Gewürzmischungen selber machen – 35 Rezepte

Erst mit der richtigen Würze wird ein Gericht zu etwas Besonderem. Mit unseren Rezepten für individuelle Gewürzmischungen machst du jedes Gericht zum kulinarischen Highlight!

Was sind Gewürze?

Darunter versteht man getrocknete und zerkleinerte Pflanzenteile, die dank ihrer Inhaltsstoffe den Geschmack unseres Essens verbessern können und/oder bekömmlicher machen. Den natürlichsten Geschmacksverstärker überhaupt, das Salz, können wir eindeutig zuordnen. Andere machen es uns schon schwieriger. Blattgewürze wie z. B. Thymian oder Basilikum werden im frischen Zustand zu den Kräutern gerechnet, im getrockneten zu den Gewürzen. Die Grenze zwischen Gewürzen und Gemüse ist hingegen nicht so leicht zu ziehen. Rote Chili- und Paprikaschoten werden frisch als Gemüse, getrocknet und gemahlen als Gewürz verwendet. Ingwer dagegen wird sowohl frisch wie auch getrocknet als Gewürz verstanden. Sobald Gewürze zerstoßen, gerieben oder gemahlen werden, setzen sie ihre ätherischen Öle frei. Dann entfalten sie ihr Maximum an Aroma und Geschmack.

Um aus bestimmten Gerichten aus aller Welt das Beste herauszuholen, gibt es spezielle Gewürzmischungen, die den Geschmack der Zutaten hervorheben und dem Gericht die richtige Würze verleihen. Aber statt fertige Gewürzmischungen zu kaufen, mische deine Gewürze doch einmal selbst! Dann weißt du genau, was drin steckt, und wir verraten dir, welche Zutat welchen Effekt auf dein Essen hat. Eine selbst hergestellte Gewürzmischung kannst du ganz nach deinem eigenen Geschmack komponieren und jederzeit abwandeln. 

Hier stellen wir dir beispielhaft einige Bestandteile typischer Gewürzmischungen vor.

Currys und Masalas

In Indien heißen die Gerichte Currys und die Mischungen Masala. Aber wundere dich nicht, wenn du in der Rezept-Galerie Currys findest, denn auch die Gewürzmischungen für Currys werden gerne mal so genannt. Ein Basis-Curry besteht aus:

  • Koriandersamen: Koriander ist eines der wichtigsten Basisgewürze nahezu jeder Currymischung. Der Geschmack ist angenehm würzig, darüberhinaus verbindet er die anderen Aromen miteinander.
  • Kreuzkümmelsamen: Kreuzkümmel ist herzhaft-würzig und bietet eine feine Schärfe.
  • Schwarzer Pfeffer ist ein echter Allround-Pfeffer. Er ergänzt besonders gut andere warm-würzige bis herbe Gewürze.
  • Bockshornkleesamen tragen eine bittere Schärfe bei.
  • Kardamom hat einen süßlich harzigen, leicht brennenden Geschmack. Am besten nicht fertig gemahlen, sondern die ganzen grünen Kapseln kaufen, da sich sein Aroma schnell verflüchtigt. Kardamom regt an und wirkt stimmungsaufhellend.
  • Kurkumapulver: Kurkuma schmeckt mild-würzig und leicht herb und gilt als eines der gesündesten Gewürze überhaupt! Es hilft bei der Fettverdauung, senkt den Cholesterinspiegel und wirkt entzündungshemmend, um nur einige seiner positiven Eigenschaften zu nennen. Außerdem gibt es dem Curry eine satte gelbe Farbe.
  • Cayenne ist eine lateinamerikanische Chili mit einer herben, leicht rauchigen Note. Das Pulver erhält seine hell-orange Farbe durch mitgemahlene Kerne und Trennwände, was auch die Schärfe erklärt.

Chinesische Gewürzmischungen

Ein Klassiker der chinesischen Küche ist das chinesische 5-Gewürz, auch Fünf-Gewürze-Pulver​ genannt. Es besteht aus Szechuanpfeffer, Fenchelsamen, Sternanis, Gewürznelken und Cassia-Zimtpulver. Es duftete würzig-blumig und schmeckt leicht bitter. 

  • Szechuanpfeffer schmeckt holzig-süßlich und leicht säuerlich. Die Schärfe zeigt sich durch ein Prickeln auf der Zunge, hält lange an und hinterlässt ein leichtes Taubheitsgefühl, zusammen mit einem zitrusartigen Nachgeschmack. Er wird außer in der asiatischen Küche auch in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt.
  • Fenchelsamen schmecken süßlich, begleitet von einer herb-krautigen Note, wirken beruhigend und helfen bei der Fettverdauung.
  • Sternanis schmeckt ebenfalls süßlich und etwas zimtähnlich.
  • Gewürznelken haben einen würzigen, brennend scharfen Geschmack und haben eine antiseptische Wirkung.
  • Cassia-Zimt schmeckt süßlich und pfeffrig und wird eher für würzigere Speisen verwendet, während der feinere Ceylonzimt süße Speisen würzt.

Wenn man das chinesische 5-Gewürz mit weniger oder mehr Salz mischt (z. B. 3 Teile Salz, 2 Teile 5-Gewürz), erhält man chinesisches Salz, ein typisches Tischgewürz in China. Einfach mal auf Reis oder gegrilltem Fleisch versuchen!

Kräutersalz

Ein einfach anmutender Klassiker, der aber dein Essen auf die nächste Ebene heben kann: Kräutersalz verfeinert Gemüse, Kartoffeln und Dips. Dafür vermischst du grobes Steinsalz mit Knoblauchflakes, weißem Pfeffer, getrockneter Zitronenschale, getrockneten Rosmarinnadeln, getrocknetem Thymian und getrocknetem Salbei. Du kannst auch 2 Lorbeerblätter in Stückchen brechen und untermischen.

Diese grobe Mischung ist für die Mühle. Wichtig ist, dass du trockenes Steinsalz verwendest, da feuchtes Salz die Mühle verstopfen kann. Du kannst die Mischung aber auch im Blitzhacker fein zerkleinern und als Streusalz verwenden. Es ist eine tolle Mischung aus scharfer Würze dank Knoblauch und Pfeffer, fruchtigem Aroma durch die Zitronenschale und feinen Kräuteraromen. 

Oben in der Galerie findest du noch unzählige tolle Rezepte für Gewürzmischungen: von Garam Masala über eine Karibische Currymischung bis hin zu Arabian Coffee Spice.

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