Was Sie über Topinambur wissen sollten

Herkunft

Die in Nordamerika beheimatete Knolle und von den Indianern als Gemüse und Viehfutter verwendete Pflanze wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Seefahrern nach Frankreich gebracht und dort nach dem indianischen Stamm "Topinambus" benannt. Von Frankreich aus gelangte die Topinambur auch in andere europäische Länder. In Deutschland etwa waren die kohlenhydratreichen Knollen bis zum Siegeszug der Kartoffel Mitte des 18. Jahrhunderts ein wichtiges Nahrungsmittel. Heute hat der Topinamburanbau jedoch nur noch regionale Bedeutung – in Deutschland hauptsächlich in Baden und in Brandenburg.

Charakteristika

Die frostharte, im Herbst gelb blühende Pflanze ähnelt der verwandten Sonnenblume und bringt ebenfalls schöne, dunkelgelbe Blüten hervor. An den Wurzeln der Topinambur bilden sich wie bei der Kartoffel jeweils zwei bis drei Dutzend kleiner bis mittelgroßer Knollen, die in der Form von spindel- über birnen- bis apfelartig je nach Sorte stark variieren können. Ebenfalls sortenabhängig ist die Farbe der Schale; die Palette reicht hier von hellbraun bis violett; im Innern sind jedoch alle Knollen, gleich welcher Sorte, hellfleischig. Obwohl alle Topinambur-Sorten essbar sind, gibt es speziell für den Verzehr empfohlene Sorten (bei uns z. B. "Bianka" und "Gute Gelbe"). 

Ein Großteil der Ernte wandert in die verarbeitende Industrie. Grund dafür ist der hohe Zuckeranteil der Knollen. Damit sind sie ein idealer Grundstoff für die Fructose-, Sirup-, Alkohol- und Branntweinherstellung.

Saison, Einkauf, Lagerung:

Von September bis November kommt die Topinambur – regional begrenzt – bei uns auf den Markt. Verkauft werden die Knollen meist nur beim Gemüsespezialisten. Im Kühlschrank oder einem kühlen dunklen Raum halten sie sich – am besten ungewaschen – einige Tage frisch.

Verwendung:

Die Knolle mit dem leicht süßlichen Geschmack sollte man auf jeden Fall einmal probieren! Topinambur können roh wie ein Apfel gegessen werden oder – fein geraspelt und mit Zitronensaft beträufelt – als Salat. Sie lassen sich nach dem Blanchieren aber auch leicht schälen und schmecken dann gedünstet oder gebraten gut als leichte Gemüsebeilage. Auch gut: püriert, entsaftet, paniert und ausgebacken. Bekannt ist die Knolle auch als Kafeeersatz. Im Badischen genießt man "Topi" übrigens auch gerne nach dem Essen – als Digestif!