Viola macht grün

Blaumachen kann ja jeder! Eine kleine Einweisung für das Reiten auf der grünen Welle ...

Viola macht grün
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Viola Booth

Heute ist Gründonnerstag. Ein guter Tag, um grün zu machen! Also bin ich für Euch auf die Suche nach grünen Rezepten gegangen. Am Gründonnerstag soll man ja schließlich grüne Gerichte essen. Bei so viel Grün vor den Augen, wollte mir diese Farbe dann aber einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Denn was fällt einem dazu sonst noch ein? Genau: ökologisch, nachhaltig. Und so bin ich auf eine interessante Website gestoßen, die meinen ökologischen Fußabdruck berechnet.

 

In einem Test beantwortete ich Fragen dazu, wie viel Strom ich eigentlich verbrauche und wie viel Müll ich produziere, um so heraus zu finden, wie groß die Fläche auf der Erde ist, die ich mit meinem verschwenderischen Verbrauch von Rohstoffen eigentlich zum Leben bräuchte. Das Ergebnis war schockierend: Wenn alle Menschen so leben würden wie ich, bräuchten wir 2,33 Erden statt dieser einen, die wir haben. Schluck. Also wird diesen Gründonnerstag bei mir alles anders: Ich mache grün – und zwar von Kopf bis Fuß. Das Weltretten kann beginnen! Und so sieht mein Öko-Tag heute aus:

 

  • Kaltes, klares Wasser: Geduscht wird am Morgen im Eilverfahren. Und dazu auch noch lauwarm, statt superheiß. Denn die Dusche ist eine richtige CO2-Schleuder. Ohne Kraftwerke, die CO2 ausstoßen, käme schließlich gar kein warmes Wasser aus dem Hahn. Also: Hopp, hopp und ja nicht vergessen, dass Wasser beim Haareeinschäumen auszustellen! Auch meine Waschmaschine läuft heute auf 30 statt auf 60 Grad.
  • Ich will Spaß, ich gab Gas: Am besten wäre es natürlich, komplett auf das Autofahren zu verzichten. Wer sich trotzdem hinters Steuer setzt, sollte darüber nachdenken vielleicht eine Fahrgemeinschaft zu gründen und den Fuß auf dem rechten Pedal nicht dauerhaft durchzudrücken. Ich quetsche mich heute stattdessen übrigens mit dem Rest der Stadt in die U-Bahn. Noch besser: Auf den Drahtesel schwingen!
  • Supermarkt-Sünden: Mit dem Einkaufszettel in der Hand wird beim Schlendern durch die langen Regalreihen nur Regionales gekauft und auch nur das, was wirklich drauf steht. Keine überflüssigen Sachen. Nichts, worüber ein Wegwerf-Gefahr-Warnschild steht, weil man es sowieso nicht braucht, es im Überfluss hat und am Ende damit doch wieder nur den Müll-Berg auf der Deponie vergrößert. Und beim Einpacken an der Kasse bleibt die Plastiktüte da, wo sie ist. Heute habe ich definitiv meinen Stoffbeutel dabei.
  • Shopping-Queen: Beim Bummeln durch die Geschäfte auf „Made In China“ stoßen? Das bedeutet jetzt: Finger weg!
  • Bye bye, Standby: Heute sage ich vor dem Schlafengehen den Elektrogeräten gute Nacht. Rote Punkte, die im Dunklen leuchten? Damit ist Schluss!

 

Und wie gefällt Euch mein Grün-Mach-Plan? Wer Lust hat mir zu helfen, fängt einfach gleich morgen damit an. Natürlich wird ein einziger Tag nicht die Welt verbessern. Aber wer sagt denn, dass man sich an so manch eine grüne Aktion nicht gewöhnen kann? Habt Ihr auch noch ein paar Umwelt-Tipps auf Lager? Ich bin gespannt auf Eure Vorschläge. Wenn Ihr wissen wollt, wie groß Euer ökologischer Fußabdruck eigentlich ist, könnt Ihr den Test unter www.foodprint-deutschland.de machen.

