Wünsch' Dir was - Bittersalat

Wer bittere Salate scheut, muss sie einfach mal anders kombinieren! Mit süßen Orangen, Trockenfrüchten, Ziegenkäse und Honig wird daraus ein raffinierter Salatteller.

Wünsch' Dir was - Bittersalat
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Kommentare
Nicole Stich

Von den bekannten Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami ist bitter wohl der schwierigste Geschmack. Ein kleiner Ausflug in die Biologie erklärt schlüssig, warum dies so ist: Viele giftige Pflanzen schmecken bitter und haben den Evolutionsprozess hindurch dem Menschen signalisiert “Wenn Du mich isst, bekommt Dir das möglicherweise nicht.” Kein Wunder also, wenn vor allem Kinder ungewohntes bitteres Gemüse ganz und gar ablehnen. Die englische Sprache besitzt für dieses Phänomen einen eigenen Ausdruck, dort wird ein Geschmack, den man erst durch häufiges Probieren lieben gelernt hat, acquired taste genannt. Da ich selbst als Kind ein extrem mäkeliger Esser war, habe ich viele Lebensmittel, die als acquired taste angesehen werden (Oliven! Anchovis! Blauschimmelkäse!), erst jenseits der 20 für mich entdeckt.

 

Noch schwerer hatten es aber bittere Lebensmittel wie Radicchio, Chicorée, Puntarelle oder Rosenkohl. Doch die beharrlichen Versuche einer guten Freundin, mich mit diesen Gemüsen und Salaten zu versöhnen, beginnen sich langsam auszuzahlen. Die Kunst besteht schlichtweg darin, diese Lebensmittel richtig kombiniert zuzubereiten, so dass (zumindest zu Beginn) nicht allein ihre Bitterkeit im Vordergrund steht. Und man mit der Zeit gar nicht mehr anders kann, als sie gerade wegen dieser bitteren Note zu schätzen! (Wer schon auf den bitteren Geschmack gekommen ist oder dies noch möchte, dem kann ich das Kochbuch “Bitter: A Taste of the World's Most Dangerous Flavour” von Jennifer McLagan ans Herz legen, leider bisher nur in englischer Sprache erhältlich.)

 

Das winterliche Überangebot von Chicorée und Radicchio inspiriert mich immer wieder zu neuen Rezepten, aktueller Liebling ist ein Salat mit den (meiner Meinung nach) besten Orangen überhaupt, den Cara Cara. Dazu in Nüssen gewälzter Ziegenfrischkäse und leicht angeröstete Trockenfeigen, so wird aus diesem Salat ein Gedicht mit vielfältigen Geschmacksnoten und Konsistenzen!

 

Was sagen die Küchengötter zu bitteren Salaten und Gemüsen? Was schmeckt euch besonders, was gar nicht? Meinen Bittersalat solltet Ihr auf jeden Fall probieren – zum Rezept geht’s hier.

 

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Aphrodite
Bei "leicht angerösteten" Tockenfeigen ...

... lege ich gerade die Ohren an. Cara Cara Orangen! Noch nie gehört und gesehen. In unseren Gefilden scheint sich das alles noch nicht herum gesprochen zu haben. Wenn ich Bittersalate verwende, mixe ich mit anderen Salaten. Feldsalat ist im Augenblick so ein Kandidat zum "Abrunden". Meist gehe ich da aber gegen die Schärfe von Rucola vor. Gegen Bitter ist gar nicht viel einzuwenden. Mir würde ein Spritzer Orangensaft genügen. Frischkäse und Trockenfeigen ist fast schon ein Dessert. Und mit der eher süßen Navel-Orangen Varietät wird aus bitter süß? Muss ich ausprobieren und schreibe dann was dazu.

Bettina Müller
Bitter

Liebe Nicky,

 

das hört sich ganz wunderbar an. Spätestens beim Ziegenkäse hattest Du mich sowieso, das Rezept muss ich ausprobieren! :-)

 

Bitter und ich haben ein merkwürdiges Verhältnis, wenn auch etwas anderer Art: Während meines Studiums hatte ich mehrere Sensorik-Schulungen, bei denen wir die Geschmacksrichtungen auch in geringer Dosierung voneinander unterscheiden mussten. Ich habe es nie gelernt, sauer und bitter voneinander zu unterscheiden. Eine hoffnunglsose Kandidatin. Vielleicht kommt es ja daher, dass ich generell nicht der größte Sauer-Freund bin, so dass mein Körper automatisch eine Abneigung gegen beide Richtungen hat? So habe ich es zumindest noch nie betrachtet.

Nicole Stich
Süß & sauer etc.

@Aphrodite: Zwei Gedanken dazu. Was die Cara Cara Orangen betrifft, auf die bin auch ich mehr durch Zufall gestossen, unser Obsthändler hatte sie zwischen die regulären Orangenkisten geschmuggelt, ohne Namen oder Wissen, WAS er da für eine fabelhafte Orangensorte im Angebot hatte... hat man sie mal probiert, ist man schnell überzeugt, diese Kreuzung hat eine sehr zurückhaltende Säure und schmeckt wunderbar aromatisch. Das roséfarbene Fruchtfleisch ist ein optisches Indiz, dass es sich um Cara Cara handeln sollte...Was die vielfältigen Zutaten betrifft: Mir werden Salate schnell langweilig, weswegen ich sie gerne so abwechslungsreich wie möglich zusammenstelle. Dieser Bittersalat ist sowohl in Größe als auch Zusammensetzung ein typisches Mittagessen für mich, danach bin ich wunschlos glücklich ;)

 

@Bettina: Dann bist Du ja quasi ein wissenschaftliches Phänomen... wie spannend! Und: Gerade durch die zurückhaltende Säure sollten Cara Cara Orangen perfekt für Dich sein. Muss ich unbedingt mal welche mit in die Redaktion bringen...

Bettina Müller
@Nicky

Oh ja, da bin ich sehr gespannt.

 

LG

Toskanafan
Bin dabei,,,

ich mag bittere Salate. Letztes Jahr gab es mal Ziegenkäsepraline zum Haus gebeizten Lachs, in einem Landgasthof. Ich ging nicht ohne das Rezept der Ziegenkäsepraline wieder raus. Eine Bedienung meinte, es wäre mit Haselnuss. Später wurde der Koch gefragt.  Es war dann Ziegenfrischkäse in gemahlenen, gesalzenen Erdnüssen. Also Erdnüsse mahlen, Ziegenfrischkäse mit dem Eisportionierer darin wälzen. Danke fürs Rezept.

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