Gerste

Das klassische Getreide der Antike ist vielen vor allem in "flüssiger Form", als Bierzutat, in bester Erinnerung …

Gerste

Herkunft und Charakteristika:

Der Ursprung der Gerste, die zur Familie der Süßgräser zählt, liegt in Vorderasien. Das Getreide zählt zu den ersten von Menschen angebauten Getreidearten; erste Nachweise stammen bereits aus dem 9. Jahrtausend v. Chr. Ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. wurde Gerste auch in Europa kultiviert – damals noch geröstet, zu Brei zerstoßen und als Fladenbrot (siehe Warenkunde "Fladenbrot") verarbeitet.
Während des Mittelalters war Gerste vor allem als Viehfutter geschätzt.
Die Ähren mit ihren langen Grannen (Barthaare) lassen sich im reifen Zustand hängen und werden anhand ihrer unterschiedlichen Ähren in sogenannte zwei- oder mehrzeilige Formen unterteilt. Zweizeiligen Formen haben lange Ähren, und ihre Körner sind in zwei Reihen angeordnet; meist handelt es sich um Sommergetreide, das zur Bierherstellung verwendet wird. Bei mehrzeiligen Formen sind die Körner in sechs Reihen angeordnet; die dicken, kurzen Ähren sind meist Wintergersten und dienen als Viehfutter.

Gerste zählt zu den Selbstbefruchtern; beim Anbau wird zwischen Sommer- und Wintergerste unterschieden. Wintergerste ist ertragreicher und wird ab dem frühen Herbst, Sommergerste im zeitigen Frühjahr gesät. Ihre Wuchshöhe liegt bei 50 bis 70 cm. Die Ernte erfolgt im Juli/August. Braugerste, eine Sommergerste, ist für die menschliche Ernährung und wird vor allem in der Mälzerei zu Malz verarbeitet: zu Braumalz (Bierherstellung), Backmalz und für Malzkaffee. In nicht gemälzter Form wird Gerste zu Flocken, zu Schrot, Grütze (grob geschnittene Getreidekörner), zu Mehl (siehe Warenkunde "Mehl") und Graupen (siehe Warenkunde "Graupen") verarbeitet. Heute wird Gerste vor allem in Europa, Russland, Kanada und in den USA angebaut.

Gerste enthält 60 bis 70 % Kohlenhydrate (vor allem als Stärke, Proteine, Ballaststoffe), außerdem Fett, Mineralien und Vitamin B.
Im Gegensatz zu Weizen ist Gerste relativ anspruchslos, was den Boden angeht, freut sich aber ebenso über einen gut durchfeuchteten Untergrund. Das Ertragsniveau bei Wintergerste liegt bei 6 bis 7 Tonnen pro Hektar, bei Sommergerste bei 5 bis 6 Tonnen pro Hektar.

Wildformen sind die sogenannte Mäusegerste, die an Wegrändern wächst, sowie Strandgerste.

Und hier finden Sie Rezepte mit Gerste.

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