ICH KOSTE... Steckrüben

Jeder kann kochen, klar. Aber bei Steckrüben geht mehr. Backen zum Beispiel. Oder gar nicht kochen. Sebastian Dickhaut hat mit seinem Herbstlieblingsgemüse experimentiert

ICH KOSTE... Steckrüben
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Kommentare
Sebastian Dickhaut

Die ganz harten unter Euch - früh auf, gleich bei Küchengötter und keine Angst vor Steckrüben am Morgen - konnten so bis 9 Uhr hier auf einen irgendwie interessanten, aber in seiner Nacktheit dann doch ein wenig ernüchternden Beitrag blicken, der mit "Schälen, vierteln und in Scheiben schneiden" begann und drei Zeilen weiter mit "3 EL Joghurt, Salz" endete. Dass das nicht die ganze Geschichte sein kann, war den meisten sicher klar. Aber dass das eigentlich sehr gut zum Rest passt, vielleicht nicht. Der Reihe nach:

 

Steckrüben gab mir die Redaktion diesmal zum kosten, was ich nach "Bubble Tea" oder "Eier ausblasen" sehr menschlich bzw. pflanzlich fand und deswegen auch alles ganz gut machen wollte, damit das so weitergeht. Wollte mich also nicht erst heute morgen dran machen, sondern schon gestern. im Moment haben wir hier im Küchengötterkochstudio ja auch eine Assistentin, Wiebke aus dem Norden, die schon mal da war.

 

"Keiner hat Steckrüben!"

 

Die schickte ich dann gleich gestern früh los auf Steckrübenjagd, von der sie nach fünf Laden appte: "Keiner hat Steckrüben! Soll ich zum Viktualienmarkt?" Ich bejahte, strich im Geiste den Kuchen zum Kaffee (am Markt ist's teuer) und stieg aus der U-Bahn, wo am Gemüsestand drei schöne Steckrüben lagen. Aber da kam schon die Erfolgsnachricht: "Alles klar, kannst den Ofen anmachen!" Wiebke ist nicht nur ein 1a-Grafikerin und -Assistentin, sondern auch in einem gastronomischen Haushalt aufgewachsen und durch die halbe Welt gereist - also ließ ich die Rüben vertrauensvoll liegen.

 

Leider hatten wir aber nicht mit den Füchsen vom Markt gerechnet, die ihr mit einem freudigen "Da haben Sie aber Glück, die sind heute grad reingekommen" drei Navetten in die mir schon verdächtig klein vorkommende Tüte gesteckt hatten. Ich erklärt Wiebke kurz den Weg zum U-Bahn-Stand, machte nun wirklich den Ofen an und dann ging's los.

 

Ofen, fragt Ihr? Na ja, als ich den Steckrübenauftrag bekommen hatte, wusste ich noch nicht, dass schon der Einkauf so eine schöne Geschichte wird und überlegt, wie ich den mein Herbstlieblingsgemüse sensationeller kosten kann. Einfach Suppe oder Püree kochen? Nö. Aber ich koche sehr gerne im Ofen, Tomatensauce oder Kürbis zum Beispiel, und eigentlich müsste das doch mit Steckrübe...? Und weil ich immer alles gleich koste, habe ich auch schon mal die Rübe roh probiert, die dann so ein bisschen rettichscharf mit ein bisschen bitter und süß dabei ist. Da könnte man doch...?

 

Rüben aus dem Ofen oder als Rohkost? Und wie!

 

Womit wir jetzt bei dem Gerippebeitrag von heute morgen sind. Der ging in der ersten Hälfte so: "Steckrüben aus dem Ofen: schälen, vierteln und in feine Scheiben schneiden. Mit Salz, braunem Zucker und Wunderwürz süß (bzw. gemahlenem Zimt, Kardamom, Ingwer, Pfeffer) und Öl mischen. Bohnenkraut hätt's nicht gebraucht. 220 Grad, 10 Minuten." Die waren dann außen schön knusprig und innen richtig steckrübig, was wirklich allen schmeckte, sogar einer inzwischen dazu gekommenen Steckrübenhasserin.

 

Dazu gab es das Ergebnis der zweiten Hälfte: "Steckrübendip: 250 g Grob raspeln, dann 2 TL Honig & 1 TL scharfer Senf, 3 EL Joghurt, Salz."  Auch das fanden wir alle fein. Und staunten, welche Wellen unser Abenteuer Steckrübe auf Twitter schlug, wo ich natürlich auch davon berichtet hatte. Verschärft wurde das ganze noch dadurch, dass ich zugleich nach einer Quelle für Zuckerrüben suchte, was eine ganz andere Geschichte ist, was aber nicht so ganz klar wurde. Aber die Weisheit der Vielen hat es schnell geklärt - Details findet Ihr unten bei den Bildern.

 

Wir fassen zusammen: Steckrüben sind grad im Kommen, aber keine Navetten - und auch keine Zuckerrüben. Das weiß jetzt nicht nur Wiebke. Man kann Steckrüben fein zerteilt sehr gut backen oder roh essen. Wenn aber einmal der Wurm drin ist, dann bis zum Schluss. (Wir speichern hier vorgeschriebene Beiträge, in dem wir die Veröffentlichung später datieren; ein Tag war nur zu wenig für meine Skizze. Danke fürs rasche Richten an Küchengöttin Bettina.) Das alles können Ihr aber auch in Ruhe mit uns dreien am 25.10. bei unserem Kochkurs "Bayern Basics für Zuagroaste" klären - da gibt's auch was mit Steckrübe! Und noch ein paar Restplätze. Alsdann?

 

ICH KOSTE... Steckrüben
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ICH KOSTE... Steckrüben
Probier ich!

Sehr schön, das probier ich mal. Die geduldigste GEmahlin von allen ist eine große Freundin der Steckrübe, ich hab das Zeugs bisher nur mit ordentlich Fett dran runtergebracht, aber die Ofenvariante klingt wirklich interessant.

gugelhupfesser
Steckrübe

Ich finde es ist ein sehr leckeres Gemüse ,ganz klassisch als Eintopf oder als warmes Gemüse. Steckrübenscheiben  mit  Gehacktes im Ofen als Auflauf ist schon lecker , Wir essen sie sehr gern ,als Dip haben wir sie noch nicht probiert ,wird jetzt aber nachgeholt .

crazycook
Dotschn

zu Steckrübenkraut verarbeitet mit rosa gebratenem Rehrücken, eingemachten Trockenfrüchten auf einer Rotweinreduktion serviert, das ist ein Genuss. Da kann kein Pastinakenpüree mithalten.

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