

Weil wir es gerade mit Namen haben - steht „1 x umrühren bitte" auch ein bisschen für die Philosophie des Bloggens à la:  „Ich fange an, Ihr macht weiter"? Und was hat es mit dem „Kochtopf" in der URL auf sich?

Ehrlich gesagt, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich auf den Namen "1x umrühren bitte" gekommen bin. Es waren bei der Namensgebung also keine Hintergedanken im Spiel. Soweit hätte ich damals gar nicht gedacht, und heute wohl auch nicht.

Ich kann mich jedoch noch erinnern, warum ich kochtopf gewählt habe, "1x umrühren bitte" hätte eine merkwürdige URL abgegeben. Die kochtopf-URL war eine gute Entscheidung, denn inzwischen blogge ich auch international. Stellt euch mal einen Italiener, Franzosen oder Englischsprechenden vor der "1x umrühren bitte" sagt oder tippen muss. Kochtopf ist vielleicht auch nicht viel einfacher, aber wenigstens ohne Umlaute.

 

Hat sich Dein Verständnis vom Bloggen über die Jahre geändert? Müsstest Du "1 x umrühren bitte" für einen Foodblog-Unkundigen näher beschreiben, was findet er dort - und was ganz sicher nicht?

Eigentlich nicht, ich finde das Bloggen immer noch eine ziemliche Nabelschau. Meist jedoch eine sympathische Nabelschau, was ich ja sagen muss, da ich auch mitmische. Was sich sehr geändert hat ist die Wahrnehmung von Blogs. Zuerst belächelt, vor allem von den Medien, führen heute auch Firmen Blogs. Promis, Politker, Chefköche etc. haben dieses Sprachrohr ebenfalls für sich entdeckt. Auch technisch hat sich auch einiges getan. Das Schreiben wie auch das Lesen von Blogs wird durch immer neue Tools vereinfacht. Nie zuvor war es so leicht möglich, mit Gleichgesinnten, und trotzdem fremden Menschen, aus aller Welt zu kommunizieren, Erfahrungen und - im Fall von Foodblogs - Rezepte auszutauschen. Und jeden Tag kommen neue Blogs dazu.

Foodblog-Unkundige? Gibt's denn sowas überhaupt noch? Was "1x umrühren bitte" auszeichnet, ist unter anderem die grosse Übersicht von themenbezogenen Rezepten. Dies ist nur dank den Blog-Events möglich. Bei solchen Events nehmen bis zu 30 - oder wenn international sogar bis zu 200 -Teilnehmer teil und kochen oder backen etwas zum vorgegebenen Thema. Der Gastgeber des Events fasst alle eingegangen Rezepte in einem Beitrag zusammen. Da kommen ganz tolle Sachen zusammen. Teilweise aus aller Welt, was ich persönlich gerade das Interessante an den Events finde.

Was es nie in meinem Blog zu finden geben wird? Da halt ich es mit dem James-Bond-Film "Sag niemals nie".

 

Blog-Events veranschaulichen also auch ein wenig den Community-Gedanken, der Foodblogger auf nationaler sowie internationaler Ebene verbindet. "1x umrühren bitte" führt mittlerweile eine beachtliche Bandbreite solcher Events durch, vom World Bread Day bis zum kulinarischen Adventskalender. Kannst Du uns die wichtigsten kurz vorstellen?

Im deutschsprachigen Raum ist wohl der monatliche Blog-Event der Bekannteste. Jeden Monat ist ein anderer Blogger im kochtopf Gastgeber und bestimmt ein Thema. Die Teilnehmer, meist Foodblogger, haben jeweils bis zum 15. des Monats Zeit, etwas zu diesem Thema zu kochen und/oder backen. Der Blog-Event ist inzwischen so beliebt, dass auch anderssprachige Blogger mitmachen. Letzten Monat z.B. aus Griechenland, Holland und meiner Wahlheimat Spanien.

