New York, New York

Das erste Mal New York: Bettina hat sich ins große (kulinarische) Abenteuer im Big Apple gewagt.

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Bettina Müller

Die Küchengötter wollen Euch 2013 mit auf kulinarische Entdeckungsreise nehmen. Dieses Mal isst sich Bettina quer durch Manhattan. Mit an Bord: Insidertipps und Adressen für alle New York-Hungrigen.

 

Es gibt Orte auf der Welt, von denen man schon verzaubert ist, bevor man sie überhaupt das erste Mal betreten hat. Dazu gehören sicherlich Paris und London, aber auch ganz sicher diese eine berühmte Stadt, die niemals schläft: New York!

 

Mitte April durfte ich gemeinsam mit meinem Mann des Hauses den Zauber New Yorks nun endlich zum ersten Mal live erleben. Sechs Tage lang wanderte ich durch Straßen, Sehenswürdigkeiten und Geschäfte, die mir aus Serien und Filmen schon so vertraut vorkamen, dass es erst einmal eine Weile gedauert hat, bis ich bemerkte, dass ich da gerade wirklich etwas ganz Neues erlebte (und nicht inmitten des Fernsehgeschehens war).

 

Die spinnen, die Amerikaner

 

Bereits vier Wochen vor der Abreise waren die meisten unserer Restaurant-Reservierungen für die Abende in New York fix. Das mag auf den ersten Blick etwas übertrieben erscheinen, war aber auch tatsächlich nötig (außer man ist bereit, eine Weile an der Bar eines Restaurants zu sitzen und auf einen freien Tisch zu warten). Ausgewählt haben wir die Restaurants anhand von Empfehlungen von Freunden, die erst kürzlich im Big Apple waren und Empfehlungen auf diversen Internet-Portalen. Und bis auf eine Ausnahme, auf die ich später noch eingehen werde, war die Reise (nicht nur) kulinarisch ein großer Erfolg.

 

Gewohnt haben wir im Element Hotel in der 39th Street zwischen 8th und 9th Avenue (Adressen siehe ganz unten), also fast direkt am Times Square – Ausblick auf den Hudson und das Empire State Building inklusive. Recht untypisch für New Yorker Verhältnisse, war das Frühstück im Zimmerpreis inbegriffen. Und das Frühstücksbuffet (auf das wir tatsächlich dreimal zurückgegriffen haben) hat mich wirklich mehrmals zum Staunen gebracht: Ich als Erdnussbutter-Fanatikerin schwebte erst mal im Frühstückshimmel, als ich mir den ersten Bagel mit Erdnussbutter und Johannisbeer-Gelee bestrich. Viel mehr Auswahl an Aufstrichen gab es sowieso nicht (ganz zum leichten Entsetzen meines Mannes des Hauses). Fans vom herzhaften Frühstück mussten aber nicht auf dieses verzichten: Es gab tatsächlich Wärmhalteplatten mit Frühstücksburgern. Sorten wie Ham & Eggs oder sogar Beef & Eggs warteten darauf, verspeist zu werden und mussten nicht lange auf Abnehmer warten. Die spinnen, die Amerikaner.

 

Aber viel spannender waren natürlich die kulinarischen Entdeckungen, die außerhalb der Hotel-Wände auf uns warteten. So führte uns unser (langer, endlos langer) Fußmarsch den Broadway entlang Richtung Uptown am ersten Abend ins „Carmine's“ – einem Italiener, der bekannt dafür ist, das Essen nicht portionsweise für die einzelnen Personen, sondern auf riesigen Platten für mehrere Personen zu servieren. Eine ganz schöne Herausforderung, wenn man nur zu zweit speist. Wir wählten kurzerhand den Klassiker „Meat Balls“ und wurden, als bei den Getränken die Wahl auf Bier fiel, von unserem überaus charmanten Kellner auch gleich als Deutsche enttarnt. Die Meat Balls (und auch das Bier) waren super. Eindeutig Daumen hoch.

 

Omakase – oder angekommen im Sushi-Himmel

 

Nachdem am nächsten Tag die komplette Tour mit Empire State Building, Rockefeller Center mit Top of the Rock, New York Public Library, Grand Central, ... auf dem Programm stand, waren wir mehr als happy, mit 17.30 Uhr eine bereits recht frühe Reservierung in der „ABC-Kitchen“ ergattert zu haben. Ich bin jetzt noch ganz verzaubert von der Atmosphäre aus Holzbalken und dezenten Deko-Lichtern. Das Essen war eine Sensation (Hummer für den Mann und Pizza mit grünem Spargel für mich). Gleiches galt für den Wein (aber schlechten Wein haben wir in New York generell nicht getrunken). Obwohl wir die Hauptspeise nur mit Mühe und Not geschafft haben, konnten wir beim Dessert nicht nein sagen: Ein Schokoladen-Kuchen mit Schokoladen-Ganache und einem flambierten Marshmallow-Icing – Schokoladen-und-Kuchen-Himmel!

