Kochen in der Mikrowelle
Kochen in der Mikrowelle

Kochen ohne Hitzequelle- Geht das denn?

In einer Mikrowelle soll man auch ganze Gerichte kochen können? Oh ja, das funktioniert. Das Kochen in der Mikrowelle gilt dabei auch als besonders fettarm und vitaminschonend, was vor allem in der heutigen Zeit sehr begehrt ist. Neugierig geworden? Wir verraten Ihnen, wie Sie mit der Mikrowelle kochen können.

 

Kochen in der Mikrowelle: Funktionsprinzip

Im Gegensatz zu anderen Garmethoden wird beim Kochen mit der Mikrowelle die Hitze nicht von außen auf das Lebensmittel übertragen, sondern direkt im Inneren erzeugt – durch Bewegung von Wassermolekülen. Durch diese Methode bleiben die enthaltenen Vitamine, Mineral- und Nährstoffe im hohen Maß erhalten, da sie nicht durch lange Garzeiten zerkocht oder am Ende mit dem Kochwasser womöglich weg geschüttet werden.

Geeignete Garverfahren für die Mikrowelle

Die Mikrowelle eignet sich dabei besonders zum Dämpfen, Dünsten und Kochen. Heutzutage hat fast jede Mikrowelle auch eine Grillfunktion, wenn nicht sogar noch eine Heißluft-, Dampf- oder Backofenfunktion integriert ist. Mikrowellen sind heute quasi richtige Multifunktionsgeräte.

Die benötigte Zeit hängt, genau wie beim Auftauen und Erwärmen, immer von der Menge des Garguts ab. Als Faustregel gilt: doppelte Menge = doppelte Zeit.

Einflussgrößen auf die Kochzeit in der Mikrowelle

  • Zusammensetzung: Je größer der Fett- oder Zuckergehalt eines Lebensmittels ist, umso weniger Zeit benötigt es zum Erwärmen in der Mikrowelle. 
     
  • Dichte: Leichte und poröse Lebensmittel, wie beispielsweise Brot oder Kuchen, sind schneller gar als schwere, dichte Lebensmittel, wie Braten oder Eintöpfe.
     
  • Menge: Je größer die Menge der zu garenden Lebensmittel, desto länger dauert es auch: Vier Kartoffeln benötigen beispielsweise eine längere Kochzeit, als nur zwei Kartoffeln.
     
  • Größe: Da die Mikrowellen von außen nur ca. 3 cm tief in die Lebensmittel eindringen, werden kleine Lebensmittel schneller gekocht als große. Daher sollten alle Stücke in etwa gleich groß geschnitten werden.
     
  • Form: Unregelmäßig geformte Lebensmittel, wie zum Beispiel Hähnchenkeulen, benötigen eine längere Kochzeit, da sie an den dicken Stellen nicht so schnell gar sind. Außerdem sind runde Formen schneller gar als quadratische.
     
  • Temperatur: Je kälter die Ausgangstemperatur eines Lebensmittel ist, umso länger braucht es auch zum Kochen in der Mikrowelle.

Küchentricks fürs Kochen in der Mikrowelle

1.
Butter in der Mikrowelle schmelzen:

Sie haben vergessen, die Butter fürs Backen rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen, im Rezept steht aber „weiche Butter“? Kein Problem: Geben Sie sie einfach für maximal 30 Sekunden in die Mikrowelle, schon hat sie die gewünschte Konsistenz. Butter lässt sich übrigens in der Mikrowelle auch komplett schmelzen.

2.
Schokolade in der Mikrowelle schmelzen:

In der Mikrowelle lässt sich sogar Schokolade ohne aufwändiges Wasserbad oder Anbrennen in Minutenschnelle schmelzen: 100 g brauchen bei 600 Watt etwa 1,5 Minuten. Zwischendurch einmal umrühren.

3.
Mandeln häuten in der Mikrowelle:

Wie bekommt man Mandeln einfach aus ihrer Haut? Natürlich mit der Mikrowelle: Die Mandeln mit heißem Wasser in eine mikrowellengeeignete Schüssel geben und bei 600 Watt erhitzen. 100 g Mandeln brauchen ca. 1 Minute. Anschließend die Mandeln kalt abschrecken und aus den Häuten drücken.

4.
Salzzugabe in der Mikrowelle:

Wenn an der Oberfläche des Gerichtes ein Salzkorn liegt, entzieht es dem lebensmittel an dieser Stelle Wasser – das Lebensmittel könnte daher trocken werden. Deshalb Salz immer gut untermischen oder erst nach dem Garen in der Mikrowelle hinzufügen.