Einer meiner Lieblings-Event ist der Bread Baking Day, der kleine Bruder vom World Bread Day. Im Gegensatz zum World Bread Day findet der Bread Baking Day monatlich statt. Der World Bread Day findet nur einmal im Jahr am 16. Oktober statt. Wie beim Blog-Event lädt beim Bread Baking Day jeden Monat ein anderer Gastgeber, hier jedoch in seinem eigenen Blog, zum Brotbacken ein. Natürlich sollen die Teilnehmer immer zu einem bestimmten Thema backen. Diesen Monat feiert der Bread Baking Day übrigens sein einjähriges Bestehen.

Der kulinarische Adventskalender ist etwas anders. Ab dem 1. Dezember lässt sich da täglich ein virtuelles Türchen öffnen, welches zu einem anderen Blog und natürlich weihnachtlichem Rezept führt. Die letzten zwei Jahre gab's auch einen Wettbewerb mit der Möglichkeit, Preise zu gewinnen.

Wer schon mal Gastgeber eines Events war, weiss wieviel Arbeit dahinter steckt. Vor allem das Schreiben der Zusammenfassung ist ziemlich zeitraubend. Da ich ab und zu auch kurzfristig Events organisiere, wie z.B. zum Valentinstag, bin schon öfters gefragt worden, weshalb ich diese "Arbeit" auf mich nehme. Nun ja, erstens, weil da wirklich tolle Rezepte zusammen kommen und zweitens ich den Kontakt zu Foodbloggern aus aller Welt liebe. Durch solche Kontakte habe ich auch schon Events mit italienischen Foodbloggern organisiert, den Internationel Women's Day und Best of 2007. Ohne Foodblog hätte ich die beiden Bloggerinnen nie "kennengelernt". Auch deshalb finde ich Blog-Events genial, und dazu haben mich solche Events, was das Kochen betrifft, offener und experimentierfreudiger gemacht. Ich koche und backe Sachen, an die ich mich früher nie getraut oder nicht gemacht hätte.

 

Uff - und wir würden uns an solch eine Latte von Events nicht trauen. Respekt. Du hast Spanien als Deine Heimat gewählt, schreibst Du - wie kommt's? Kannst Du uns auch ein bisschen davon erzählen, was Dich kulinarisch an Spanien fasziniert? Und was nicht?

Spanien ist es geworden, weil Y., mein Lebenspartner, in einer wärmeren Gegend als der Schweiz leben wollte. Kulinarisch gesehen wäre ich lieber nach Italien ausgewandert, denn mir schmeckt die italienische Küche, sofern es so eine überhaupt gibt, besser. Die spanische Küche, bzw. die andalusische ist rustikal, was mir hingegen wieder gefällt. Man spürt den Einfluss der Mauren, vor allem was Süsses betrifft. Gutes Brot, so wie ich es aus der Schweiz kenne, gibt's hier leider nicht, deshalb habe ich auch mit dem Brotbacken angefangen. Auch sonst koche ich eher schweizerisch, international als spanisch, wie man in meinem Blog auch sehen kann. Als Binnenländerin war ich natürlich auch nicht so mit Meerestieren und Konsorten vertraut. Inzwischen esse ich vieles davon, nur Muscheln meide ich immer noch, wie auch Schnecken, obwohl es im Garten davon wimmelt. Was mir etwas gegen den Strich geht, ist der exzessive Gebrauch von Olivenöl. Okay, man sagt Olivenöl ist gesund, aber ich finde, die Spanier übertreiben doch etwas damit.

 

Zum Schluß noch ein paar kurze Fragen: Welche drei Zutaten sind unersetzlich in Deiner Küche?

Frische Kräuter und Gemüse aus dem Garten und Mehl, um selbst Brot backen zu können.

 

Was beeinflusst und inspiriert Dich mehr: Kochbücher oder Foodblogs?

Auf jeden Fall Foodblogs und Rezepte aus dem Internet, da ich im Gegensatz zu anderen Foodbloggern nicht viele Kochbücher besitze.



Welches ist Deine Lieblingsmahlzeit? Warum?

