Buchweizen

Anders als der Name vermuten lässt, hat Buchweizen so gar nichts mit Weizen zu tun. Verwandt ist das Pseudogetreide hingegen mit Sauerampfer und Rhabarber.

Buchweizen

Herkunft und Charakteristika:

Die einjährige Sommerfrucht wird zwar zu den Getreidesorten gerechnet, gehört botanisch jedoch zu den Knöterichgewächsen. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich ein einzelnes, dreikantiges Nüsschen, das etwa vier bis sechs Millimeter lang und drei Millimeter dick ist. Diese braunen bis schwarzen Samen ähneln Bucheckern und gaben dem Pseudogetreide seinen Namen. Drum herum ist eine derbe Schale, die rund 30 Prozent des Gewichts ausmacht und die vor der Weiterberarbeitung entfernt werden muss.
Die krautige Pflanze wird 20 bis 60 Zentimeter hoch und bevorzugt warmes, trockenes Klima. Temperaturen unter 3 Grad mag die Pflanze gar nicht, dafür ist sie bei der Wahl des Bodens nicht ganz so anspruchsvoll und verträgt auch mal unfruchtbare Heide- und Moorgegenden. Da Buchweizen zum Keimen Bodenwärme braucht, findet die Aussaat Ende Mai bis Anfang Juni statt. Schon bald färbt sich der gerade Stängel, an dem herzförmige Blätter sitzen, rot. Und von Juli bis Oktober zeigen sich weiße bis rosarote Blütenknäuel; geerntet wird Buchweizen im September.
Der Ursprung von Buchweizen liegt in Zentral- und Ostasien. Von dort aus breitete er sich nach Westen aus und gelangte während des späten Mittelalters nach Mitteleuropa. Aus dem Leinetal gibt es 1380 eine erste schriftliche Erwähnung des Buchweizens; 1396 aus Nürnberg. Als das einstige Grundnahrungsmittel im 18. Jahrhundert aber vom Kartoffelanbau verdrängt wurde – auch Kartoffeln sind relativ anspruchslos –, ging der Buchweizenanbau zurück. Allmählich wird das glutenfreie Getreide jedoch wiederentdeckt. Die größten Anbauländer sind China, Russland und die Ukraine.
Buchweizen enthält einen viele essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Arginin und Tryptophan und die Vitamine B, E sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium. Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe ist Rutin, ein Bioflavonoid, das in den Blüten und Blättern steckt. Es verbessert die Mikrozirkulation in den Blutgefäßen. Rutinhaltige Präparate und Buchweizentee werden z. B. zur Vorbeugung und Behandlung von Venenerkrankungen eingesetzt. Ein Grund, warum Buchweizen 1999 Heilpflanze des Jahres war.

Verwendung:

Buchweizenmehl (siehe auch Warenkunde "Mehl") allein ist zum Brotbacken ungeeignet, da es kein Gluten (Klebereiweiß) enthält. Man kann Buchweizen als ganzes Korn zum Risotto, als Beilage oder im Auflauf verwenden. Allerdings schleimt das "Getreide" beim Aufkochen stark, daher iam besten vorher und nach dem Kochen abbrausen. Röstet man die Körner kurz an, schmecken sie nussig und passen als Topping auf Süßspeisen, Salate und in Müslis. Im Gegensatz zu Getreide ist Buchweizen leicht verdaulich.

Verwendung:

In Russland gibt es zum Beispiel Blinis, eine Art Pfannkuchen. In Italien werden aus dem "grano saraceno" Pizzoccheri (eine Art Spätzle) sowie Polenta zubereitet; in Frankreich ist "blé noir" (schwarzer Weizen) Hauptzutat in Galettes (Pfannkuchen); in den Niederlanden kommen daraus zubereitete "Poffertjes" (münzgroße, dicke, süße Pfannkuchen) auf den Tisch, in den USA die berühmten Pancakes, in Österreich gibt es das einstige Arme-Leute-Essen "Sterz", das, wie auch die japanischen Sobanudeln, aus Buchweizenmehl zubereitet wird.

Einkauf:

Vor allem in Naturkost- und Bioläden kann man Buchweizen als ganzes, geschältes Korn, Grütze, Flocken oder Mehl kaufen.


Und hier finden Sie Rezepte mit Buchweizen.

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