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Nachhaltigkeit in der Küche

Klimafreundlich und nachhaltig einkaufen

Nachhaltigkeit beginnt schon beim Einkauf. Mit nur wenigen Tricks kannst du schon etwas für den schonenden Verbrauch unserer Ressourcen und den Erhalt unserer Umwelt tun. Hier kommen unsere besten Tipps und Hinweise, worauf du beim Einkaufen achten kannst.

Nachhaltig einkaufen

Wie kann man klimafreundlich einkaufen?

Was genau bedeutet, nachhaltig und klimafreundlich einkaufen?

Man versucht, möglichst wenig Kohlendioxid (CO2) zu verursachen, da dieses Treibhausgas schädlich für das Klima ist. Wenn zu viel davon in die Atmosphäre gelangt, wird es durch den Treibhauseffekt auf der Erde immer heißer. Und dadurch kommen ganze Ökosysteme ins Ungleichgewicht. 

Nun entsteht das meiste CO2 vor allem durch fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Aber auch wir Menschen verursachen durch unsere Ernährung ca. 2 Tonnen CO2 pro Jahr, etwa durch die Produktion und den Transport von Lebensmitteln. Vor allem tierische Lebensmittel sind weniger gut für die Ökobilanz, weil ganze Wälder für Weideland und Anbau von Futter abgeholzt werden. 

Was also tun? Müssen wir uns alle vegan ernähren?

Am besten für die Umwelt wäre es wahrscheinlich. Aber auch mit einigen anderen Tipps kannst du klimafreundlich einkaufen und so etwas für die Tier- und Pflanzenwelt tun. Nicht jeder muss alles perfekt machen, aber wenn jeder einen Teil dazu beiträgt und sein Bestes gibt, nachhaltiger einzukaufen, können wir dem Klima etwas Gutes tun.

Regional und saisonal einkaufen

Saisonal und regional einkaufen

Saisonale und regionale Produkte bekommst du am besten auf Wochenmärkten und Biomärkten. Ein Plus für dich: Saisonale Sorten schmecken viel besser, da sie reif geerntet werden und die meisten gesunden Inhaltsstoffe enthalten. Saisonal eingekauft ist Obst und Gemüse außerdem günstiger als außerhalb der Saison.

Auf dem Wochenmarkt bekommst du auch krumm und schief gewachsene Freilandware, die einen höheren Nährstoffgehalt als makellose Treibhausware hat. Wenn mal nichts Frisches angeboten wird, sind auch Tiefkühlgemüse oder Dosentomaten eine gute Alternative: Beides wird am Ursprungsort erntefrisch verarbeitet.

Wenn die Lebensmittel aus deiner Region stammen, heißt das, dass sie keinen allzu weiten Transportweg hinter sich haben. Das Flugzeug hat die schlechteste Ökobilanz. Exotische Früchte von anderen Kontinenten sollten deshalb selten in deinem Einkaufskorb landen.

Beispiel: Avocados haben leider keine gute Klimabilanz, da sie oft aus Übersee mit gekühlten Container-Schiffen nach Europa transportiert werden. Außerdem ist der Anbau von Avocados alles andere als nachhaltig, da sie sehr viel Wasser verbrauchen und den Boden ausdörren. Die am nächsten gelegenen Anbaugebiete liegen in Spanien und Israel. Versuche auf Avocados aus diesen Ländern und mit Fairtrade-Logo zurückzugreifen, wenn du nicht aus sie verzichten möchtest.

Aber Achtung beim Thema Ökobilanz: Wenn der deutsche Apfel bis zum Verkauf über Monate hinweg im Kühlhaus liegt, wird dafür weit mehr Energie verbraucht als für erntefrisches Obst, das per Schiff aus den Tropen kommt. Alles, was leicht verdirbt und schnell als Flugware hierher muss, ist in Sachen Klimabilanz kritisch.

Soweit es geht, solltest du frische und rohe Lebensmittel einkaufen und sie selbst verarbeiten, statt tiefgekühlte und verarbeitete Fertigprodukte zu kaufen. Dann weißt du auch, was genau drin steckt und bekommst die volle Ladung Nährstoffe anstatt einer ominösen Liste voller Zusatzstoffe. 

Gerade für saisonales Obst und Gemüse kann ein Saisonkalender sehr hilfreich sein. Unseren kannst du hier herunterladen:

Bio und Fairtrade

EU-Bio-Siegel
Das EU-Bio-Siegel

Versuche, auf Bio-Lebensmittel zurückzugreifen. Bei Obst und Gemüse kannst du so sicher sein, dass keine Pestizide und andere Chemikalien beim Anbau verwendet wurden.

Bei der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion bedeutet es, dass die Futtermittel der Tiere streng überwacht werden, ohne Gentechnik und Zusätze. Außerdem hatten die Tiere mehr Platz zur Verfügung als bei konventioneller Tierhaltung, wurden artgerechter gehalten und nur in Krankheitsfällen mit Medikamenten behandelt. Bei konventioneller Haltung besteht die Gefahr von Rückständen im Fleisch durch Medikamenteneinsatz wie Antibiotika.

Achtung beim Erkennen von Bio-Siegeln. Das aktuell gültige Standardsiegel ist das EU-Bio-Siegel (Foto), das ein Blatt aus weißen Sternen auf grünem Hintergrund darstellt. Alle verpackten Bio-Produkte müssen europaweit das EU-Bio-Label tragen.

