Lebensmittel-Warenkunde

Pute

Was ist eine Pute? Wie unterscheidet sie sich vom Truthahn? Wo kauft man sie am besten ein? Und wie bereitet man sie zu? Das und mehr erfährst du hier!

Pute

Was sind Puten

Pute auf Wiese
Eine Pute auf einer Wiese

Die Pute gehört zur Familie der Hühnervögel und ist eine Unterart des Geflügels. Mit bis zu 18 kg gehört die Pute aber eindeutig zu den größten Vertretern ihrer Art. Puten sind große, hochbeinige Vögel. Sie haben einen kräftigen, zum Schwanz abfallenden Körper, eine breite Brust und einen unbefiederten, warzenbesetzten Kopf. Ausgewachsene Hähne haben einen schwarzen Haarbüschel auf der Brust, Hennen stattdessen eine Warze. 
 

Woher stammen Puten?

Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika, wo sie besser unter dem Namen Truthahn bekannt sind. Denn einen unterschied zwischen der Pute und dem Truthahn gibt es tatsächlich nicht. Schon bei den Azteken soll die Pute als Nutztier gehalten worden sein. Ihren Weg nach Europa faden die Tiere mit den ersten Schiffen, die nach der Entdeckung Amerikas zurück in die Heimat segelten.  

Wie werden Puten gehalten?

Die Putenmast erfolgt in Bodenhaltung, leichtere Puten können jedoch auch in Käfigen aufgezogen werden. Nach dem Gewicht werden leichte (bratfertig 3,5 bis 5 kg), mittlere (bratfertig 7-10 kg) und schwere Puten (bratfertig 10-12,5 kg, sehr schwere bis 18 kg) unterschieden.

Das Putenfleisch

Putenfleisch ist ernährungsphysiologisch hochwertig und wird deshalb gerne in Diäten eingesetzt. Der hohe Eiweißanteil (Brust 24 %, Oberschenkel 21 %) ist reich an lebensnotwendigen essenziellen Aminosäuren, der geringe Fettanteil (Brust 2 %, Oberschenkel 8 %) ist reich an den wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. 100 g Putenfleisch haben im Schnitt 160 Kalorien und versorgt uns neben Eiweiß auch noch mit Kalzium, Magnesium und Eisen. Das Putenfleisch, welches sowohl rot als auch weiß sein kann, kann also bedenkenlos von Sportlern und Menschen, die Gewicht reduzieren möchten verzehrt werden. 

 

Hier kannst du Pute kaufen

Das Angebot an Pute ist m Vergleich zu anderen Geflügelarten sehr vielfältig. Man erhält sie im Ganzen (frisch oder tiefgefroren), als Teilstück (Brust, Oberschenkel, Unterschenkel, Flügel), als Putenfleisch (Schnitzel, Gulasch, Rollbraten, Rouladen) oder als verarbeitete Produkte (verschiedene Würste, Sülzen, Pasteten). Während die Teilstücke ganzjährig angeboten werden, sind die ganzen Puten von September bis März, vor allem zu Weihnachten und zum amerikanischen Thanksgiving im Handel.

Frische Puten werden im Geflügelfachhandel, aber auch in Feinkostgeschäften und in guten Metzgereien angeboten. Die Frischware wird bei einer Temperatur von 0 bis 2 Grad gehalten, die Kühlkette sollte bis zum Verbrauch nicht unterbrochen werden. Unter diesen Bedingungen hält das Putenfleisch insgesamt ca. 7 Tage. Gefrorenes Putenfleisch (v.a. die Teilstücke) ist mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. 

 

So taust du gefrorene Pute am besten aus

Man sollte das Gefriergut langsam auftauen, am besten im Kühlschrank (für eine ganze Baby-Pute muss man dabei schon 35-38 Stunden einplanen). Auf diese Weise werden die Zellwände am wenigsten strapaziert, sodass nur geringe Mengen von Gewebesaft frei werden und das Putenfleisch nicht zu trocken schmeckt.

Zum Auftauen des Truthahns schneidest du zunächst die Verpackung auf, entfernst diese und wirfst sie sofort weg. Dann legst du die Pute in ein großes Gefäß mit einem Gitter- oder Siebeinsatz, deckst es zu und lasst es im Kühlschrank langsam auftauen. Nach dem Auftauen schüttest du das Auftauwasser weg. Achte dabei darauf, dass du es nicht mit anderen Speisen in Berührung bringst. Salmonellengefahr!

 

Wofür wird Putenfleisch verwendet?

Große, schwere Truthähne werden nur noch selten im Ganzen gebraten. In den USA ist das jedoch an Thanksgiving ein "Must-have". Knusprig braun gebraten, meist in Kombination mit Cranberries und frischen Maiskolben, kommt dann das Prachtexemplar auf den Tisch. Bei uns bevorzugt man eher die leichten Puten, auch Baby- oder Broiler-Puten genannt. Ältere Puten finden in Eintöpfen oder Suppen Verwendung. Kleine Tiere können wie Masthühner (gefüllt oder ungefüllt) zubereitet werden.

 

Teile der Pute

Brust: Mit ihrem weißen und magere Fleisch zählt die Putenbrust zu den edelsten Stücken des Truthahns und erreicht bis zu 40 % des Körpergewichts. Das Fleisch ist sehr zart und fettarm, manchmal auch etwas trocken. Man verwendet es zum einen für Schnitzel, dabei eignen sich die kleineren Innenfilets besonders für Medaillons, die Brustspitzen für Ragout. Das Brustfleisch schmeckt außerdem geschnetzelt und als Gulasch. In feinen Scheiben kann es sogar als Belag für ein Sandwich dienen. 


Keule: Das Fleisch der Putenkeule ist saftig und dunkel, kräftig im Geschmack und erinnert leicht an Wild. Es ist aber von festen Sehnen durchzogen, die vor dem Garen entfernt werden müssen. Der (entbeinte) Oberschenkel eignet sich bestens für Rollbraten und zum Füllen. Der Unterschenkel wird am besten im Ganzen gebraten. 


Flügel: Putenflügel werden oft bereits zerlegt angeboten. Will man sie selbst teilen, müssen – wie bei den Keulen – die Sehnen herausgezogen werden. Sie werden vor allem gebraten und gegrillt. Dann nämlich bleibt das Fleisch schön saftig, während die Haut schön knusprig wird. Putenflügel haben allerdings auch einen hohen Fettanteil, was sie (geschmort oder gebraten) sehr aromatisch schmecken lässt. 


Leber: Die Leber der Pute erreicht ein Gewicht von bis zu 150 g. Ihr kräftiges Aroma kommt beim Braten am besten zur Geltung. Sie ist aber auch Zutat für Putenleberwurst, die neben Puten- und Schweinefleisch in Deutschland mindestens 15 % Putenleber enthalten muss.