Polenta

Als "puls" oder "pulmentum" stand der Getreidebrei schon bei den antiken Römern auf dem täglichen Speiseplan und verlieh ihnen neben Kraft auch ein wohliges Bauchgefühl.

Polenta

Herkunft und Charakteristika:

Polenta ist vermutlich die älteste Zubereitungsform für Getreide, die heute noch topaktuell ist. Die antiken Römer bereiteten den nahrhaften Brei allerdings zunächst aus Dinkel, Hirse oder Spelt, einer altertümlichen Weizenart, und verfeinerten ihn mit Gemüse, Speck oder was auch immer noch in der antiken Vorratskammer zu finden war. Gegessen wurde er kalt oder warm. Nachdem Mais (auf Italienisch: granturco) aus der Neuen Welt nach Venedig gelangt war, wurde die Polenta gelb – da nur noch mit Mais hergestellt – und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Arme-Leute-Essen, vor allem in den Bergregionen Norditaliens, wofür sie allerdings bald von ihren südlich lebenden Landsleuten den liebevoll, spöttischen Namen "polentoni" erhielten.
Doch nicht nur die Italiener liebten den nahrhaften Brei, der viel Kalium, Magnesium, Eisen und Kieselsäure enhält; in regionalen Variationen kommt Polenta nach wie vor von Spanien bis Russland auf den Esstisch.

Verwendung:

Polenta ist sowohl cremige Vorspeise als auch Hauptspeise und Beilage (z. B. zu Eintöpfen und Gemüsen). Sie kann nur mit Wasser oder aber mit Milch, Butter und Käse gekocht werden, heiß aus dem Topf serviert oder auf ein Brett gestrichen und in Stücke geschnitten werden. Sie kann sofort gegessen werden oder später mit etwas Butter angebraten.

Wer Polenta traditionell zubereiten möchte, braucht Geduld und Kraft. Der Brei (vor allem in den Landküchen Norditaliens) wird in einem unlegierten Kupfertopf, dem "paiolo", der über Feuer hängt, mit einem Holzlöffel gerührt und gerührt und gerührt … Ob das Salz schon zu Beginn ins Kochwasser gehört oder erst, wenn das Wasser bereits eine Weile gekocht hat, darüber sind sich die Köche noch nicht so ganz einig. Worüber sie sich aber einig sind: gerührt werden darf nur in eine Richtung und der Brei darf nicht am Topfboden anbrennen. Je nach gewünschter Konsistenz und nach der Art, wie fein der Mais gemahlen wurde, kann das schon mal bis zu einer Stunde dauern. Der Brei ist fertig, wenn er sich beim Rühren von der Topfwand löst. Dann wird die fertige Polenta auf ein befeuchtetes Holzbrett gestrichen, mit einem Holzspatel in Form gebracht und – am besten – mit einer Schnur in dicke Scheiben geschnitten; die Scheiben werden anschließend goldgelb ausgebacken oder auch gegrillt.

Einkauf und Qualität:

Polenta gibt es grob, mittel oder fein gemahlen. 
Es empfiehlt sich, Maisgrieß mittlerer Mahlstärke zu verwenden. Verwendet man grob gemahlenen Grieß, ist die Kochdauer länger. Bei sehr feinem Grieß bekommt man schnell einen klebrigen und klumpigen Brei. Vorgegarter Polentagrieß (Instant-Polenta), der die Kochzeit auf nur noch zehn Minuten verkürzt, reicht nach Ansicht wahrer Polenta-Fans nicht an Geschmack und Konsistenz einer frisch angerührten Polenta heran.

Aufbewahrung:

Kühl, dunkel und trocken gelagert, hält Maisgrieß etwa sechs Monate.

Und hier finden Sie Rezepte mit Polenta.

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