Rezept Mein Wie-koch-ich-Schmarrn

Früher war Schmarrn ein Arme-Bauern-Essen, bei dem Reste mit Mehl und Milch verbraten wurden. Die süße Variante adelte man ihn Wien mit Eiern, Zucker, Mandeln und Rosine

Noch mehr leckere Rezepte
Dieses Rezept:
Melden
Drucken
Kochbuch
Favorit
Bearbeiten
7
Kommentare
(1)
Dieses Rezept:
Melden
Drucken
Kochbuch
Favorit
Bearbeiten

Rezeptinfos

Schwierigkeitsgrad
mittel
Zeit
60 bis 90 min Zubereitung
60 bis 90 min Dauer

Zutaten

1 Tasse
1 Tasse
1 Tasse
1 Prise
8 EL
4 EL
Sultaninen
4 EL
Mandelblättchen
4 EL

Zubereitung

  1. 1.

    Wer in Bayern oder Österreich "Schmarrn macht", der macht Unsinn. Einen Pfannkuchen zu backen, um ihn dann gleich zu zerreißen, das ist klar Unsinn – und zwar ein herrlicher. Kinder schätzen so einen Schmarrn sehr. Ich mag ihn in der bürgerlichen Version, nicht zu fluffig, dafür knusprig - weswegen hier auch kein Ei getrennt und Eischnee geschlagen wird oder am Ende gar Puderzucker drüberkommt. Denn das ist nur was für Weicheier.
    Das Rezept stammt aus meinem persönlichen Grundkochbuch "Wie koch’ ich…?" und ist Basis für die erste Folge "Maike kocht, Dickhaut hilft" auf Küchengötter TV.

  2. 2.

    Für den Teig Eier mit Mehl glattrühren und esrt dann die am besten lauwarme Milch einrühren, so gibt es keine Klumpen. 1 Prise Salz dazu und den Teig rund 30 Minuten quellen lassen. Eier trennen, Eischnee schlagen? Wird mir zu fluffig.

  3. 3.

    Nun in der größten Pfanne, die nicht haftet und schwer sein sollte, 1 EL Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Die Hälfte des Teigs hineingießen und 1–2 Minute backen, bis die Unterseite gebräunt ist. Nun den Pfannkuchen, der in Wien Palatschinken heißt, wenden: mit Schwung und Mut aus dem Handgelenk (kann man vorher mit der Rosinentüte in der kalten Pfanne üben) oder mit dem Pfannenheber, wobei er zuvor geviertelt werden kann.

  4. 4.

    Jetzt 1 EL Butter darunter laufen lassen, je 2 EL Mandeln und Sultaninen drüberstreuen. Nach 1 Minute mit zwei Löffeln zum Schmarrn zerrupfen, Hitze auf volle Kraft stellen, 2 EL Butter und 2 EL Zucker zugeben und aufschäumen lassen.

  1. 5.

    Nun den den Schmarren unter Wenden und Schwenken in 1–2 Minuten knusprig-karamellig braten. Den Rest ebenso zubereiten. Puderzucker als Krönung? Der würde doch nur die Kruste verweichlichen.

  2. 6.

    Macht man Schmarrn für viele, kann man in im Ofen bei 100 Grad warmstellen - da geht er sogar noch ein bisschen auf. Die Kruste geht dann allerdings verloren. Es sei denn, man rupft erst und brät dann, wenn alles fertig ist.

Dieses Rezept:
Melden
Drucken
Kochbuch
Favorit
Bearbeiten
Rezept bewerten:
(1)

Rezeptkategorien

Anzeige
Anzeige

Kommentare zum Rezept

Naoko
???

Also bitte, ich will ja nicht matschgern (äähhh...wie sagt man noch? maulen? nörgeln?), aber ein echter Wiener Kaiserschmarrn ist doch keine Palatschinke! Da gehört doch der Schnee geschlagen (genau das locker-flaumig-fluffige ist doch das typische!) und die ganze Menge auf einmal in die Pfanne (ähnlich einem Schaumomlette). Nach dem Wenden noch ein wenig backen und dann in flaumige Fetzen zerteilen. 