Man findet auf Produkten häufig auch noch das „deutsche Bio-Siegel“ mit sechs Ecken. Das wurde allerdings 2010 vom EU-Bio-Siegel abgelöst und hat heute keine eigenständige Bedeutung mehr. Die drei größten deutschen Bioverbände Bioland, Demeter und Naturland haben auch eigene Siegel, für die Produkte noch strengeren Kriterien standhalten müssen.

Biokiste
Biokisten gibt es von verschiedenen Anbietern

Gute Alternativen zum Supermarkt – wo es zunehmend mehr, aber teure Bio-Produkte gibt – sind Bio- und Wochenmärkte, Hofläden oder du kaufst direkt beim Bauern.

Immer beliebter werden auch Biokisten: Dabei werden dir in bestimmten Abständen Kisten vom Bio-Bauern mit regionalen und saisonalem Obst und Gemüse nach Hause geliefert. Ökologisch, frisch, umweltschonend – perfekt!

Fairtrade bedeutet, dass die Produkte fair angebaut und gehandelt wurden, d. h. dass die Bauern gerecht bezahlt wurden und die Beschäftigten auf Plantagen (etwa für Kaffee, Kakao, Obst usw.) in Entwicklungsländern unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten.

Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet, dass bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden.

Regional statt Superfoods

Seit einigen Jahren sind sogenannte Superfoods in aller Munde: Chia-Samen, Acai-Beeren, Algen, roher Kakao ... Sie sind dank ihrer Inhaltsstoffe extrem gesund.

Das Problem ist das gleiche wie bei exotischem Obst und Gemüse aus Übersee: Der Transportweg ist sehr weit (was auch die Frage aufwirft, wieviele von den gesunden Inhaltsstoffen nach Wochen noch enthalten sind), dadurch wird viel CO2 verbraucht, was schlecht für die Umwelt ist. Außerdem sind diese Produkte im Vergleich sehr teuer.

Aber nicht verzagen: Es gibt auch heimisches Superfood! Unsere Vorschläge lauten:

Heimische Superfoods

Fleisch und Fisch reduzieren – vegetarische Alternativen

Die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten macht ca. 60 % der Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft aus.1 Wenn du es nicht schaffst, komplett auf Fleisch und Fisch zu verzichten, kannst du zumindest ein paar fleischfreie Tage in der Woche einlegen.

Heutzutage gibt es sehr viele vegetarische oder vegane Ersatzprodukte für Wurst, Schnitzel und Co. zu kaufen, die du ganz einfach austauschen kannst. Aber Vorsicht: Fertigprodukt bleibt Fertigprodukt, also auch mit Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern usw.

Du kannst auch versuchen, vegane Wurst einmal selber zu machen! Oder du greifst stattdessen auf Rezepte mit viel Obst und Gemüse zurück.

Und was ist mit Fisch? Dank viel Eiweiß und guten Fetten gilt Fisch als sehr gesund, aber aufgrund der Überfischung der Meere und des Einsatzes von Antibiotika in Aquakulturen genießt die Ökobilanz von Fisch keinen guten Ruf. Beim Einkauf von Fisch kannst du aber auf gewisse Dinge achten.

  • Grundsätzlich sollte Fisch nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen, sondern nur ca. einmal pro Woche.
  • Ähnlich wie bei Bio-und Fairtrade-Produkten kannst du auch bei Fisch auf Bio- und Umweltsiegel achten. 
  • WWF empfiehlt, beim Kauf von Wild­fischen Produkte mit dem blauen Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) zu bevor­zugen. Bei Zucht­fischen sollten Verbraucher auf das türkis­farbene Siegel des Aquaculture Stewardship Council achten.
  • Grundsätzlich kommt es auf die Fischarten und Fanggebiete an, ob man sie guten Gewissens verzehren kann: KarpfenForelle, Dorade, Lachs und tropische Garnelen aus Bio-Zucht sind eine gute Wahl. Aal, Blauflossen- und Roter Thun, Rochen und Hai gehören aus nachhaltiger Sicht nicht auf den Teller, da sie stark gefährdete Arten sind.
Klimafreundlich einkaufen
  • Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nicht Verfallsdatum: Entscheide nach Geruch, Aussehen und Geschmack, ob etwas noch genießbar ist
  • Küchenkräuter selber zu Hause anlegen statt jedes Mal kaufen
  • Selbstpflückfelder im Sommer nutzen
  • wer einen Balkon oder Garten hat: Obst & Gemüse selber anbauen (z. B. Tomaten, Gurken, Erdbeeren)
Verpackungsmüll beim Einkauf vermeiden
  • Stoffbeutel und Obstnetze mitnehmen
  • in Unverpackt-Läden einkaufen gehen
  • bei einigen Fleischern und Bäckern kann man eigene Gefäße und Tüten mitbringen: Frag nach!
  • Mehrweg statt Einweg (z. B. Joghurt in Gläsern)
  • statt Konservendosen mit Kunststoffbeschichtung: Produkte in Glasverpackungen wählen

Selber machen statt kaufen

Viele Produkte, die es im Laden zu kaufen gibt, kannst du auch ganz einfach zu Hause selber machen. Damit sparst du Verpackungsmüll, bares Geld und kannst auch ganz nach deinem Geschmack variieren. Probier es einfach mal aus!

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