Ich esse zweimal am Tag "richtig", d.h. es gibt Frühstück und Nachtessen. Von den beiden bevorzuge ich das Nachtessen, da es abwechslungsreicher ist. Morgens gibt’s nur Brot, selbstgemachte Konfitüre und ein Latte macchiato.

 

Über welches Kocherlebnis/Rezept hast Du Dich zuletzt gefreut und über welches geärgert?

Geärgert habe ich mich über das Sauerteigbrioche, wobei das Misslingen nicht am Rezept, sondern an mir lag. Gefreut habe ich mich über meine erste Paella, die ist mir wirklich gut gelungen.

 

Das Interview führten Nicole Stich und Sebastian Dickhaut

 NACHGEBLOGGT: 1 x umrühren bitte
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Aphrodite
Den Brotback-Tag 1 x im Monat sollte es hier auch geben.

Brot ist so vielfältig und ich habe hier von vielen Küchengöttern schon viele Anregungen gefunden. Wenn ich jetzt suchen wollte, wüßte ich nicht wo. Es kommen ja auch immer neue User hinzu, deren Brotbackleidenschaft nicht gleich offensichtlich ist. Dieses Thema zu etablieren, fände ich gut.

nika
Brotback-Tag

Das ist eine tolle Idee. Allein die Planung, welches Brot backe ich denn, bereitet schon Spass und Vorfreude auf den Tag. Bin gespannt, ob Deine Anregung, liebe Aphrodite, aufgenommen wird.

Aphrodite
Ja, Nika, das wäre toll.

Ich kann nämlich nicht backen! Und Brot ist eine besondere Kunst. Meine Küche ist dann zutapeziert mit kleinen Zetteln, damit ich ja nichts falsch mache :)

auchwas
Oh ja eine Superidee, ich bin auch dafür!

Brot-Back-Event bei den Küchengöttern

Und vor allem es muss das  „Event“ sein, wo jeder Brotbäcker  oder besser  gesagt alle Mitglieder gerne sagen „aber hallo“ da bin ich dabei!   Sich angesprochen fühlen und sagen, aha Brot, was mache ich, wie stelle ich es vor.

Vor allem das Thema zusammen gefasst gefällt mir,  gerade wie Brot, mit Vorlaufzeit, natürlich die eigene Zeit nicht zu vergessen, nicht an einem Tag oder Woche,  nein in einem Monat  und zusammengefasst, prima  Idee.

Liebe Küchengötter bitte……….

@aphrodite, danke!

@nika danke!

 

nika
Eigentlich ein toller BLOG

aber leider bin ich nicht weiter gekommen, ich hänge immer noch irgenwo im Universum ....Die antwort kommt so z ö g e r l   i   c    h     .    .       .      .      .

sparrow
bin begeistert

Ich bin begeistert von dem Blog und ich schaue immer wieder mal rein.

Brotbacktag finde ich Klasse, wenn ihr mich glutenfrei mitbacken lasst.

Aphrodite
Dann machen wir unseren eigenen Brotback-Tag?

Und legen die Termine fest. Einmal im Monat? Mir würde es meist Freitag auf Samstag passen. Und wenn mal ein Termin verspasst wird, bleiben noch drei Wochenenden, dies nachzuholen. Wir würden uns für den jeweiligen Termin auf ein Thema verständigen und einen Beitrag erstellen. Die Log-in-Daten für "Brotbackbuch" könnten wir untereinander austauschen und hätten unser Küchengötter-Brotbackbuch. 

Mein Favorit im November wäre ein "Sugar-Bread" in der holländischen Version mit Ingwer-Sirup. Vielleicht kennt von Euch ja jemand das original friesische Rezept. 

Oder Ihr habt eine andere Idee, die demnächst ansteht - Euer nächstes Brot?

sparrow
suikerbrood

Hallo Aphrodite,

in Holland heisst das "suikerbrood". Meine Tochter lebt in Holland. Da werde ich nach einem Rezept schauen. Hier ein Link zu einem Rezept.http://www.kochmeister.com/r/43436-suikerbrood-zuckerbrot.html

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