So habens jedenfalls meine Oma und Mama immer gemacht und so bekommt man's auch in jedem Wiener Gasthaus (mit Staubzucker und Zwetschkenröster)...*schleck*

Sebastian Dickhaut
Genau, Naoko

Deswegen habe ich ihn auch weder Wiener noch Kaiserschmarrn genannt, sondern - siehe oben. Weil - siehe oben. Ich mag ihn einfach lieber knusprig statt fluffig, so wie der Rudi Färber einst im Münchner Straubinger Hof und jetzt im Sedlmayer seinen Apfelschmarrn macht, dessen Rezept ich hier nach meinem Gusto weiterentwickelt habe.

Als Koch und noch mkehr als Journalist misstraue ich ja grundsätzlich „in jedem Wiener/Münchner/usw. Wirtshaus"-Regeln, sag jetzt aber einfach mal, dass die da a) größere Pfanne haben und b) meist für eine Person à la minute einen Schmarren machen, was dann das gleiche wie bei uns oben wäre - darf ich das als Besitzer eines österreichischen Passes behaupten? Als geborener Deutscher meine Frage, Naoko: Gibt es einen Unterschied zwischen Pfannkuchen und Palatschinken?

Naoko
oje...

...als rießengroße Fanin deiner Bücher, des Mittagesser-Blogs und auch deiner küchengöttischen Ambitionen, lag es mir natürlich fern deine Rezeptkreationen zu kritisieren...sorry! Abgesehen davon ist aber das oben beschriebene Rezept wenn ich mir nicht irre jenes, das du mit Maike im Video gekocht hast - und das heißt doch zweifellos "KAISERschmarrn"!

Die Frage nach Pfannkuchen bzw. Palatschinke kann ich, mit ebenfalls österr. Pass (nicht dass der ein Qualitätsmerkmal für irgendwas wäre...nie gewesen ;-)), leider nicht beantworten, da ich noch nie Pfannkuchen gegessen habe. Nur die Assoziation mit PfannKUCHEN legte in meiner Vorstellung immer nahe, dass es sich dabei um etwas dickeres (wegen KUCHEN halt) handeln muss. Also eher so einem Omlette ähnlich...stimmt aber nicht, oder?!

Dass du der "in jedem ortstypischen Wirtshaus"-Regel misstraust, finde ich ja grundsätzlich großartig und is für deinen Job ja auch Grundvorraussetzung! Wenn es sich dabei allerdings um ein nationales Kulturgut handelt (und da zähle ich Kaiserschmarrn definitiv dazu) finde ich kann man sich schon gelegentlich auf die traditionellen Rezepte der "Wirten seines Vertrauens" ;-) verlassen!

Sebastian Dickhaut
Okeeeh...

...das stimmt. Im Schreibtext haben wir es jetzt rausgenommen, und Maike lernt das auch noch (und wir das mit dem Aufpassen. Danke dafür.)

Naoko
Gerne!

wieder gut? ;-)

Sebastian Dickhaut
Ei klar!

Warn mir je bös?

Odenwälderin
Friede Freude Eierkuchen

Nachdem ihr beiden die deutsch-österreichischen Differenzen geklärt habt, möchte ich auch noch einmal ein kleines Wörtchen dazu sagen: Mein Freund (Konditormeister) hat in Wien gelebt und macht öfters ein original Kaiserschmarrn (diesen beschrieben fluffigen). Irgendwie mag ich den auch nicht so gern. Der sieht schon toll aus, aber liegt mir dann immer im Magen wie ein Stein. In vielen Münchener Wirtshäusern (München = meine Ex-Heimat) habe ich hingegen schon so leckeren Schmarrn gegessen (eher knusprig). Und zu dem Mag ich dann auch lieber Apfelmus anstatt Zwetschkenröster). Aber jetzt gibt es wieder einen Punkt für die Österreicher: den besten Topfenpallatschinken gibt es in Wien im Urml!

Noch nicht eingeloggt?

Hier könnte dein Kommentar stehen :-)

Login