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Wie und warum Essen uns glücklich macht

Wir lieben es alle, leckere Rezepte zu kochen oder am Herd einfach draufloszukochen und uns an guten Zutaten und köstlichen Kreationen zu erfreuen. Doch in der Regel hinterfragen wir nicht, warum uns das Essen eigentlich so glücklich macht. Wir spüren es irgendwie und sind uns darüber bewusst, aber die genauen Gründe kennen wir nur selten. Auch, wenn es vollkommen ausreicht die positiven Effekte guten Essens auf Körper und Psyche einfach wahrzunehmen, ist es doch interessant, einmal etwas tiefer einzutauchen. Genau das haben wir gemacht; um herauszufinden wie und warum genau Essen für so viel Glück sorgt.

Essen macht glücklich

Glück durch eine gesunde Ernährung

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Glück ein eher vager und von jedem Menschen individuell definierter Begriff ist. Der Duden definiert Glück einerseits als „Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände“, andererseits aber auch als „angenehme und freudige Gemütsverfassung in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat“.

In den meisten Fällen sagen wir, dass wir glücklich sind, wenn Zweiteres auf uns zutrifft: Wenn wir also spontan gut gelaunt oder auch über längere Zeit gut drauf sind, weil unsere Wünsche oder unser Streben einigermaßen bis vollkommen erfüllt sind.

Einen solchen, vor allem länger anhaltenden, Gemütszustand erreicht man nicht etwa mit einer leckeren Mahlzeit oder einem bestimmten Lebensmittel. Sie können, wie wir im nächsten Abschnitt  noch erklären werden, zwar für kurzzeitiges Glück sorgen; für langanhaltende Glückszustände hingegen braucht es ein Zusammenspiel mehrerer Komponenten.

Neben der Erfüllung diverser Wünsche im Leben eines Menschen ist eine dieser Komponenten jedoch die Gesundheit und zur Gesundheit gehört nun auch einmal die gesamte Ernährungsweise. Oft wird die Ernährung sogar als DIE Grundlage eines gesunden Lebens betitelt. Und da ist schon auch etwas dran.

Denn nur wer sich bewusst und gezielt ernährt, kann garantieren, dass er bestimmte Gesundheitsrisiken, wie Arthrose, Diabetes, Bluthochdruck oder auch manche Krebserkrankungen minimiert. Und nur wer gesund ist, kann auch glücklich sein. So viel steht fest.

Der Glückstransport: Über Magen und Darm direkt ins Gehirn

Vorfreude auf Pizza

Doch widmen wir uns nun einmal dem vielleicht noch interessanteren Teil des Essens. Dem Teil, der Beweis dafür ist, dass das Essen unsere Stimmung tatsächlich nachweislich und auch innerhalb weniger Minuten aufhellen kann und uns zumindest zeitweise glücklicher macht.

Dabei kommt nicht nur der Körper als „Aufnahmegerät“ und „Verarbeiter“ des Essens ins Spiel, sondern, wer hätte es gedacht, auch die Psyche. Denn die Wissenschaft hat schon seit Längerem festgestellt, dass es Stoffe in unserer Nahrung gibt, die sich unmittelbar auf unsere Gehirnaktivität auswirken. Magen und Darm mit ihrem komplexen Nervengeflecht senden hierbei Signale, die durch Lebensmittel erzeugt werden, direkt in die Zentren unseres Gehirns, die für die Emotionen zuständig sind. Die wichtigsten Neurotransmitter, die beim Glücksprozess, den das Essen auslösen kann, im Spiel sind, heißen Serotonin und Dopamin.

Das Serotonin

Serotonin ist ein Botenstoff für Nervenzellen, den unser Körper hauptsächlich in Eigenregie herstellt. Serotonin fördert das Wohlbefinden und wirkt beruhigend. Außerdem soll Serotonin die Leistung unseres Gedächtnisses stimulieren können und sich positiv auf unseren Schlaf auswirken. Bei depressiven Menschen lässt sich oft ein besonders niedriger Serotoninspiegel im Gehirn feststellen. Unter anderem damit lässt sich die oft gedrückte und für Betroffene hoffnungslos erscheinende Situation vieler Depressiver erklären.