 

Ach, und vor lauter Grün in meinem Kopf habe ich die Rezepte für Gründonnerstag natürlich trotzdem nicht vergessen. Hier sind ein paar köstliche Ideen zum Nachmachen:

 

 

Noch mehr Nachhaltigkeits-Tipps findet Ihr auch bei vital.de.

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Aphrodite
Was bin ich ein Spießer!

Eigentlich wollte ich mir schnell einen Einkaufszettel schreiben, um den Donnerstag essenstechnisch abzuhaken. An den grünen Donnerstag habe ich dabei gar nicht gedacht. Eher an den bevorstehenden Feiertag, der mitversorgt werden will. Das Lauch-Curry habe ich mir ausgesucht. Doch dann das: Stand-by Leuchten auszustellen, schaffe ich noch gerade. Aber nicht mehr heiß duschen und dann sich noch beeilen müssen, Haarewaschen Wasser aus. So was schmerzt! Wäschewaschen bei 30 Grad? Das wird doch gar nicht sauber! Ich setze wahrscheinlich Krater in die Landschaft mit meinem Umweltbewusstsein. 

lundi
Ja zu Grün von einem Warmduscher

Heute gibt es was Grünes ohne Fleisch. Ich habe Reis vorgekocht mit grünen Bohnen, Erbsen, Apfel, Zwiebel und Knobi. Kein Beifall aber auch kein Murren.

 

Mit dem Fußabdruck wurde meine Kleine inkl. Eltern gerade 1 Woche lang in der Schule gequält. Ich selbst stehe bei 2.76, liege bei Energie, Konsum und besonders beim Essen deutlich unter dem Durchschnitt, aber mein tägl. Weg zur Arbeit haut mit 65 km ohne Fahrgemeinschaft rein. So ist das eben auf dem Dorf. Am Ende der Auswertung wird werbeträchtig weniger Fleisch und das Klimakochbuch empfohlen, leider ist vom Inhalt nichts zu erkennen. Ich kaufe kein Buch ohne es vorher einzusehen, interessiert hätte es mich.

 

 

Einkaufen für mich, wie Ihr wisst, konsequent saisonal und vorrangig regional, häufig Bio. Plastiktüten nicht doch, auch da bin ich konsequent und laufe mit Stoffbeuteln herum, beim Fleischer lasse ich gleich alles in meine Dosen verpacken. Seit ich in Island eine Aluminiumfabrik samt Energieaufwand und Umweltfolgen kennenlernen durfte, bin ich bei Verpackungen u.ä. übersensibel, ganz besonders bei Alu aber auch Folien aller Art. Selbst Papier nehme ich davon nicht aus. Mehr als einen 10l-Eimer Müll pro Woche plus 1-3 Tetrapacks für Gelb produzieren wir nicht, das sieht albern aus in der Mülltonne, aber die Gemeinde schreibt eine Mindestgröße 80 l für 5 Personen mit 14täger Leerung vor. Mehr kaufen als nötig verbieten mein Gewissen und mein Geldbeutel. Unser Energieverbrauch ist sehr niedrig und die Temperatur im Haus auf 17° eingestellt, im Wohnzimmer flackert abends der Kamin. Geduscht wird nur jeden 2. Tag (kurz ist OK, aber bei 42°C, dann kurz kalt hinterher), dazwischen reicht das Waschbecken und ein Lappen. So wird auch das Bad nur jeden 2. Tag geheizt. Pullover kann ich lüften und mehrfach tragen. 30° für die Waschmaschine reicht für das meiste, notfalls bei längerem Waschprogramm, Ökowaschmittel sind selbstverständlich! Finger weg von "China" - das ist wohl Illusion.

 

 

Aphrodite
Ich habe das Klimakochbuch...

... geschenkt bekommen. Mehr als regionale Zutaten habe ich da nicht gefunden. Wer ein absolutes Greenhorn ist, kann damit kochen und findet bestimmt ein paar Anregungen. Die Rezepte sind bestimmt auch nicht schlecht. Doch steht da eins drin, finde ich hier bei Küchengötter 100, die ähnlich sind. Heißt, ich koche kein Rezept aus dem Buch. Es steht hübsch im Schrank. Selbst die vielen Tipps habe ich nicht beherzigt :) So ist das mit dem Weltretten. Gar nicht so einfach.

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