Allein unter Männern

Wir haben etwas für den Nachwuchs der männlichen Küchengötter getan. Bei unserem letzten Kochkurs hieß es wieder: Männer an den Herd. Ein Erfahrungsbericht…

Allein unter Männern
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Bettina Müller

Als ich letztes Jahr zum ersten Mal einen ganzen Abend mit zwölf Herren an einem Herd verbrachte, konnte man mich noch für naiv halten. Sich gleich ein Jahr später auf das gleiche Abenteuer einzulassen, gilt dann wohl aber eher schon als leicht verrückt, lebensmüde … Oder was fällt uns noch ein?

 

Mutig war ich auf jeden Fall, am Donnerstag nicht die Flucht ergriffen zu haben, als ich ganz allein (oh ja, diesmal gab es wirklich keinerlei weibliche Unterstützung) den elf Herren beim Männerkochkurs gegenüberstand. Okay, zugegeben, einer davon war Sebastian, ihn kann ich inzwischen schon ganz leicht um den kleinen Finger wickeln (das hast Du jetzt nicht gelesen!). Und ein anderer junger Mann wurde von mir nur liebevoll „Küchensklave“ genannt, da er für den Abwasch und die Getränke zuständig war – von ihm konnte ja auch keine wirkliche Gefahr ausgehen. Doch was hatte ich von den anderen neun zu erwarten? Eines war schon mal ganz klar: Wirklich freiwillig hatte sich keiner ins Hukodi zu unserem Kurs verirrt. Hatte ich mit Gegenwehr zu rechnen?

 

Vielleicht lag es an unserem Aperitif – den berüchtigten Stenzz, den bunten Kochschürzen, die die Männer anlegen mussten oder einfach nur an Sebastians Charme, aber die Männerrunde war brav, fleißig und sehr gehorsam. Da gab es keinerlei Murren, als die Pilzstückchen als zu groß beanstandet wurden und noch mal eine Runde unters Messer mussten. Da wurde kein Aufstand gestartet, als die gefühlten hundert Orangen per Hand ausgepresst werden mussten, nachdem die Frage nach einer elektrischen Presse mit einem gehässigen Lächeln beantwortet wurde. Und erst recht keinen Aufstand gab es, als die kredenzten Leckereien verspeist wurden und alle mächtig stolz auf ihr Werk waren.

 

Wichtigste Erkenntnis für mich als Frau an diesem Männerabend: Ingwer, Chili und Chips zählen ab sofort als Gemüse. Und der gefürchtete Vitaminschock nach einer Koriander-Gremolata bleibt doch aus.

 

Alle Freundinnen, Ehefrauen, Mütter und Schwiegermütter da draußen, die ihre Liebsten zu unseren Kurs geschickt haben, möchte ich an dieser Stelle übrigens kurz warnen: Sucht Euch schon mal eine neue Wandfarbe für die Küche aus – die Herren sind seit Donnerstag verrückt danach, Crêpes mit wagemutigem Pfannenschwingen zu wenden. Einige von ihnen sogar recht zirkusreif.

 

Ich bin gespannt, was wir uns beim nächsten Mal für Schabernack für die Daheimgebliebenen ausdenken, denn eines ist ganz klar: Auch ein drittes Mal wird man mich nicht vom Kochen in solch geselliger Männerunde abhalten können. Schön war's!

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