Rund 95 Prozent des körpereigenen Serotonins lässt sich im Darm finden. Allerdings nimmt dieser das Serotonin, das sich auch in einigen Lebensmitteln findet, nur spärlich auf. Erst in größeren Mengen beginnt dieses im Darm zu wirken, bzw. von dort auch ins Gehirn zu gelangen. Was allerdings besser und direkter funktioniert, ist die Aufnahme von Lebensmitteln, die große Mengen der Aminosäure Tryptophan enthalten. Denn dieser Eiweißbaustein ist im Grunde die Vorstufe zu Serotonin. Unsere Nervenzellen im Gehirn stellen aus Tryptophan schließlich eigenes Serotonin her.

Das Dopamin

Auch das Dopamin, das ebenfalls in unserem Gehirn selbst erzeugt wird, spielt eine, wenn nicht sogar die noch entscheidendere Rolle beim Glück durchs Essen. Dopamin spielt vor allem rund ums Lernen und im sogenannten Belohnungszentrum unseres Gehirns eine entscheidende Rolle. Wer eine Situation erfolgreich meistert oder einen spontanen, guten Einfall hat, bzw. Dinge tut, von denen er weiß, dass sie einem Spaß machen, der kann damit rechnen, dass das Hirn daraufhin Dopamin produziert.

Das Glück, dass das Essen durch die Produktion von Dopamin in unserem Gehirn produziert, erklärt sich dann in diesem Fall nicht über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel selbst. Stattdessen geht es um die Vorfreude auf ein bestimmtes Nahrungsmittel. Wer sich etwa auf eine kräftige Gemüsesuppe oder auf ein Frühstücksei freut, schüttet Dopamin bereits vor dem Verzehr dieser Nahrungsmittel aus. Die Situation des Essens wird dann oft auch automatisch mit Vorfreude und der Zufriedenheit des Sättigungsgefühls im Anschluss verknüpft, sodass zukünftig alleine der Gedanke ans Frühstück nach dem Aufstehen reicht, um Glücksgefühle in uns zu erzeugen.

Bestimmte Lebensmittel, die besonders glücklich machen

Datteln und Feigen

Manche Lebensmittel, wie Glücksrollen oder Glückskekse tragen das Glück im Namen und schmecken oft auch wahnsinnig gut, sie sind aber nicht speziell dafür bekannt, besonders viele Glückshormone auszuschütten. Anders sieht es bei einer Reihe von Lebensmitteln aus, die gezielt genutzt werden können, um die Stimmung zu heben. Sie enthalten, wie bereist erwähnt, größere Mengen Tryptophan und können damit bei der Serotoninproduktion helfen.

  • Unter den Früchten sind Bananen, Ananasse und Pflaumen die Gewinner. Sie enthalten mehr Tryptophan, als etwa Äpfel, Trauben oder auch Zitrusfrüchte. Doch auch Trockenfrüchte, wie Datteln und Feigen haben hohe Tryptophananteile.
  • Unter den klassischen Eiweißlieferanten, bzw. Lebensmitteln, die einen durchschnittlich hohen Eiweißanteil haben, stechen beispielsweise Parmesankäse und Emmentaler, sowie Sojabohnen, Cashewkerne und Erdnüsse positiv hervor.
  • Übrigens kann auch scharfes Essen glücklich machen. Denn durch des Konsum etwa scharfer Chilis werden Schmerzreaktionen im Gehirn getriggert. Durch diese wiederum können auch Endorphine, also diverse Glückshormone, ausgeschüttet werden.
  • Was Getränke betrifft, können sich gerade auch Tee oder Kaffee positiv auf die Stimmung auswirken. Das liegt vor allem an ihrem belebenden Effekt durch das Koffein. Es macht wacher und aufmerksamer und kann damit auch die Stimmung heben.