5.
Kochen mit Kruste in der Mikrowelle?

Im klassischen Mikrowellenherd werden Gerichte nur gekocht, eine schöne Kruste, beispielsweise für eine Lasagne, entsteht hier nicht. Doch neue Kombigeräte, bei denen Grillfunktion, Heißluft und/oder sogar eine Dampfgarfunktion integriert sind, versprechen Alleskönner in der Küche zu sein. Mit ihnen soll es auch möglich sein, Krusten für Aufläufe, Steaks & Co. im Mikrowellenherd zu erhalten. Auch hier gilt es, die Angaben des Herstellers in der Bedienungsanleitung zu beachten.
 

Tipps fürs Kochen in der Mikrowelle

Folgende Punkte sollten Sie außerdem noch beachten: 

  • Eier dürfen nicht mit der Schale in der Mikrowelle gekocht werden, da sie durch den entstehenden Überdruck sonst platzen. Möchten Sie hart gekochte Eier in der Mikrowelle erhitzen, müssen Sie vorher geschält und am besten in Scheiben geschnitten werden. Bei rohen Eiern muss das Eigelb eingestochen werden, damit sie in der Mikrowelle erwärmt werden dürfen. Ausnahme: Sie verwenden ein Spezialgefäß dafür, welches im Handel erhältlich ist. 
     
  • Auch andere Lebensmittel mit Schalen oder Häuten, beispielsweise Kartoffeln, Tomaten, Würstchen, Auberginen können in der Mikrowelle aufplatzen. Das können Sie ganz leicht verhindern, in dem Sie sie vor dem Kochen anstechen.
     
  • Möchten Sie Flüssigkeiten in der Mikrowelle erhitzen, sollten Sie ein Gefäß mit einer möglichst großen Öffnung verwenden und die Flüssigkeit vor dem Erhitzen umrühren. Wer ganz sicher gehen will, stellt während der Erhitzen noch einen Glasstab oder ähnliches ins Gefäß. Lassen Sie die Flüssigkeit nach dem Erhitzen mindestens 20 Sekunden noch in der Mikrowelle stehen, um ein verspätetes Aufwallen der Flüssigkeit durch den so genannten Siedeverzug zu verhindern.
     
  • Verwenden Sie Topflappen oder ähnliches, um das Mikrowellengefäß nach dem Kochen aus der Mikrowelle zu nehmen. Öffnen Sie Behälter, Popcornbeutel etc. immer vom Gesicht abgewandt, da sehr heißer Dampf entweichen kann.
Aufwärmen in der Mikrowelle
Wahl der richtigen Mikrowellen-Leistung

Gegart wird in der Mikrowelle übrigens ab einer Leistung von 500 Watt. Eine zu hohe Leistung sollte man auch beim Garen vermeiden, da manche Lebensmittel sonst schnell von außen austrocknen können. Mit 600 Watt ist man immer auf der sicheren Seite. 

  • Grundsätzlich können Sie alle Fleisch-, Fisch- und Gemüsesorten in der Mikrowelle kochen. (Bei Rindfleisch und Wildgerichten müssen Sie allerdings damit mit rechnen, dass das Fleisch nicht so zart wie gewohnt wird, da diese Fleischsorten mit einer schonenden Zubereitung besser gelingen). 
     
  • Fleisch und Fisch werden in der Mikrowelle grundsätzlich ohne die Zugabe von Fett oder Wasser gegart. 
     
  • Bei Gemüse und Obst gibt es auch keine Einschränkungen für das Kochen in der Mikrowelle. Nur bei wasserarmen Sorten sollten Sie 1-2 EL Wasser hinzugeben. 
     
  • Denken Sie immer daran, dass der Wassergehalt der Lebensmittel Einfluss auf die benötigte Garzeit in der Mikrowelle hat: Fleisch benötigt beispielsweise mehr Zeit zum Garen als Gemüse. Wenn Sie diese Unterschiede mit einplanen, sind am Ende auch alle Komponenten des Gerichts gleichzeitig fertig. 
     
  • Grundsätzlich lohnt sich ein Blick in Bedienungsanleitung Ihrer Mikrowelle, hier werden vor allem für die Grill- und Backofenfunktionen wertvolle Zubereitungstipps für die verschiedenen Mikrowellengeräte gegeben.
     

Nun fehlen nur noch die passenden Rezepte für die Mikrowelle.

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