Was Sie über Zwetschgen wissen sollten

Herkunft, Charakteristika

Zwetschgen tauchen unter diesem Namen zum ersten Mal im 15. Jh.
in Süddeutschland auf. Sie gehören – wie auch die Mirabellen und Renecloden – botanisch gesehen zu den Pflaumen. Eine scharfe Trennlinie zu ziehen ist nicht immer möglich, speziell zwischen Pflaumen und Zwetschgen sind die Übergänge fließend. 

Im Gegensatz zu den Pflaumen sind sie länglich geformt, meist blau und stark beduftet. Von Echten Pflaumen unterscheiden sie sich zudem durch die besseren Fruchteigenschaften. Zwetschgen sind festfleischig, gut steinlösend und besser zu transportieren, daher werden sie heute in Anbau und Handel bevorzugt – insbesondere bei den Bäckern, da Zwetschgen beim Backen Form und Biss behalten. Ihr Fruchtfleisch ist weißlich bis grünlich gelb, saftig und in der Regel angenehm süß-säuerlich.

Zwetschgen schmecken nicht nur, sondern sind auch äußerst gesund, da sie viele wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente (z. B. Kupfer, Zink, Kalium) und Vitamine enthalten. Zwetschgen stärken das Immunsystem und die Nerven, helfen Stress abzubauen und wirken darüber hinaus Verstimmungen und Depressionen entgegen. Bekannt ist außerdem, dank ihres hohen Sorbitgehalts, ihre verdauungsfördernde Wirkung, getrocknet noch viel mehr als bei frischen Früchten. 

Saison

Die saftig-süßen Früchte sind fast das ganze Jahr über erhältlich, von Juli bis ca. Oktober kommen sie aus heimischem Anbau auf den Markt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Früchte eine frische Farbe haben, fest sind und fein duften. Direkt vom Baum sind die Zwetschgen von einem feinen weißlichen Reif oder Duftfilm überzogen. Den wachsartigen, abreibbaren Überzug bilden die Früchte selbst – sie schützen sich damit vor dem Austrocknen. Im Handel ist das ein Indiz für Qualität: Ist der Duftfilm noch vorhanden, sind die Früchte frisch und wurden wenig angefasst.

Verwendung

Zwetschgen kann man vielseitig verwenden. Frisch vom Baum schmecken die süßen Früchte einfach unwiderstehlich, sie sind aber auch ein toller Kuchenbelag. Frischer Zwetschgendatschi mit Streuseln und Schlagsahne – wer kann da schon nein sagen? Man kann aus ihnen auch ein leckeres Kompott (die Österreicher sagen "Zwetschkenröster") oder Mus (Powidl; siehe unten) kochen, und ein knuspriges Brötchen mit Zwetschgenkonfitüre ist der perfekte Start in den Morgen! Und als Hauptgericht sollten Sie unbedingt einmal Pute oder Schnitzel mit Zwetschgen ausprobieren! Schmeckt einfach göttlich!

Zwetschgenmus wird im Gegensatz zu anderen Marmeladen und Konfitüren meist ohne Zucker, Gelierzucker und Konservierungsstoffe durch stundenlanges Kochen hergestellt. Die Früchte sollten möglichst spät geerntet worden sein und mindestens einen Nachtfrost überlebt haben, damit sie möglichst viel Zucker gebildet haben. Für 100 g Mus braucht man etwa 500 g Früchte. Im Handel gibt es aber auch Powidl mit Zucker – darin enthalten: ca. 300 g Früchte je 100 g Mus. Als Brotaufstrich, aber auch in Buchteln, Germknödeln und zum Verfeinern von Saucen ist das Mus unwiderstehlich!