Mein Wie-koch-ich-Schmarrn
Früher war Schmarrn ein Arme-Bauern-Essen, bei dem Reste mit Mehl und Milch verbraten wurden. Die süße Variante adelte man ihn Wien mit Eiern, Zucker, Mandeln und Rosine
1 Tasse Mehl,
1 Tasse Eier,
1 Tasse Milch,
1 Prise Salz,
8 EL Butter,
4 EL Sultaninen,
4 EL Mandelblättchen,
4 EL Zucker
Schritt 1
Wer in Bayern oder Österreich "Schmarrn macht", der macht Unsinn. Einen Pfannkuchen zu backen, um ihn dann gleich zu zerreißen, das ist klar Unsinn – und zwar ein herrlicher. Kinder schätzen so einen Schmarrn sehr. Ich mag ihn in der bürgerlichen Version, nicht zu fluffig, dafür knusprig - weswegen hier auch kein Ei getrennt und Eischnee geschlagen wird oder am Ende gar Puderzucker drüberkommt. Denn das ist nur was für Weicheier.
Das Rezept stammt aus meinem persönlichen Grundkochbuch "Wie koch’ ich…?" und ist Basis für die erste Folge "Maike kocht, Dickhaut hilft" auf Küchengötter TV.
Schritt 2
Für den Teig Eier mit Mehl glattrühren und esrt dann die am besten lauwarme Milch einrühren, so gibt es keine Klumpen. 1 Prise Salz dazu und den Teig rund 30 Minuten quellen lassen. Eier trennen, Eischnee schlagen? Wird mir zu fluffig.
Schritt 3
Nun in der größten Pfanne, die nicht haftet und schwer sein sollte, 1 EL Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Die Hälfte des Teigs hineingießen und 1–2 Minute backen, bis die Unterseite gebräunt ist. Nun den Pfannkuchen, der in Wien Palatschinken heißt, wenden: mit Schwung und Mut aus dem Handgelenk (kann man vorher mit der Rosinentüte in der kalten Pfanne üben) oder mit dem Pfannenheber, wobei er zuvor geviertelt werden kann.
Schritt 4
Jetzt 1 EL Butter darunter laufen lassen, je 2 EL Mandeln und Sultaninen drüberstreuen. Nach 1 Minute mit zwei Löffeln zum Schmarrn zerrupfen, Hitze auf volle Kraft stellen, 2 EL Butter und 2 EL Zucker zugeben und aufschäumen lassen.
Schritt 5
Nun den den Schmarren unter Wenden und Schwenken in 1–2 Minuten knusprig-karamellig braten. Den Rest ebenso zubereiten. Puderzucker als Krönung? Der würde doch nur die Kruste verweichlichen.
Schritt 6
Macht man Schmarrn für viele, kann man in im Ofen bei 100 Grad warmstellen - da geht er sogar noch ein bisschen auf. Die Kruste geht dann allerdings verloren. Es sei denn, man rupft erst und brät dann, wenn alles fertig ist.
Also bitte, ich will ja nicht matschgern (äähhh...wie sagt man noch? maulen? nörgeln?), aber ein echter Wiener Kaiserschmarrn ist doch keine Palatschinke! Da gehört doch der Schnee geschlagen (genau das locker-flaumig-fluffige ist doch das typische!) und die ganze Menge auf einmal in die Pfanne (ähnlich einem Schaumomlette). Nach dem Wenden noch ein wenig backen und dann in flaumige Fetzen zerteilen.
So habens jedenfalls meine Oma und Mama immer gemacht und so bekommt man's auch in jedem Wiener Gasthaus (mit Staubzucker und Zwetschkenröster)...*schleck*