Wünsch' Dir was - Mein Lieblingsvanillepudding

Ein Pudding, der schon nach dem ersten Löffel glücklich macht. Herrlich cremig, nicht ganz so süß und mit einem winzig kleinen Schuss Alkohol.

Wünsch' Dir was - Mein Lieblingsvanillepudding
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Kommentare
Nicole Stich

Als ich letzte Woche über eine umfangreiche Aufstellung internationaler landestypischer Desserts stolperte, blieb ich ein wenig länger an der deutschen Variante hängen. Man hatte sich für die Schwarzwälder Kirschtorte entschieden. So recht konnte ich mich mit der Wahl nicht anfreunden. Zwar wurde meine Kindheit von allerlei Schwarzwälder Kirschtorten gesäumt - sie waren schließlich ein absolutes Muss auf jeder Dorfhochzeit - aber als Dessert habe ich diese Torte nie betrachtet, dazu ist die Kaffee & Kuchen-Kultur bei uns viel zu ausgeprägt. Ein Dessert, das ist für mich ein süßer Schlusspunkt nach einem Essen, sei es Mittag oder Abend, in einem Sternerestaurant oder an Omas Esstisch. Und Schwarzwälder Kirschtorte habe ich eben noch nie als Dessert gegessen, als Highlight einer Kaffeetafel dagegen unzählige Male.

 

Aus Interesse habe ich daraufhin mal auf Twitter gefragt, welches Dessert gemeinhin als "typisch deutsch" durchgeht und erhielt vielfältige Antworten. Nur zwei davon wurden mehrfach genannt, die rote Grütze und der Zwetschgendatschi. Aber meine liebste und wahrscheinlich häufigste Dessert-Erinnerung aus der Kindheit kam erst mit ein wenig Verzögerung von meiner Freundin Inés - ein Vanillepudding! 

 

Schade finde ich, dass immer noch zuviele Menschen Puddingpulver zum Puddingkochen oder Becher aus der Kühltheke kaufen, sei es nun aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit. Aber es ist ja nie zu spät, seine Gewohnheiten zu ändern und ein Industrieprodukt weniger zu kaufen, oder? Hat man das Rezept allerdings erst einmal ausprobiert, dann fragt man sich zwangsläufig, warum man nicht früher drauf gekommen ist: Selbstgemachter Vanillepudding mit extra vielen Eidottern und einem Schuss Alkohol schmeckt unvergleichlich gut und braucht keine 15 Minuten. Und ergibt abgefüllt in kleine Portionsgläschen auch einen praktischen Snack aus dem eigenen Kühlschrank. 

 

Was ist eurer Meinung nach denn DAS typische deutsche Dessert? Und wie steht's um euren Lieblingspudding, kommt er aus dem Packerl, der Kühltheke oder ist er komplett selbstgemacht? Welche Sorte?

 

Hier geht's zu meinem allerliebste Vanillepudding, übrigens auch ein wunderbarer Seelentröster für graue Tage!

 

 

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Bettina Müller
Nachtisch - typisch deutsch

Liebe Nicky,

 

danke erst einmal für den aktuten Wunsch, jetzt sofort Pudding zu essen! Auch wenn ich ja eher dem Team Schokopudding angehöre, muss ich zugeben, dass Dein Vanillepudding unwiderstehlich aussiehst! :-)

 

Jetzt saß ich hier gerade mehrere Minuten und habe überlegt, was denn nun das typische deutsche Dessert - oder müssten wir dann nicht auch gleich Nachtisch sagen? - ist. Wirklich schlauer bin ich immer noch nicht. In vielen Restaurants hat man das Gefühl, dass es Vanilleeis ist, denn das steht doch auf unzähligen Speisekarten, oder? Für München hätte ich jetzt beinahe den Kaiserschmarrn ins Rennen geschickt, aber der ist ja nicht deutsch. Also dann die Bayerische Crème? Der Roten Grütze kann ich auf jeden Fall schon mal zustimmen. Und was ist mit Kompott? Ich erinnere mich an Rhabarberkompott aus meiner Kindheit oder Apfelkompott. Was meinst Du?

Nicole Stich
Schwierige Frage, gell?

Liebe Bettina,

 

stimmt, Nachtisch ist natürlich genauso ok! Abschließend lässt sich das Thema wohl nicht klären, zu unterschiedlich sind auch die Vorlieben im Vergleich Nord- und Süddeutschland. 

 

Mit Vanilleeis liegst Du sicherlich nicht verkehrt, das gab's auch bei uns oft als Nachtisch - allerdings immer gekauft. Bayerische Creme gab's bei uns ganz selten, selbstgemachtes Kompott dafür in allen Variationen (aber eigentlich immer zu Eis, Pudding, Grießbrei), aber ob es DEN einen deutschen Nachtisch gibt? Langsam werde ich skeptisch ;)

Rinquinquin
Vanillepudding

Nun gehöre ich wirklich nicht der Puddingfront an und Vanillepudding war nie meine liebste Ausführung. Aber dieser ist einfach fantastisch.

 

Zur Frage der deutschen Desserts: an hohen Feiertagen gab es in meiner Kindheit Schneeeier auf Vanillesauce, das war immer etwas ganz Besonderes. Über das Jahr wechselten sich die verschiedensten Kompotts (Apfel, Birnen, Mirabellen, Zwetschen), frische und eingemachte Früchte (von Erdbeeren bis Eierpflaumen) und Pudding (Schokolade, Vanille - aber beide waren von Dr. Oetker) ab. Es gab IMMER einen Nachtisch, der natürlich auch oft mit Mahnung eingesetzt wurde ("wenn du den Teller nicht leer isst, dann ...."). Ja, Zwetschenkuchen oder diese aneinander sitzenden rosinengefüllten Hefeteigrollen (wie heissen die nur?) gab es auch, dann aber vorher immer nur eine Suppe. 