 

Am nächsten Tag gab es ihn dann endlich: unseren lang ersehnten, ersten amerikanischen Hot Dog. Den gönnten wir uns gleich mal ganz standesgemäß gemeinsam mit den Brokern in deren Mittagspause auf der Wallstreet. Während man mich in Deutschland mit dem mobilen Wurstangebot ja eher jagen kann, haben mich die Hot Dogs echt überzeugt. Abends verschlug es uns dann in einen kleinen Italienern in Little Italy, in dem wir recht unspektakulär Pizza und Risotto hatten.

 

Der kulinarische Highlight-Tag war der nächste: Erst einmal durfte ich wieder im Schokoladen-Himmel schweben. Entführt hat mich dahin der Chocolate-Cupcake der (vor allem aus „Sex and the City“) berühmten „Magnolia Bakery. Ich kann nun wirklich zu gut nachvollziehen, warum Carrie & Co. für diese Cupcakes mal eben durch ganz Manhattan fuhren. Doch hinter dem Abendessen verblasst der Cupcake dann doch schon wieder. Denn das hatten wir im New Yorker „NOBU“.

 

Sushi-Fans und Fans der asiatischen Küche sollten sich einen Besuch im „NOBU“ nicht entgehen lassen. Da die Karte einfach gigantisch war und wir uns nicht entscheiden konnten, haben wir das „Omakase – Chef’s Choice“ gewählt – ein Überraschungsmenu, das bei uns aus sieben Gängen plus Amuse-Gueule bestand. Ich habe noch nie so zarten und aromatischen Fisch gegessen und bin nach wie vor hin und weg. Das „NOBU“ war für mich wirklich mit das größte Highlight. Um die Reservierung sollte man sich übrigens so früh wie nur irgend möglich kümmern.

 

Nach diesem asiatischen Abend ging es am nächsten Morgen richtig amerikanisch weiter: mit einem Pancake-Breakfast im „Broadway Restaurant“ – Einem amerikanischen Diner, wie man es aus Filmen kennt (und aus einem ganz besonders: Die erste Szene in „Rendezvous mit Joe Black“ spielte dort). Auf meinem Teller landeten Banana-Pancakes (natürlich mit Unmengen von Ahorn-Sirup), beim Mann des Hauses war es mit Pancakes, Bacon und Rührei dann noch eine Spur ausgefallener. Der Kaffee wurde ganz klassisch nachgeschenkt und Orangensaft und Wasser gab’s auch noch dazu. Am Ende zahlten wir 21 $ für 3 Personen – ein wirkliches Schnäppchen und mein absoluter Frühstückstipp.

 

Angekommen im Burger-Himmel

 

Nach all den Leckereien ist nun auch mein anfangs erwähnter Fehlgriff an der Reihe: das Sparks Steakhouse. Zum einen habe ich mich an keinem anderen Ort in New York so unwillkommen gefühlt, was garantiert an einer Mischung aus der viel zu kalt eingestellten Klimaanlage und den leicht abschätzigen Blicken der Kellner lag. Aber vor allem, und das ärgert uns am meisten, war das Essen eine große Enttäuschung. Das Fleisch war nicht wirklich gut, die Beilagen lieblos, nur der Wein konnte den (überteuerten) Abend retten.

 

Und die Aufsicht auf den nächsten Tag, denn der sollte unser Burger-Tag werden. Drei Burger-Läden standen auf unserer To-do-Liste, nur einen haben wir an diesem Tag letztendlich geschafft: das Shake Shack. Die Empfehlung kam von Nicky. Da ich ihr in Geschmacksfragen sehr vertraue, plädierte ich für Durchhalten, als wir die riesige Schlange vor dem Laden sahen. Doch das Anstehen hat sich gelohnt. Der Burger war köstlich, die Pommes enorm lecker und ich habe mich dank "Shake Shack" ein bisschen in die Kombination aus Burger und Milchshake verliebt.

 

Wer wie wir aus Newark zurück in die Heimat fliegt, sollte übrigens ruhig noch schnell einen Zwischentopp bei „Ruby’s im Terminal C einlegen. Auch hier fühlten wir uns wie Teil eines Filmsets aus der 50ern und Burger und Pommes waren super lecker.

 

Neben all diesen (meist) Köstlichkeiten war ich in New York immer wieder erstaunt, mit welchem Selbstverständnis die New Yorker ihr nach Chlor schmeckendes Leitungswasser trinken. (Nette Theorie am Rande: Angeblich sorgt dieses Wasser für die strahlend weißen Zähne der Amerikaner) Und ihnen scheint tatsächlich immer zu warm zu sein: Egal wie frisch die Klimaanlage eingestellt ist, Eiswürfel gehen einfach immer.

 

 

Neugierig geworden? Dann bitte hier entlang:

 

Element Hotel

311 West 39th Street, New York 

 

Carmine's

The Original Carmine's

2450 Broadway, New York

 

ABC-Kitchen

35 East 18th Street (zwischen Broadway & Park Avenue), New York

 

Magnolia Bakery

401 Bleecker Street (Ecke West 11th), New York



NOBU

105 Hudson Street, New York


Broadway Restaurant

2664 Broadway, New York


Sparks Steakhouse

210 East 46th Street, New York

 

Shake Shack

681 8th Avenue (Ecke 8th Ave & 44th Street), New York

 

Ruby's

Newark Liberty International Airport - Terminal C-2

 

 

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