Richtige rote Grütze habe ich erst später im Norden kennen gelernt. 

 

Eis gab es nur zur Erdbeerzeit. Dann wurde ein Riesenapparat aus dem Speicher geholt, der Eismann brachte zwei Stangen Eis und auf wundersame Weise enstand daraus köstliches Erdbeereis. Aber sehr sehr selten.

nika
Familien-Dessert

Bei uns gab es an Sonn- und Festtagen drei Varianten vom beliebtesten Familien-Dessert:

- Schokoladenpudding mit Vanillesauce

- Kompott mit Sahne

- Vanille-Griesbrei mit selbstgekochter Fruchtsauce

 

Der Vanille-Griesbrei ist eine Mischung aus Vanillepudding und Griesbrei und war mein absolutes Wunsch-Dessert. Rote Grütze gab es dann schon mal am Samstag, vorausgehend Bratkartoffeln mit Spiegelei. Einfachen Vanillepudding gab es etwas verdünnt als Abendmahlzeit für uns Kinder und war deshalb nicht mehr so begehrt.

Heute ist mein Lieblingsdessert eine Joghurt-Vanillecreme mit Sahne und Früchten. Schön leicht und frisch und einfach lecker.

Belledejour
Vanillepudding

gabs in meiner Jugenzeit meistens als Dessert, aber nur am Wochenende.Oder aber in der Erdbeerzeit Erdbeeren frisch vom Feld, da wir in einem *Erdbeerort* wohnten. Die waren köstlich, die Sorte *Senga Sengana* hab ich heute noch im Geschmackhinterkopf.

Seitdem ich eine eigene Familie habe, haben wir vieles ausprobiert, auch die heute verpönten Fertigpuddinge und sind doch immer wieder zu selbst gekochtem Pudding zurückgekehrt. Der ist ja auch Grundlage für eine gute Buttercreme. Auch essen wir sehr gern als typisch deutsches Dessert die rote Grütze, aber die echte selbst gekochte und nicht als Fertiggericht.

Nicole Stich
Einfache Nachspeisen

@Rinquinquin, nika & Belledejour: Lieben Dank für eure Nachspeisenschilderungen! Am meisten freut mich, dass Ihr auch diese recht simplen Nachspeisen noch in so guter Erinnerung habt und schätzt (mit Ausnahme der Schneeeier, die sind wirklich was Besonderes!). Und Belledejours "Geschmackshinterkopf" sollte offiziell in den deutschen Wortschatz aufgenommen werden, finde ich sehr charmant!

Bettina Müller
Nachspeisen der Kindheit

Beim Lesen ist mir jetzt noch etwas eingefallen: Bei meiner Oma gab es immer (bei größeren Familienessen) gleich mehrere Desserts zur Auswahl: Wackelpudding (gerne auch mal verschiedene Farben), Schokopudding und dazu Vanillesauce. Am besten war es, wenn alle Sorten gleichzeitig auf den Teller kamen. Und im Sommer gabs bei uns ganz oft gezuckerte Erdbeeren mit Milch. Einfach geht es kaum, aber so köstlich! Muss ich dieses Jahr auch unbedingt mal wieder machen.

muffinqueen
Ausprobiert und begeistert!

Ich muss gestehen, dass ich meinen Pudding immer mit Fertigpäckchen anrühre. Das kenne ich so von zuhause und bin nie auf die Idee gekommen, das anders zu machen. Dein Lieblingsvanillepudding hat mich gestern aber darauf gebracht, dass es auch anders geht, und da ich alle Zutaten da hatte, wurde er gleich ausprobiert. Ich bin begeistert. Der wird jetzt immer so gemacht und demnächst versuche ich mich noch an Karamell- und Schokoladenpudding. Vielen Dank! 

Nicole Stich
Mission accomplished

@muffinqueen: Herzlich gerne! Und lieben Dank für Dein Feedback, es freut mich ganz besonders, dass Dich mein Rezept so schnell überzeugen konnte und Du jetzt auf den Geschmack gekommen bist ;) 

Nochmals einfache Nachspeisen

Nun weiß  ich nicht, ob die Nachspeisen meiner Kindheit (bei uns hieß es eigentlich Nachtisch) typisch sind - aber jedenfalls gab es immer einen Nachtisch. Der häufigste: Quark mit Obst oder Marmelade. Die anderen (eher nicht unter der Woche): Schokopudding mit Vanillesauce und evtl. Banane; Vanillepudding mit Schokosauce; Apfelmus/-kompott mit Sahne; Vanilleeis mit Sahne und/oder Schokosauce oder einer fruchtigen Sauce. Eher selten und nur, wenn ich als Kind Nachtisch gemacht habe: Griespudding, Nockerl, Ofenschlupfer (den erst später, nicht als Kind). Für die nicht Süddeutschen unter uns: Ofenschluper wird aus altbackenem Brot oder Brötchen gemacht (am  besten jedoch: ein trockener Hefezopf!), mit sauren Apfelschnitzen geschichtet, Mandeln und Vanille darüber, Eiermilch drüber, ab in den Ofen und mit Vanillesauce servieren - sehr lecker :)

Nicole Stich
Sehr sympatisch

@sulom: Familien, in denen es immer Nachtisch gab/gibt, sind mir sehr sympatisch ;) Außerdem sind ja nicht selten die einfachsten Gerichte auch die besten bzw. die, die man in der Kindheit so richtig lieb gewonnen hat.

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